Deutschland siegt im Länderspiel in Kassel 26:25 gegen Island

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Die Handball-Nationalmannschaft hat das EM-Vorbereitungsspiel gegen Island heute in der ausverkauften Kasseler Rothenbachhalle mit 26:25 gewonnen.

Kassel. Eine ausverkaufte Rothenbachhalle (4.300 Zuschauer) empfing heute nachmittag die Nationalmannschaften von Deutschland und Island zum Testspiel in Kassel. Bundestrainer Dagur Sigurdsson hatte Erfolge von seiner Mannschaft in den beiden Partien gegen Island (am Sonntag in Hannover) gefordert. "Wir wollen auf Sieg spielen. Wir wissen, dass das das beste Teambuilding ist. Wir werden unsere Waffen gegen Island probieren", sagte der Isländer in Hannover mit Blick auf die Duelle mit seinen Landsleuten. Auch Kapitän Steffen Weinhold ließ keinen Zweifel daran, dass gegen die traditionell starken Nordländer voller Einsatz gefordert ist. "Man kann nicht bei einem Turnier von Null auf Hundert durchstarten. Man muss die Testspiele auch so angehen, als wenn es EM-Spiele sind", sagte der neue Kapitän, wohl wissend, dass es dann in Polen noch anders zur Sache gehen wird: "Die letzten zwei, drei Prozent kommen dann noch."

Und die Rechnung ging auf:  Nur vier Tage nach dem 37:30 gegen Tunesien in Stuttgart gewann die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson am Samstag hauchdünn, aber verdient mit 26:25 (15:13).

Wie schon am Dienstag war der Kieler Christian Dissinger erneut erfolgreichster Torschütze der deutschen Mannschaft, diesmal mit acht Treffern, Steffen Fäth und Hendrik Pekeler steuerten jeweils sechs Tore bei. Trotz einer deutlichen Steigerung in der Abwehr im Vergleich zum Tunesien-Spiel musste die DHJB-Auswahl bis zum Abpfiff zittern, bis der Sieg feststand.

Das zweite Spiel gegen die Isländer, der finale Test vor der EURO, ist am Sonntag um 15 Uhr in der ausverkauften TUI-Arena in Hannover. www.sportdeutschland.tv überträgt das Spiel ab 14.50 Uhr als Livestream.

Die deutsche Mannschaft, die auf den angeschlagenen Niclas Pieczkowski verzichten musste, begann furios im Angriff und deutlich aggressiver und organisierter als anfangs gegen Tunesien in der Defensive. Vorne waren es vor allem die fünf frühen von insgesamt acht Dissinger-Treffern, die für die schnelle Führung sorgten, hinten packte die Defensive der DHB-Auswahl entschlossen gegen die Isländer zu, zudem hinterließ auch Torwart Carsten Lichtlein einen deutlich stärkeren Eindruck als gegen Tunesien.

Der Bundestrainer hatte vor seinen Landsleuten als eine mit allen Wassern gewaschene Mannschaft gewarnt. "Die sind sehr routiniert und ein sehr erfahrenes Team. Man kann die schlecht überraschen. Die haben auf alles eine Antwort", urteilte Sigurdsson.

Doch dem war in Kassel nicht so. Nach nervösem Beginn setzte die deutsche Mannschaft die Gäste unter Druck. Lohn für die Anstrengungen war schon nach zwölf Minuten eine 6:3-Führung. Dabei präsentiert sich die Abwehr im Vergleich zum Tunesien-Spiel sichtbar verbessert. Die Hünen Finn Lemke, Christian Dissinger, Erik Schmidt und Hendrik Pekeler, die allesamt über 2,00 Meter groß sind, stellten sich für die Isländer wie eine unüberwindliche Wand auf.

Im Angriff bestimmte das Rückraum-Duo Dissinger und Steffen Fäth gleichermaßen als Spielgestalter wie Vollstrecker das Geschehen. Immer wieder manövrierte der Gastgeber die isländische Defensive aus, wovon auch Pekeler am Kreis profitierte. So erspielte sich der WM-Siebte einen 14:10-Vorsprung (25.), ließ dann aber vor der Pause an Konzentration nach und ging mit einem 15:13 in die Kabine.

Sigurdsson blieb seiner Linie treu und nutzte das Spiel erneut, taktische Varianten zu probieren. Dadurch kam ein Bruch ins deutsche Spiel, auch weil die Isländer sich in der zweiten Halbzeit besser auf den Gastgeber eingestellt hatten und sich steigerten. Zwar setzte sich die DHB-Auswahl noch einmal auf 23:19 (46.) ab. Doch in Unterzahl und mit drei Gegentreffern in Serie gerieten die Hausherren nach dem 23:21 (51.) mit 23:24 (55.) ins Hintertreffen. Aber am Ende behielt der Gastgeber die Nerven und gewann.

Island versuchte in der letzten Spielminute und nach dem 26:25 durch Johannes Sellin alles, brachte einen siebten Feldspieler, doch die deutsche Abwehr verteidigte sehr gut. Mehr als ein direkter Freiwurf sprang für die Gäste nicht mehr heraus - und dieser Wurf von Palmarsson wurde Beute des deutschen Blocks, die Fans feierten die DHB-Auswahl.

Deutschland: Lichtlein, Wolff; Sellin (1), Lemke, Reichmann (1/1), Wiede, Pekeler (6), Weinhold (2), Strobel (2), Schmidt, Fäth (6), Häfner, Dahmke, Ernst, Pieczkowski, Dissinger (8), KohlbacherIsland: Gustavsson, Edvardsson; Svarasson, Kristjansson, Palmarsson (8), Karason, Hallgrimsson (1), Atlason, Sigurdsson (4), Gudjonsson (1), Gudmundsson (1), Amor Thor Gunnarsson (2), Petersson (6), Robert Gunnarsson (2), Sigurmansson, Konradsson, Bjarki Mar Gunnarsson, Helgason,

Zuschauer in Kassel: 4300. - Schiedsrichter: Birch/Stenrand (Dänemark)). - Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Lemke/4 – Svarasson, Palmarsson, Gudmundsson, Helgason). - Siebenmeter: 2:1:1/1 (Reichmann scheitert an Edvardsson). - Spielfilm: 4:2 (9.), 8:5 (15.), 10:6 (18.), 12:9 (22.), 14:10 (25.), 15:13 (Halbzeit),  17:14 (36.),  19:16 (40.), 22:18 (45.), 22:21 (50.), 23:23 (53.), 23:24 (54.), 25:24 (57.), 26:25 (Endstand)

Das DHB-Team reist am Donnerstag nach Breslau. Gegner in der Vorrunde der Europameisterschaft sind Spanien (16. Januar), Schweden (18. Januar) und Slowenien (20. Januar). Die ersten drei Teams erreichen die Hauptrunde. (dpa/DHB)

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