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Bundesjugendspiele: Unfair und demütigend?

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Die alleinerziehende Mutter Christine Finke will die Bundesjugendspiele abschaffen. Wir haben dazu Meinungen aus dem Schwalm-Eder-Kreis gesammelt.

Region. "Heulender Sohn kommt mit ‘Teilnehmerurkunde’ von den Bundesjugendspielen heim. Erwäge Petition zur Abschaffung selbiger. Ernsthaft", so lautet der Tweet von Christine Finke, der eine hitzige Diskussion zunächst in den Sozialen Netzwerken und schließlich auch in den Medien provozierte. Viele teilen die Meinung der alleinerziehenden Mutter aus Konstanz.

Hans-Jürgen Werner, der Schulleiter der Erich-Kästner-Schule in Homberg, spricht sich hingegen für die Bundesjugendspiele aus. "Besonders Schüler, die in Fächern wie Mathe oder Deutsch schlechter sind, verbuchen dort ein Erfolgserlebnis", erzählt er.

Auch eine freiwillige Teilnahme an dem sportlichen Event würde für ihn keinen Sinn machen: "Dann würden viele Jugendliche von vorn herein nicht mitmachen. Egal ob sie Erfolg hätten oder nicht."

Thorsten Träger, Sportlehrer  an der Radko-Stöckl-Schule in Melsungen, erklärt, dass er der Abschaffung zwiegespalten gegenüber stehe. "Einerseits ist das eine wunderbare Möglichkeit für einige Schüler zu zeigen, was sie können. Allerdings bekomme ich auch immer öfter mit, dass viele Kinder Angst vor den Bundesjugendspielen haben", sagt der Sportlehrer. Eine gute Vorbereitung und Ermutigung der Schüler würde dazu führen, dass die Kinder ihre Angst ablegen. "Wobei man natürlich nie alle Schüler dafür begeistern kann", gibt Thorsten Träger zu.

Die Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule in Fritzlar richtet zwar keine Bundesjugendspiele aus, allerdings veranstaltet sie zwei Mal im Jahr andere Sporttage, die für alle Schüler verpflichtend sind. "Das ist nicht nur wichtig, um den Schülern zu zeigen, dass Sport gesund ist. Es stärkt auch das Gemeinschaftsgefühl, wenn Schüler im Team arbeiten. Deswegen veranstalten wir zum Beispiel das Volleyball-Turnier", erklärt die stellvertretende Schulleiterin Ute Frerking. Auch können die Schüler ihren Sportunterricht nach persönlicher Neigung wählen. Sie können unter anderem zwischen Fußball, Tennis oder Leichtathletik wählen.

In ihrem Blog schreibt Finke, dass sie unsportliche Kinder vor Demütigungen durch andere Schüler schützen möchte. Ein Wettkampf, bei dem viele schon vorher wissen, dass sie verlieren werden, sei für sie weder fair noch zeitgemäß.

Von MELINA LINDNER

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Zu diesem Artikel gibt es ein "Pro" und "Kontra" von MB-Volontärin Julia Engelhardt ("Bundesjugendspiele sind eine Demütigung für die Schüler") und MB-Redakteur Karsten Knödl ("Ich hatte auch Bauchschmerzen... aber vor Mathearbeiten). HIER klicken.

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Außerdem haben wir eine Umfrage unter Schülern zum Thema gemacht. Lesen Sie HIER.

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