5:4! Huskies siegen (knapp) gegen Kaufbeuren

Die Kassel Huskies siegten am Dienstagabend über Kaufbeuren. Foto: Diekmann
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Die Kassel Huskies siegten am Dienstagabend über Kaufbeuren. Foto: Diekmann

Kurioser Eishockeyabend in der Kasseler Eissporthalle: Eigentor sichert Huskies-Sieg

Eishockey. Was für ein ungewöhnlicher Eishockeyabend in der Kasseler Eissporthalle: 5:4 siegten die Schlittenhunde am Dienstag gegen Kaufbeuren - und die 2500 Zuschauer sahen eine echte Seltenheit: Ein Eigentor zum 5:3 durch einen ESV-Spieler.

Doch der Reihe nach: Kassel begann so, wie sich die Fans das vorgestellt hatten: Bereits nach zehn Minuten hatten Merl, Proft und MacQueen eine klare Führung herausgeschossen, Kaufbeurens Burnell Sekunden vor der Drittel-Pause allerdings noch verkürzt. Doch: Nach einer Zitterpartie sah es eigentlich nicht aus.

Doch als Schmidle nur drei Minuten nach der Pause verkürzte, merkte man: Kaufbeuren rechnet sich hier was aus. Tatsächlich: In der 36. Minute glich Pfaffengut  gar aus. Sollte es hier eine Überraschung geben?

Nein. Denn Daoust traf nach 50 Minuten zur erneuten Huskies-Führung.

Und dann passierte kurioses: Eine Strafe für Kassel war angezeigt, Kaufbeurens Tor daher verlassen. Doch da geschah das Missgeschick der Gäste: Nach einem von Huskies-Goalie Hertel abgewehrten Schuss landete die Scheibe hinter dem Tor der Schlittenhunde, ein Gästespieler wollte zurück zur blauen Linie passen, doch fand der Pass keinen Abnehmer. Und so trudelte die Scheibe langsam aber sicher gen Gäste-Tor und überquerte die Linie. Witzig: Da es im Eishockey keine klassischen Eigentore gibt, bekam Husky Austin Wycisk den Treffer gutgeschrieben. Er war als letzter Husky an der Scheibe.

Dass noch erneut Burnell verkürzte änderte nichts am Huskies-Sieg.

Die Pressemeldung der Huskies zu Spiel

Am ungewohnten Dienstagabend kam es in der Kasseler Eissporthalle zum Aufeinandertreffen zwischen den Kassel Huskies und dem ESV Kaufbeuren. Das erste Spiel beider Mannschaften auf Kasseler Eis hatten die Nordhessen Ende November mit 7:0 gewonnen, so dass die blau-weißen Anhänger auch an diesem Abend wieder auf ein tolles Spiel hoffen durften. Die Kaufbeurer hatten zuletzt mit einem Auswärtssieg in Bad Nauheim auf sich aufmerksam gemacht und befinden sich mitten im Kampf um den ersehnten 10. Tabellenplatz. Huskies-Coach Rico Rossi gönnte Kanadier Braden Pimm eine Pause, so dass Taylor Carnevale zurück in den Kader rückte. Zudem feierte Jimmy Hertel seine Rückkehr ins Kasseler Gehäuse und startete das erste Mal seit September 2013 eine Heimpartie für die Huskies.

Die Huskies begannen dominant und schnürten die bayerischen Gäste bereits früh im Spiel immer wieder im eigenen Drittel ein. Immerhin fünf Minuten hielten die Allgäuer dem Druck der Kasseler stand. Erst Thomas Merls Einzelaktion über den rechten Flügel fand Anerkennung auf der Anzeigetafel (6.). Unter gütiger Mithilfe des ESVK-Schlussmanns Stefan Vajs versenkte die Nummer-23 der Huskies den Puck auf der Fanghandseite im Netz. Und jetzt liefen die Huskies heiß. Immer wieder gab es gute Einschussmöglichkeiten. Carter Proft erhöhte in der 8. Minute auf 2:0, als er ein Wycisk-Hereingabe unhaltbar abfälschte. Doch auch jetzt war der Torhunger der Huskies noch nicht gestillt. In Überzahl traf Jamie MacQueen – nach herrlichem Querpass von Taylor Carnevale - aus bekannter Position am rechten Bullykreis (10.). Für den Schlusspunkt im ersten Drittel sorgten aber die Gäste aus dem Bayerischen. Jush Burnell vollendete eine tolle Einzelaktion kurz vor Ende des ersten Drittels zum 3:1-Anschlusstreffer

So stark die Nordhessen das erste Drittel begonnen hatten, so fahrig startete man ins zweite. Bereits kurz nach Wiederbeginn stellte ESVK-Stürmer Max Schmidle auf 3:2 und sorgte für vermehrt auftretende Sorgenfalten bei den 2.503 Zuschauern in der Kasseler Eissporthalle. Der Gegentreffer sorgte für Verunsicherung im Lager der Schlittenhunde. Erst mit Mike Littles Abschlüssen in der 30. und 33. Minute näherten sich die Huskies Vajs Tor wieder entscheidend. Doch kurz vor dem Ende des Mittelabschnitts schlugen die effizienten Bayern wieder zu. Daniel Pfaffengut verwandelte aus dem hohen Slot und schlug Hertel zum dritten Mal (36.), so dass beide Teams mit dem Spielstand von 3:3 in die zweite Pause gingen.

Im letzten Drittel nahmen die Huskies dann wieder das Heft des Handelns in die Hand. Zunächst hatte Rückkehrer Carnevale die Führung auf dem Schläger, verpasste aber knapp (45.). In der 50. Minute platzte dann aber endlich der Knoten. J.-M. Daoust fälschte direkt vor Vajs stehend eine Hereingabe des Kapitäns Klinge ab und stellte die ersehnte Führung für die Nordhessen her. Nur wenige Sekunden später sorgten die Kaufbeurer dann für die Kuriosität des Spiels. Bei angezeigter Strafe gegen Kassel hatte Vajs seinen Kasten zu Gunsten eines sechsten Feldspielers verlassen, als ein missglückter Pass im Angriffsdrittel die Partie vorentscheiden sollte. Die Scheibe segelte durch Freund und Feind hinweg in Richtung verwaistem Tor. Mit letzter Mühe überquerte die Hartgummischeibe die Torlinie zum 5:3. Und da die Eishockeyregeln keine Eigentore kennen, wurde der Treffer dem letzten Kasseler mit Scheibenkontakt zugeschrieben, in diesem Fall Austin Wycisk. Damit war die Vorentscheidung für die Huskies gefallen, so dass Stephan Kronthalers Treffer kurz vor Ende (60.) lediglich Ergebniskosmetik blieb.

Somit sicherten sich die Nordhessen drei ganz wichtige Punkte im Kampf um das Heimrecht in der ersten Playoff-Runde. Am kommenden Freitag, den 12.02.2016 können die Schlittenhunde bei den Wölfen Freiburg bereits die nächsten Punkte klarmachen, ehe sie am Sonntag, den 14.02.2016 um 17:00 Uhr die Lausitzer Füchse zum nächsten Heimspiel in der Eissporthalle empfangen.

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