Gehobelt, dass die Späne fallen

Foto: SCW
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Willingen. Der Auslauf der Mühlenkopfschanze wurde mit moderner Technik präpariert.

Willingen. Modernste Technik kommt nicht nur rund um den Willinger Weltcup zum Einsatz, sondern auch direkt an der Schanze. Neben der Spezialfräse für die Anlaufspur und der so genannten to-beat-Line, die dem Zuschauer anzeigt, wie weit der Athlet springen muss, um den Führenden zu schlagen, setzte das Team um Schanzenchef Wolfgang Schlüter auch bei der Präparierung des Auslaufs auf eine Neuerung: Mit einem speziellen Hobel wurde die Fläche in rekordverdächtiger Zeit für die heutigen ersten Sprünge unter Flutlicht und die Wettkämpfe am Samstag (16 Uhr) und Sonntag (14.30 Uhr) fertiggestellt. "Eine gelungene Aktion", freut sich Schanzenchef Wolfgang Schlüter.

Der Hobel kam aus Winterberg nach Willingen. Die Kollegen des westfälischen Skiclubs, mit dem der SC Willingen gute Kontakte pflegt, leisteten gerne "Schanzen-Hilfe". Günther Abel, der den Hobel vor 10 Jahren bei einen Springen in Skandinavien entdeckte, war von dem Gerät sofort fasziniert. Die Idee, solch einen Hobel auch im Olympiastützpunkt Willingen/Winterberg einzusetzen, ließ ihn fortan nicht mehr los. Vor fünf Jahren setzte er den Plan in die Tat um und baute mit einer Firma einen Schanzenhobel Marke Eigenbau. Inzwischen hat Günther Abel mit dem Gerät eine Menge Erfahrung gesammelt.

Deshalb reiste der Winterberger am Dienstag und Mittwoch ins Strycktal an und legte gemeinsam mit den Willingern selbst Hand an. Er steuerte den Hobel, der auf zwei Sprungskiern montiert ist und von einer Seilwinde den Schanzenauslauf hochgezogen wird. "In der Mitte des 2,80 x 1,80 Meter großen Geräts ist ein Sägeblatt montiert, das je nach Einstellung den Schnee mehr oder weniger abhobelt", erklärt Abel.

Der Schnee fängt sich dann vor einem Kantholz und verteilt sich beim Hochziehen in die kleinen Vertiefungen am Hang. Direkt dahinter läuft eine rund 300 Kilo schwere Walze, die den losen Schnee in den Hang presst. "Diese Walze erzeugt im Schnee das gleiche Muster, als wenn das alpine Tretkommando die Fläche festgetrampelt hätte", so der frühere Skispringer und Olympiateilnehmer.

Diese maschinelle Hilfe spart viel Zeit und Muskelkraft. So schafften die Helfer Volker Leyhe (Schwalefeld), Ralf Trachte (Deisfeld), Florian Wilke (Eimelrod) und Dennis Habermann (Hemmighausen) die Präparierung der Fläche an zwei Tagen in etwa 13 Stunden. Dass die beiden Pistenraupenfahrer Björn Wäscher (Willingen) und Konrad Joos im Vorfeld einen super Job gemacht haben, betont Abel ausdrücklich. Insofern kam der Hobel optimal zum Einsatz. Und trotz aller Technik ist das Tretkommando am Mühlenkopf nicht arbeitslos: Das Team um Jörn Kesper erledigt noch den Feinschliff, damit die Springer sicher ihren Telemark setzen können.

Überhaupt war die Schanze diesmal in Rekordzeit hergerichtet: In der vergangenen Woche war am Mühlenkopf noch alles grün. Am Samstag legten die vielen ehrenamtlichen Helfer los und nach fünf Tagen an Mittwochabend war die Großschanze für den 14. Weltcup startklar. Schanzenchef Schlüter: "Das ganze war nicht zuletzt aufgrund der idealen Witterung eine Bombensache."

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