400.000 Euro weniger: Stadt will Autofahrer beim Parken entlasten

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Bald Geschichte: Unter anderem an der Friedrich-Ebert-Straße müssen Autofahrer bald nur noch bis 18 Uhr ein Parkticket ziehen.

Das Parken in Kassel wird billiger: Zwar nicht direkt, denn die Parkgebühren werden nicht gesenkt, dafür werden aber die gebührenpflichtigen Zeiten reduziert.

Kassel. Das wird die Autofahrer, laut Verkehrsdezernent Dirk Stochla, um 400.000 Euro pro Jahr entlasten. 2015 waren die Parkgebühren in der Stadt erhöht worden, über die Rechtmäßigkeit wurde damals natürlich viel gestritten. „Die Gebühren zu senken macht wenig Sinn, zumal sich die Bürger daran gewöhnt haben“, sagt Stochla.

Mit dem neuen Konzept sollen die Autofahrer jetzt auf andere Weise entlastet werden. So werden nördlich und westlich des Stadtzentrums (Vorderer Westen und Teile von Nord-Holland und Wesertor), die gebührenpflichtigen Zeiten ab 1. Dezember von 9 bis 18 Uhr begrenzt. Bisher musste man hier von 9 bis 20 Uhr einen Parkschein ziehen. Lediglich die Stadtverordneten müssen im November noch zustimmen. „Wer im Vorderen Westen zum Beispiel ein Restaurant besuchen will – und Restaurants besucht man in der Regel eher abends – muss nun nicht mehr für das Parken bezahlen.

Auch Anwohnern soll so die Parkplatzsuche erleichtert werden. In der Stadt kommt diese Maßnahme hingegen wegen des Parkdrucks und des Verkehrsaufkommens nicht infrage“, sagt Stochla. Hier müssen weiterhin Parkscheine von 9 bis 20 Uhr gezogen werden. Im Zentrum stünden aber genug Tiefgaragen und Parkhäuser zur Verfügung, die die günstigere Alternative zum oberirdischen Parken darstellen. Um oberirdisch genug Parkraum frei zu halten, soll daher die Kasseler Parkkarte für die City neu aufgelegt werden. Diese gibt es zwar schon, „sie kennt aber kaum jemand“, so Stochla. Mit der Kasseler Parkkarte kann man ab Oktober die ersten 30 Minuten (jede weitere Stunde kostet einen Euro), sowie von 18 bis 20 Uhr, kostenlos in der Friedrichsplatz-Tiefgarage und in den beiden Parkhäusern Garde-du-Corps-Platz und Martinskirche parken. Die Kasseler Parkkarte erfordert keine Anmeldung, funktioniert ähnlich wie die bekannte Kö-Bonuscard und soll dann in den Geschäften ausliegen.

Minutengenaue Abrechnung

Zudem soll über das Handy-Parken eine minutengenau Abrechnung eingeführt werden. Über eine App wird dann die genau Parkzeit erfasst, indem der Autofahrer nach dem Parken auf Start und beim Ausparken (natürlich nicht während der Fahrt), auf Stopp drückt. Im gesamten Bereich der Parkraumbewirtschaftung sollen für E-Autos ab Ende 2018 keine Parkgebühren mehr gelten. Die Stadt Kassel will damit einen Beitrag zur Förderung von lokal emissionsarmen Antriebstechnologien leisten. Zusätzlich sollen damit die Ladepunkte, auf denen E-Autos schon kostenfrei parken können, entlastet werden.

Langfristig (bis 2025) will die Stadt außerdem Park and Ride-Parkplätze (P+R) ausbauen, beziehungsweise neue schaffen, damit Pendler mit Bus und Bahn in die Stadt gelangen können. Wo neue Park and Ride-Parkplätze entstehen könnten, muss noch geprüft werden.

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