Aufstieg – Nein Danke!

Meister werden ja, aber SVR will nicht in die Bundesliga: Verzicht ohne sportliche KonsequenzenVon SIGGI GRKHandball. Zwei Spieltage vor S

Meister werden ja, aber SVR will nicht in die Bundesliga: Verzicht ohne sportliche Konsequenzen

Von SIGGI GRKHandball. Zwei Spieltage vor Saisonende ziert der SV Reichensachsen in der Handball-Regionalliga Sdwest die Tabellenspitze. Die Mannschaft von Trainer Uli Faber besitzt also die Chance, aus eigener Kraft Meister zu werden. Schon seit einiger Zeit wird im Umfeld des SVR intensiv und teilweise auch kontrovers darber diskutiert, was geschieht wenn die Handballfrauen den Titeltriumph wahr machen, aber aus finanziellen Grnden auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga verzichten.Walter Laubersheimer, Frauenspielwart der Regionalliga Sdwest, gab zu diesem Thema auf Nachfrage des MARKTSPIEGELS eine eindeutige Auskunft: Gem der aktuellen Spielordnung hat ein Aufstiegsverzicht keinerlei Folgen fr den Verein. Das Spielrecht in der Regionalliga bleibt auch in diesem Fall erhalten. Allerdings muss der Zweit- oder Drittplatzierte, also Marpingen oder Kleenheim, dann in die 2. Liga aufrcken. Andernfalls kann der Verein, der durch den Verzicht des potentiellen Aufsteigers den Abstieg in die Oberliga antreten muss, das Sportgericht anrufen.Trainer bedauert Entscheidung des VereinsFr SVR-Trainer Uli Faber ist die Meisterschaft allerdings noch keineswegs eine beschlossene Sache: Wir mssen zunchst einmal am 22. April die Auswrtshrde in Neunkirchen meistern und das wird schwer genug, da diese Mannschaft bisher lediglich ein Heimspiel verloren hat. Wir wollen aber mit aller Kraft versuchen, den Titel nach Reichensachsen zu holen. Mir und den Spielerinnen wurde aber bereits von Vereinsseite mitgeteilt, dass der Gesamtverein einen Bundesliga-Aufstieg nicht tragen wird. Ich finde es sehr bedauerlich, dass bisher keinerlei Bestrebungenen seitens des Vereins zu erkennen waren, diesen Aufstieg vielleicht doch zu stemmen.

Die Handballabteilung ist in den SV Reichensachsen integriert und wir vom Vorstand sind fr den Gesamtverein verantwortlich. Unter den aktuellen Umstnden kann ich mir persnlich ein Abenteuer 2. Bundesliga nicht vorstellen. Auch das Beispiel Eschwege zeigt, wie schwierig die 2. Liga finanziell zu meistern ist. Rein aus sportlichen Grnden fnde ich es aber toll, wenn sich das Faber-Team den Regionalliga-Titel tatschlich sichern knnte, sagt der 1. Vorsitzende des SV Reichensachsen, Jrgen Beck. SVR-Handballabteilungsleiter Heinz Schimmelpfennig wollte zum Thema Bundesliga-Aufstieg keine Aussage machen. Er werde den Verlauf der unmittelbar bevorstehenden Sitzung des Frdervereins abwarten und sich deshalb nicht uern.

Zwischenruf von LARS WINTER

Mgliches (un)mglich machen!

Der Traum vom Spitzenhandball scheint ausgetrumt. Den bieten die Reichenschser Handballerinnen zwar jetzt schon Woche fr Woche, krnen eine berragende Saison vielleicht bald mit dem Meistertitel, aber Hand aufs Herz: Bundesliga hrt sich anders und einfach besser an als Regionalliga. Besonders fr eine Region, die an sportlichen Aushngeschildern wenig zu bieten hat. Dies zumindest in den angesagten Teamsportarten Fu- und Handball. Bei den Kickern sind die flgellahmen Adler die Nummer Eins im Kreis. Bei den Handballern ist ein Derby zwischen Eschwegern und Wanfriedern schon der Jahreshhepunkt wohlgemerkt in der Landesliga, der fnften Klasse.Der jahrelange Hhenflug der Reichenschser Damen war und ist die rhmliche Ausnahme. Dass der ganz eng verbunden ist mit dem Namen Uli Faber braucht man zumindest einem Sportinteressierten nicht mehr zu erzhlen. Der fhrte bereits die Eschweger Handballer in ungeahnte Hhen, bevor er im Streit mit einigen Verantwortlichen den Verein verlie. Die Macher beim SVR sind vom tiefen Fall des ETSV weit entfernt. Denn sie probieren erst gar nicht zum Hhenflug anzusetzen, zum Aufstieg in die 2. Liga.Zwei Fragen mssen sich die Verantwortlichen des SVR stellen lassen: Hat man wirklich alles versucht, um Bundesliga-Handball in Reichensachsen zu realisieren? Und macht man es sich mit dem Verweis auf den tiefen Fall des ehemaligen Bundesligisten Eschwege nicht zu einfach? Nicht nur Trainer Faber fehlten nach eigener Aussage die Bestrebungen, den Aufstieg doch zu stemmen. Dass Sponsorenakquise in einer wirtschaftlich schwachen Region wie dem Werra-Meiner-Kreis kein Zuckerschlecken ist, steht fest. Dass potenzielle Geldgeber nach dem unrhmlichen Bundesliga-Abgang der Eschweger Handballer nicht sofort mit den Geldscheinen wedeln, auch. Vertrauen kann man allerdings (zurck) gewinnen. Mit einem serisen Finanzierungsplan, einem kompetenten Fhrungsteam und vor allem mit berragenden sportlichen Leistungen. Die ruft das Faber-Team Woche fr Woche ab. Leider wohl auch nchste Saison in der Regionalliga.

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