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Erster Schritt zum Weltjugendtag

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Fulda. Der diesjährige Weltjugendtag am Palmsonntag stand bereits unter den Vorzeichen des großen Weltjugendtages, der vom 23. bis 28. Juli mit Paps

Fulda. Der diesjährige Weltjugendtag am Palmsonntag stand bereits unter den Vorzeichen des großen Weltjugendtages, der vom 23. bis 28. Juli mit Papst Franziskus in Rio de Janeiro stattfindet. Das Motto "Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern." (Mt 28,19) wird nicht nur in Rio die Jugendlichen begleiten, sondern war bereits das Thema für das Jugendfest "Hosanna – Weltjugendtag im Bistum Fulda". Die 180 Jugendlichen dachten gemeinsam mit Bischof Heinz Josef Algermissen in der katholischen Schule Marianum darüber nach, wie christliche Mission heute aussehen kann und welche Grundlagen sie braucht.

Die erste Voraussetzung sei die Begegnung mit Christus, machte Bischof Algermissen am Morgen zum Beginn der Palmsonntagsliturgie deutlich. "Jesus zieht nach Jerusalem ein, er zieht uns an, und so können wir auch heute andere anziehen. Nur selbst überzeugte und begeisterte Menschen können andere von Christus begeistern", machte der Fuldaer Bischof bei der Palmweihe in der Michaelskirche klar. Die Begeisterung für Christus, die gerade auch in den Hosanna-Rufen der Palmsonntagsprozession von der Michaelskirche über den Domplatz in den Dom zum Ausdruck kommt, müsse aber auch in den Alltag unserer Welt hinübergerettet werden. Dabei gelte: "Wir können Jesus nicht am Kreuz vorbei finden. Das zeigt dieser Tag in der großen Dichte." So war die Passion nach Lukas, die in verteilten Rollen von Jugendlichen vorgelesen wurde, ein zentraler Bestandteil der Liturgie im Dom. Der Jugendkathedralchor unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber gestaltete gemeinsam mit einer Band und Prof. Hans-Jürgen Kaiser an der Domorgel die Liturgiefeier musikalisch.

Bischof Algermissen führte die Jugendlichen am Nachmittag mit einem Impuls beim Bühnenprogramm in der Aula des Marianums weiter in die Grundlagen missionarischen Handelns ein. Er machte biblisch deutlich, dass zur Aufforderung, zu den Völkern zu gehen, auch die Zusage von Jesu Gegenwart gehöre. "Jesus gibt uns vor dem Auftrag, die Zusage: Ich bin bei euch, wenn ihr mich haben wollt." Das werde noch einmal besonders deutlich mit dem Blick auf die Erzählung vom brennenden Dornbuch im Alten Testament. Mose trete zunächst mit seinem "Hier bin ich" vor Gott, frage aber angesichts der großen Aufgaben schließlich zweifelnd "Wer bin ich?". Gott gebe ihm daraufhin die Zusage: "Ich bin mit dir und immer für dich da". "Diesen Dreischritt geistlichen Lebens müsst ihr versuchen, einzutrainieren", forderte Algermissen die Jugendlichen auf. "Das bleibt eine lebenslange Aufgabe, auch für mich nach 44 Jahren als Priester und 17 Jahren als Bischof. Gott ist bei uns und darauf dürfen wir vertrauen. So brauchen wir auch keine Angst zu haben, anderen Antwort aus dem Glauben zu geben."

Wie konkret diese Antwort sein kann, zeigten eindrucksvoll Sophia Sorg, Luisa Krieglstein, Anna Möller und Anna-Maria Schmidt aus Kalbach. Sie führten ein kleines Theaterstück auf, das sie unter der Leitung von Timo Hillenbrand einstudiert hatten. Darin weckt eine junge fröhliche Frau aus christlicher Motivation heraus drei vom Leben gestresste Personen auf. Sie überzeugt durch ihr offenes Herz, ihr Zuhören, ihre Fröhlichkeit und spricht ihnen Mut in schweren Zeiten des Lebens zu. Dadurch beginnen die drei Personen, über Gott nachzudenken und erwägen einen Besuch im Sonntagsgottesdienst. Drei weitere Zeugnisse von "Mission heute" gaben Kevin Michel, Sebastian Hartmann und Julia Gerk. Sie berichteten davon, wie sie entweder als Messdiener und Sternsinger, oder als Träger von "Jesus T-Shirts" oder als Helfer bei Nightfever, wo Passanten mit einer Kerze in die Kirche eingeladen werden, überzeugt ihren katholischen Glauben leben.

Nach dem Bühnenprogramm, das musikalisch vom Jugendblasorchester des Marianums unter der Leitung von Karl-Heinz Vogel gestaltet wurde, gab es am Nachmittag freie Angebote. Mehrere Gruppen besuchten Krankenhäuser und Altenheime und brachten den Menschen kleine Palmsträuße als Zeichen christlicher Nächstenliebe. Andere sprachen über den neuen Papst Franziskus, über die Berufung zum Ordensleben und über ein Leben aus dem Sakrament der Firmung. Ein weiterer Gesprächskreis informierte über das Leben als Christ in der DDR und ermutigte zum christlichen Handeln in der heutigen Gesellschaft.

Höhepunkt und Abschluss des diözesanen Weltjugendtages war der Gebetsabend mit Bischofssekretär Dirk Gärtner. Er machte in seinem Impuls deutlich, welche Kraft und innere Umwandlung das Sakrament der Beichte und Versöhnung mit Gott habe. Er selbst sei von einer Beichte auf dem Frauenberg in Fulda beim Rückweg in die Stadt so vielen grüßenden und freundlichen Menschen bewegt gewesen, die wohl auf seinen fröhlichen und unbeschwerten Blick reagiert haben. Auch Papst Franziskus habe seine Entscheidung zum Leben als Priester nach einer Beichte am Fest des hl. Matthäus getroffen. Anhand eines Bildes von der Berufung des Matthäus machte Gärtner deutlich: "Gott schaut jeden erbarmend und liebend an und wir sollen uns von ihm anschauen und berühren lassen. Dann können wir mit dem Blick Gottes andere anschauen und werden so Zeugen seiner Botschaft." Der Abend, mit Möglichkeit zum Gespräch und zur beichte bei mehreren Priester, wurde musikalisch gestaltet von der Band P.U.K aus Neuhof.

Jugendpfarrer Thomas Renze ist dankbar für den gelungenen Tag. "Ich habe mich gefreut, dass die Jugendlichen die missionarischen Angebote bei den Workshops zu gut angenommen und etwas für ihren Alltag mitgenommen haben. Sie sind im Glauben gestärkt nach Hause gegangen und das ist wichtig und gut", so der Leiter des Bischöflichen Jugendamtes als Veranstalter des diözesanen Weltjugendtages.

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