Treffsicher: Eine Runde Minigolf mit Vize-Weltmeisterin Katja Klahold-Schön

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Fester Stand und dem Ball ja nicht nachschauen während man schlägt: Katja Klahold-Schön weiß, worauf es beim Minigolf ankommt.

Es sieht so einfach aus, doch jeden Sommer verzweifeln zahlreiche Minigolfer beim Versuch, den kleinen Ball einzulochen. Vize-Weltmeisterin Katja Klahold-Schön weiß, worauf es beim Minigolf ankommt und hat uns auf der Bahn des MGC Vellmar ein paar Tipps gegeben.

Minigolf. Minigolf ist wie FIFA spielen auf der Playstation. Verliert man, hat der Gegner unglaubliches Glück gehabt oder der Controller funktionierte einfach nicht richtig – ist doch klar. Ähnlich ist es beim Minigolf, nur mit etwas anderen Ausreden. Beim Minigolf ist dann die Bahn schief oder der Schläger merkwürdig und schon steigt der Frustrationspegel. Spielt man allerdings gegen Katja Klahold-Schön (47) vom MGC Vellmar kann man sich sicher sein: Man ist ganz einfach schlechter als sie. „Die Bahn zählt nicht als Ausrede, zumindest nicht hier. Beim MGC sind die Bahnen sehr gut gepflegt“, stellt Klahold-Schön gleich mal klar. Sie wurde erst vor Kurzem Dritte bei den Deutschen Meisterschaften und anschließend Vizeweltmeisterin mit der Mannschaft bei der Minigolfweltmeisterschaft der Hörbehinderten. Wir haben uns mit Katja Klahold-Schön getroffen, um ein paar Bahnen zu spielen – und sie weiß, worauf es beim Minigolf ankommt.

Während manche Spieler mit bis zu 80 Bällen zu einem Wettkampf reisen, kommt Katja Klahold-Schön auch mit deutlich weniger Bällen zurecht.

Los gehts auf Bahn 7: Das Netz. Hier spielt man den Ball über eine Rampe in ein Netz. – wie der Name schon sagt. Bevor es los geht, greift Klahold-Schön in eine Tasche mit rund 20 Bällen. Sie nimmt einen heraus, lässt ihn auf die Bahn fallen und nimmt einen anderen Ball. „Jeder Ball ist anders, ist leichter oder schwerer, man muss den für sich perfekten Ball auf der jeweiligen Bahn finden“, sagt Klahold-Schön. Im Internet kann man sich die Bälle bestellen und selbst zusammenstellen lassen – von der Konsistenz so weich oder hart wie man will. Bei der Weltmeisterschaft gab es Spielerinnen, die hatten bis zu 80 verschiedene Minigolfbälle dabei. „Die Italiener sind da ganz verrückt, die nehmen sich eine Box mit und wärmen ihre Bälle, damit sie mehr Grip haben. Erst wenn das Thermometer die perfekte Temperatur anzeigt, spielen sie.“ Sachen gibts. Nach zwei Schlägen ist der Ball im Netz.

Wir bleiben beim Thema Minigolfbälle und wechseln zu Bahn 11 mit dem Namen „Blitz“. „Hier spiele ich am liebsten mit dem Flummi – aber das muss jeder für sich entscheiden“, sagt der Profi. Katja Klahold-Schön reist mit fünf verschiedenen Bällen zu einem Turnier, das reiche ihr, sagt sie. Trainiert wird einmal in der Woche. Preisgelder für Turniersiege gibt es, leben kann man davon aber nicht. Beim „Blitz“ geht sie auf Nummer sicher, nähert sich dem Loch mit dem ersten Schlag und trifft mit dem zweiten. Ich verhaue den ersten Schlag total und brauche drei Versuche – noch ist alles drin.

Danach geht es an die Bodenwelle. Sie ist ebenfalls eine typische Zweierbahn, sagt Schön. „Beim Minigolf ist es wichtig, gerade zu stehen und dem Ball nicht nachzuschauen während des Schlags, sonst dreht man die Schulter ein und der Schlag wird unpräzise.“ Und neben den Bällen ist natürlich auch der Schläger wichtig, wenn man gut Minigolf spielen will, sagt Katja Klahold-Schön, die auch 1. Vorsitzende des Schwerhörigen Sport-Club Kassels ist. Die Bodenwelle schafft sie wieder mit zwei Schlägen. Wenn sie trainiert, will sie allerdings jede Bahn mit einem Schlag absolvieren. Unsere Partie ist aber eher ein Freundschaftsspiel. Bei der WM hat sie für die 18 Bahnen im Schnitt 32 Schläge benötigt. Bei der WM in Bamberg spielte die spätere Weltmeisterin aus Italien eine Runde mit 23 Schlägen. „In Italien und Schweden ist Minigolf fast schon ein Volkssport, die nehmen das richtig ernst. Ich spiele mehr zum Spaß – ehrgeizig bin ich bei einem Wettkampf aber natürlich schon.“ Hier ist Minigolf zwar kein Volkssport, aber ein großer Sport auf kleinen Bahnen – besonders in der Freibadsaison. Dass Minigolf aber durchaus ein Zuschauermagnet sein kann, hat die WM in Bamberg gezeigt. „Das war schon toll, eine Weltmeisterschaft im eigenen Land und vor deutschem Publikum zu spielen. Obwohl natürlich nicht so viele Zuschauer wie bei einem Fußballspiel da waren, hat es total Spaß gemacht“, sagt Katja Klahold-Schön. Im September geht es zu den Deutschen Meisterschaften nach Hamburg, dort will sie sich wieder für die WM qualifizieren.

Gerade stehen, fester Stand, den Ball nicht nachschauen und das richtige Equipment – so einfach kann Minigolf sein, ist es aber nicht. Dass Katja Klahold-Schön schon ein paar Stunden auf der Bahn verbracht hat, sieht man ihren Schlägen an. Trotz nützlicher Tipps gewinnt sie das kleine Duell deutlich – mit ganz viel Glück natürlich.

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