Dilemma begann in der Bibel

Fulda. Mit Adam und Eva und deren Vertreibung aus dem Paradies begann das Dilemma erluterte Jutta Beil, die Referentin der UFH-Mai

Fulda. Mit Adam und Eva und deren Vertreibung aus dem Paradies begann das Dilemma erluterte Jutta Beil, die Referentin der UFH-Mai-Veranstaltung den Unternehmerfrauen im Handwerk Fulda.

Jutta Beil ist Dipl. Sozialpdagogin, freiberufliche Familientherapeutin und systemische Beraterin. Als solche hat sie vor allem die Familie im Blick und an diesem Abend ganz besonders die Rolle der Frau. Um zu verdeutlichen, wie jede Frau stndig gleichzeitig in verschiedenen Rol-len steht, bat sie die Teilnehmerinnen um ein kleines Rollenspiel. Eine hielt dabei die Fden der unterschiedlichen Beziehungen in den Hnden, die je-weils eine andere Unternehmerfrau reprsentierte, zum Beispiel die Rolle als Tochter, als Mutter, als Schwiegermutter, als Ehefrau, als Freundin, als Kol-legin, als Chefin, als Telefonistin, als Putzfrau, als Buchhalterin, als Personal-rtin usw. usw. Sehr anschaulich wurde klar, dass Beziehungen gespannt sein knnen, auch mal durchhngen und abreien oder neu geknpft werden.

Beziehungsrollen

Die Ansprche der einzelnen Rollen wurden hrbar in einem einzigen Satz den die Beziehungsrollen formulierten. Und als dieser Satz von allen gleichzeitig ausgesprochen worden war, wurde unberhrbar, dass es Menschen unmglich ist, allen Rollen gleichzeitig gerecht zu werden. Jutta Beil stellte damit sehr plastisch dar, alle Rollen auf einmal gleich gut ausfllen zu wollen ist unmglich. Deshalb gilt es, diesen Anspruch an sich selbst zu ndern.

Provokativ fragte Jutta Beil ihre Zuhrerinnen Wie wichtig sind Sie sich selbst? Frauen seien die geborenen Kmmerinnen, sie kmmern sich um alles und um jeden, aber kmmern sie sich auch um sich selbst? Dieses Gut-zu-sich-selber-sein beginne schon am frhen Morgen, wenn Frau in den Spiegel schaue. Mit einem Guten Morgen, Du Schne solle der Tag begin-nen, denn sich selber lieb haben und glckliche Momente ohne schlechtes Gewissen genieen, das sei der Weg zum zufriedenen Leben. Allerdings msse sich jede Frau eigenverantwortlich in Bewegung setzen. In kleinen Schritten lassen sich auch groe Ziel erreichen.

Frau muss nicht ihren Mann stehen und solle sich selber auch nicht zu wichtig nehmen, so die Referentin. Sie machte Mut zum Delegieren und ein-fach auch mal zu sagen: Ksst mir die Fe, ich geh jetzt. Vorher jedoch immer klare Absprachen treffen.

Dreh- und Angelpunkt

Ohnehin sei der Dreh- und Angelpunkt das Sprechen und das Miteinander kommunizieren. Wer sich klar ausdrckt, wird seltener missverstanden. Darin mssen wir Frauen uns oft noch ben, denn vielmals denken wir, der andere msse fhlen, was wir meinen, so die Referentin. Frauen drfen auch ich sagen, z.B. ich kann das, ich will das ich tu das. Wichtig sei die Authenti-zitt und die Ehrlichkeit gegenber den Mitmenschen. ber die Kommunika-tion lassen sich auch Kompromisse finden, mit denen es sich fr beide Seiten leben lsst.

Zum Thema Mitarbeiterfhrung hatte Jutta Beil ein besonderes Anliegen an die Unternehmerfrauen in ihrer Rolle als Chefin. Durch die Arbeit als Famili-entherapeutin und mit Trauernden komme sie oft in Kontakt mit Menschen, die einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften haben. Diese Menschen brauchen auch die Untersttzung durch den Arbeitgeber und es sei nicht da-mit getan, jemanden einfach zu beurlauben. Vielmehr sei es wichtig, den Be-troffenen Zeit und Raum zu geben, das Erlebte zu verarbeiten. Das kann manch einer am Besten am Arbeitsplatz, obwohl seine Leistung vielleicht nicht hundertprozentig sein wird.

Balance finden

Hierzu versicherten die Unternehmerfrauen der Referentin, dass gerade in den kleinen Handwerksbetrieben die Mitarbeiter sozusagen mit zur Familie gehren und deren Sorgen auch unmittelbar die Sorgen der Unternehmerfa-milie seien. Abschlieend betonte Jutta Beil, dass Arbeit zum Leben gehre, so wie es schon in der Bibel stehe, dass es aber an uns selber liege, die richtige Balance und Einstellung dazu zu finden.

Ellen Simon, 1. Vorsitzende UFH Fulda, bedankte sich bei Jutta Beil fr die Tren, die sie durch ihre Gedanken geffnet habe. Sie wnsche sich, dass diese genutzt werden.

Vereinsintern gab Ellen Simon zwei neue Mitglieder bekannt: Katja Kmpel-Storch und Rebecca Bech. Des Weiteren lud sie zu den beiden nchsten Veranstaltungen ein, der Fahrt nach Augsburg am 20. und 21. Juni 2007 zu KEIMFARBEN und dem Infor-mationsabend bei PERSPEKTIVA am 18. Juli 2007.

Auerdem berichtete sie von der Obermeister-Klausurtagung, zu der sie als Vorsitzende des Arbeitskreises der Unternehmerfrauen mit eingeladen war. Dort wurde das Ergebnis der Fragebogenaktion ber die Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft erarbeitet. Das abschlieende Resultat war der Aufruf und das gleichzeitige Versprechen der Kreishandwerkerschaft Fulda, zuknftig verstrkt fr alle Betrieb da zu sein.

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