Ein Grieche erklimmt in Willingen den Skisprung-Olymp

Willingen. Einen griechischen Skispringer bei einem Weltcup-Skispringen in Willingen hat es noch nie gegeben. Beim internationalen Skispringen vom 8.

Willingen. Einen griechischen Skispringer bei einem Weltcup-Skispringen in Willingen hat es noch nie gegeben. Beim internationalen Skispringen vom 8. bis 10. Februar wird Nico(las) Polychronidis für die Hellenen an den Start gehen. Seine Wurzen liegen allerdings nicht in Griechenland, sondern im Allgäu. Er wohnt seit seiner Geburt in Oberstdorf, ist im Skiinternat zur Schule gegangen, und dort hat er auch das Skispringen gelernt. "Ich hab schon als Dreijähriger im Fernsehen Skispringen angeschaut und immer gesagt, das mache ich auch mal", erzählt Nico. Mit sieben Jahren war es soweit.

Bis heute mit 23 Jahren ist der griechische Bayer, der an der Fachholschule Erding ein Fernstudium im Sportmarketing absolviert, seiner Lieblingssportart treu geblieben. Viele Jahre hat er beim SC Oberstdorf trainiert, wo er immer noch Mitglied ist. "Ich habe dem Verein einiges zu verdanken, starte aber jetzt durch den Verbandswechsel für den Skiclub Drama nahe meiner griechischen Heimat Kavala", so Polychronidis. In Willingen gibt es übrigens ein gleichnamiges griechisches Spezialitätenrestaurant, das er vielleicht besuchen will, wenn es die Zeit erlaubt. Aber nicht nur wegen der Aussprache ist er ein waschechter Bursche aus dem Allgäu ("Mai Hoamat"). Seine Mutter ist Deutsche, sein Vater Grieche.

Um sich seinen großen sportlichen Traum zu erfüllen, startet Nico nun für Griechenland. Der geht bald mit dem Start bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften im italienischen Val di Fiemme in wenigen Wochen in Erfüllung. Und im nächsten Jahr will er als Grieche an den Olympischen Winterspielen in Sotschi/Russland teilnehmen. In einer Weltcup-Konkurrenz wie jetzt auf der Willinger Mühlenkopfschanze ("Hier beginnt meine Weltcup-Karriere") geht er zum ersten Mal über den Bakken und erklimmt somit aus griechischer Sicht im Upland den Skisprung-Olymp. Den dazu nötigen Qualifikationspunkt hat er beim Continentalcup in Titisee-Neustadt gewonnen. Vor zwei Jahren war er als Vorspringer schon einmal in Willingen dabei und kennt daher die größte Großschanze der Welt "Die tolle Stimmung macht den Willinger Weltcup zu etwas Besonderem, das war für mich ausschlaggebend, hier einsteigen zu wollen", erklärt "Flying Nico". Aus dem Conticup kennt und schätzt er den Schwalefelder Stephan Leyhe (Ski-Club Willingen).  Zuletzt hat er sich mit dem deutschen Team eine Kabine geteilt. "Mit Stephan kann man nur gut auskommen, er ist ein guter Kerl und ein starker Springer."

Für das kommende Weltcup-Skispringen in Willingen müssen Ski-Club und Gemeinde nun erst einmal die griechische Flagge besorgen. "Von dem Fahnenproblem in Willingen habe ich schon gehört", schmunzelt der griechische Adler, "aber ich freue mich, dass ich auch als No Name so wahrgenommen werde."

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