Huskies: Der Stolz wird überwiegen

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Nach Saison-Ende für Schlittenhunde: Eine Spielzeit, die man nicht vergessen wird

Eishockey. Es war einer dieser Abende, der in die Geschichtsbücher des Kasseler Eishockey eingehen wird. 103 Minuten dauerte das Spiel zwischen den Kassel Huskies und dem EV Landshut. Dann traf Ty Morris zum 3:2 für die Gäste. Es war gleichzeitig der vierte Sieg in der Best-of-Seven-Playoff-Serie. Und das Aus der Schlittenhunde. Das Aus nach einer Saison, die niemand den Huskies zugetraut hätte: Nicht absteigen war das Ziel ursprünglich. Mit einer in kürzester Zeit zusammengestellten Mannschaft. Nach einer Kurzzeit-Insolvenz im Sommer. Einem Saisonauftakt der nach Braunlage verlegt werden musste, weil die alte Eishalle noch saniert wurde. Keine optimalen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison eigentlich.Und doch kam es anders: Der Aufsteiger begeisterte mit schnellem Spiel. Junge, wilde Spieler sorgten für ungläubiges Staunen auf den Rängen. Spieler wie Mike Collins (Topscorer) und Mika Järvinen (Top-Torwart) ließen die Gegner zittern. Aber auch Routiniers wie Sven Valenti und  Manuel Klinge – langjährige Kasseler Jungs – begeisterten.Ergebnis der neuen Kasseler Eishockey-Euphorie: Platz drei nach der Hauptrunde, die direkte Qualifikation für die Playoffs – vom Abstieg keine Rede mehr.Und dann? Dann kam die Serie gegen Landshut. Bitter: Es war eine Serie aus Pleiten, Pech und Pannen: 2:3-Overtime-Niederlage in Spiel eins. Weil die Huskies nicht wussten, dass die Pause vor der Verlängerung nur 15 und nicht 18 Minuten lang ist. Folge: Zwei Minuten Strafbank, die erste Niederlage.In Landshut schließlich gab es im zweiten Spiel schlicht nichts zu holen. 4:1 nach 60 Minuten.Spiel drei – diesmal wieder in Kassel – sollte Hoffnung machen. 6:3 nach 60 Minuten. Endlich nutzten die Jungs von Trainer Rico Rossi ihre Chancen.Spiel vier schließlich wurde zur Farce: Angeblich wärmte sich ein Landshuter Ersatz-Torwart auf, der allerdings nicht spielberechtigt war. Betrug? Die Huskies erhoben Einspruch, ein Ergebnis steht noch aus. Wichtiger war allerdings, dass Landshut – abermals nach Verlängerung – mit 3:2 siegen konnte. 3:1 stand es also in der Serie.Und dann kam der Sonntagabend in Kassel. Das längste Spiel in der Geschichte des Kasseler Eishockeys. Es kam Mike Collins, der in Minute 101 einen Penalty vergab. Und es kam Ty Morris, der eine Minute später seinen Club ins Halbfinale und Kassel aus der Saison ballerte. Und doch war da noch nicht Schluss. Denn dann zeigten Kassels Fans, wie man mit Niederlagen umgeht: Minutenlang feierten sie ihre geschlagenen Helden. Verabschiedenten sie aus einer tollen Saison. Und freuen sich bereits heute auf den Herbst 2015 – denn dann heißt es wieder: "Eishockeyzeit in Kassel."

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