DFB-Pokal: Zweitligist VfL Bochum besiegt starken KSV Baunatal nur knapp

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Schade, KSV Baunatal! Der KSV Baunatal ist nach einer mehr als ansprechenden Leistung im DFB-Pokal am VfL Bochum gescheitert. Der Hessenligist unterlag dem Zweitligist mit 2:3 (2:1). Bochums Ganvoula avancierte dabei mit drei Toren zum Matchwinner. Man of the Match wurde aber ein Baunataler.

Fußball. Über 5000 Fans im Baunataler Parkstadion, viele in Blau-Weiß, dazu eine tolle Stimmung und der Grönemeyer-Hit „Bochum“ - leicht zu erraten, wen der KSV Baunatal da im DFB-Pokal zu Gast hatte. Und wer geglaubt hat, der VfL Bochum würde mal eben das Parkstadion erobern und in die nächste Runde einziehen, hatte sich gewaltig getäuscht. Zwar gewann der Zweitligist am Ende mit 3:2, musste sich dafür aber gehörig strecken. Die Mannschaft von Trainer Tobias Nebe ging dem VfL nämlich richtig auf die Nerven, zeigte ein tolles Spiel und hatte die Sensation vor Augen. 

In der 15. Minute hatte Simon Zoller allerdings zu viel Platz, sprintete auf KSV-Torhüter Bielert zu und konnte erst im Strafraum von Maximilian Blahout gestoppt werden – aber nicht regelkonform, entschied Schiedsrichter Wolfgang Haslberger. Den Elfmeter verwandelte Ganvoula (18.). Bitter für den KSV Baunatal, die das bis dahin richtig gut gemacht hatten. Zudem hatte Blahout auch den Ball gespielt – knifflige Entscheidung.

Eine entscheidende Szene: Maximilian Blahout grätscht gegen Zoller, trifft den Ball, Schiedsrichter Wolfgang Haslberger entscheidet auf Elfmeter.

Geschockt wirkte der KSV aber nicht, kam durch Rolf Sattorov, der den Ball unter die Latte knallte, dem Ausgleich gefährlich nah (26.). VfL-Trainer Robin Dutt - der Hautfarbe nach zu urteilen gerade vom Urlaub aus der Karibik ins Parkstadion gereist - sah ein blasses Spiel seiner Elf, die kurz darauf den Ausgleich kassierte.

Rechtsverteidiger Janik Szczygiel flankt auf Maximilian Blahout und der erzielt das 1:1 (33.). Und das war durchaus verdient! Die Baunis zeigten sich von der Kulisse kein bisschen verängstigt und blieben frech, so wie Patrick Krengel, der an der Mittellinie VfL-Kapitän  Anthony Losilla mit einem Beinschuss vernaschte.

Und dann belohnten sich die Baunataler für ihre starke Leistung: Rolf Sattorov wird frei gespielt, findet in der Mitte Nico Schrader und schon lag der krasse Außenseiter mit 2:1 in Führung (45.)! Jetzt roch es gefährlich nach einem Überraschungserfolg für den KSV Baunatal! Die mitgereisten Bochumer Fans legten mehrfach eine Pause ein und feuerten ihre Mannschaft dann per „Wir wollen euch kämpfen sehen!“ an.

Das Spiel in Bildern gibt es hier.

Denn genau das war es: Man wurde das Gefühl nicht los, dass der VfL Bochum zu lässig in die Partie gegangen war und jetzt den Schalter nicht mehr umlegen konnte. Die Stimmung kippte, fast jeder gewonnene Zweikampf der Baunataler wurde gefeiert, der VfL hatte nur wenig zwingende Aktionen.

Zumindest bis zur 70. Minute. Denn da drehte der VfL Bochum das Spiel! Zuerst taucht Ganvoula frei vor Bielert auf und trifft zum 2:2 (70.) und nur eine Minute später trifft wiederum Ganvoula zuerst die Latte, staubt danach aber ab – 3:2 für den VfL - verrückt!

Von diesem Doppelschlag zeigten sich die Baunataler jetzt aber geschockt, kämpften weiterhin leidenschaftlich, doch diese Führung ließ sich das Team von Robin Dutt nicht mehr nehmen. Zoller vergab die Chance zum entscheidenden 4:2, Bielert fischte einen Distanzschuss von Losilla aus dem Winkel – die Luft war raus beim KSV Baunatal.

Man of the Match: Baunatals Nico Schrader.

Der Hessenligist hat sich an diesem Abend teuer verkauft, die Sensation lag zeitweise in der Luft, ein toller Pokalabend für den KSV - nur die Krönung mit dem Einzug in die nächste Runde blieb aus.

Zum Man of the Match wurde dann nicht etwa Ganvoula, sondern Baunatals Nico Schrader gewählt - auch das nicht unverdient. "Ich bin zwar stolz auf die Auszeichnung, hätte sie aber lieber Ganvoula überlassen und 4:3 gewonnen", so Schrader nach dem Spiel.

 

Aufstellungen

KSV Baunatal: Bielert, Szczygiel, Künzel, Borgardt, Blahout, Krengel, Schäfer, Springer, Möller, Sattorov, Schrader (70. Pforr)

VfL Bochum: Riemann, Bella Kotchap, Lorenz, Soares, Losilla, Baumgartner (53. Pantovic), Eisfeld, Lee (58. Bapoh), Maier, Ganvoula, Zoller

Zuschauer: 5748

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