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Jeder dritte Hesse ist im Sportverein

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Genau 2.058.323 Mitglieder haben die 7.746 im Landessportbund Hessen organisierten Sportvereine. 1.548 Mitglieder weniger als im Vorjahr.

Hessen. Genau 2.058.323 Mitgliedschaften haben die 7.746 im Landessportbund Hessen e.V. (lsb h) organisierten Sportvereine zum Stichtag 1.1.2015 gemeldet. Das bedeutet einen leichten Rückgang um 1.548 Personen oder 0,08 Prozent gegenüber dem Vorjahr, womit sich der leicht rückläufige Trend fortsetzt. Dennoch gehört mehr als ein Drittel der Bürgerinnen und Bürger einem hessischen Sportverein an; der Sport bleibt die größte und mitgliederstärkste Bürgerbewegung in unserem Land.

"Diese beeindruckenden Zahlen sind der Verdienst der vielen Frauen und Männer, die sich meist ehrenamtlich als Übungsleiter, Betreuer, Abteilungsleiter oder Vorstandsmitglieder in unseren Vereinen engagieren", kommentiert lsb h-Präsident Dr. Rolf Müller das Ergebnis der neusten Bestandserhebung.

Veränderte Altersstruktur

Während sich die Gesamtzahl der Mitgliedschaften seit Jahren als sehr stabil erweist (weniger als ein Prozent Veränderung in den letzten fünf Jahren), zeigt sich innerhalb der Altersklassen ein differenziertes Bild, das die demografische Entwicklung in Hessen widerspiegelt:

Bei den Mitgliedschaften von Kindern und Jugendlichen ist ein Rückgang von 5.774 zu verzeichnen (nach -7.433 im Jahr zuvor). Dies ist vor allem als Folge der demografischen Entwicklung zu sehen: Im vergangenen Jahr sank auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen in der hessischen Bevölkerung.

Betrachtet man den Zeitraum von 2003 bis 2015, reduzierte sich die Zahl der Mitgliedschaften von Kindern und Jugendlichen in Sportvereinen um 11.214, in der gesamten hessischen Bevölkerung um 117.000. Während die einzelnen Jahrgänge bei den Kindern heute durchschnittlich rund 54.000 Menschen zählen, sind es bei den 40- bis 50-Jährigen noch an die 100.000 Bürger pro Jahrgang.

"Diese Zahlen zeigen, mit welcher Wucht die demografische Verschiebung vor sich geht. Sie wird unser Land und den Sport vor gewaltige Herausforderungen stellen", ist Dr. Müller sicher. Schließlich gilt nach wie vor, dass der Sport bei den Kindern zwischen sieben und 14 Jahren seinen höchsten Organisationsgrad erreicht: 78 Prozent der Bevölkerung in dieser Altersklasse sind auch Mitglied im Sportverein. "Den Vereinen muss deshalb ein Spagat gelingen: Sie müssen sich um den weniger werdenden Nachwuchs kümmern, gleichzeitig aber die wachsende Zielgruppe der über 40-Jährigen nicht aus den Augen verlieren", so der lsb h-Präsident. "Diese Aufgabe kann nur durch Flexibilität, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit sowie die Entwicklung neuer und richtungsweisender Ideen erfolgreich bewältigt werden."

Eine Veränderung zeichnet sich unterdessen auch bei den gemeldeten Sporttreibenden im mittleren Alter ab: Die Zahl der Mitgliedschaften in der Altersklasse 19–26 Jahre sank im zweiten Jahr in Folge und zwar noch etwas deutlicher um 2.210 (2014: -1.438). Bis zum Jahr 2014 hatte diese Altersgruppe noch leichte Zuwächse verbucht. Auch in der Altersklasse der 27- bis 40-Jährigen setzt sich der Mitglieder-Rückgang fort. Seit 2012 ist die Mitgliederzahl insgesamt um rund 4.500 gesunken (-1.690 in 2015).

Im Kontrast hierzu steht die Entwicklung bei den höheren Altersklassen: Fast 3,4 Millionen der rund sechs Millionen hessischen Bürger sind älter als 41 Jahre. Seit 2003 wuchsen diese Altersgruppen um rund 345.000 Personen. Die Zahl der Sportverein-Mitglieder in dieser Altersklasse stieg im gleichen Zeitraum um rund 120.000. Darin enthalten sind 8.126 neue Mitglieder, die per 1.1.2015 hinzukamen.

Müller ist sich deshalb sicher, dass der organisierte Sport in Hessen weiter zu den größten Personenvereinigungen des Landes zählen wird: "Der Ideenreichtum und das Engagement in unseren Vereinen sorgen dafür, dass dies auch so bleibt."

Die Bestandserhebung 2015 zeigt zudem, dass Männer in Sportvereinen weiterhin die Mehrheit stellen, obwohl Frauen 51 Prozent der hessischen Bevölkerung ausmachen: In Vereinen beträgt ihr Anteil unverändert 41,5 Prozent. Hier bestehen allerdings große Unterschiede zwischen den einzelnen Sportverbänden.

Sportverbände

Die Reihenfolge der größten Sportverbände bleibt auch in diesem Jahr stabil: An der Spitze der 54 hessischen Fachverbände behauptet sich unangefochten der Hessische Turnverband mit 592.842 Mitgliedern (Vorjahr 592.555) in 2.120 Vereinen. Der Frauenanteil beträgt dort fast 70 Prozent. Eine Männerdomäne (Anteil circa 90 Prozent) ist hingegen der Fußball: In den 2.148 Vereinen des Hessischen Fußball-Verbandes sind insgesamt 493.694 (Vorjahr 489.418) Mitglieder organisiert.

An dritter Stelle folgt der Hessische Tennis-Verband mit 122.977 (Vorjahr 124.044) Mitgliedern in 787 Vereinen. Dem schließen sich der Hessische Schützenverband mit 100.164 Mitgliedern (Vorjahr 102.331) in 1.090 Vereinen, der Hessische Leichtathletik-Verband mit 96.772 Mitgliedern (Vorjahr 96.076) in 901 Vereinen und der Hessische Handball-Verband mit 86.805 Mitgliedern (Vorjahr 87.913) in 433 Vereinen an.

Sportkreise

An der (zahlenmäßigen) Spitze der Sportkreise steht weiterhin der Sportkreis Frankfurt mit 190.180 Mitgliedschaften (Zuwachs um 8.836) vor dem Sportkreis Darmstadt-Dieburg, der jetzt 144.443 Mitgliedschaften zählt. Ihnen folgen der Sportkreis Main-Kinzig (135.526 Mitgliedschaften), der Sportkreis Region Kassel (128.488) sowie die Sportkreise Offenbach (112.448), Wetterau (109.886) und Lahn-Dill (108.038).

Auch gemessen an der Zahl der zu betreuenden Vereine bleibt die bisherige Reihenfolge der Sportkreise unverändert: Der Sportkreis Main-Kinzig behält mit 578 Vereinen den Spitzenplatz, gefolgt von den Sportkreisen Region Kassel (477), Wetterau (459), Lahn-Dill (450), Frankfurt (427), Darmstadt-Dieburg (423) und Marburg-Biedenkopf (391).

Sportvereine

Die Zahl der im Landessportbund Hessen organisierten Vereine sank gegenüber dem Vorjahr um acht und beträgt nun 7.746. Mehr als zwei Drittel davon (nämlich 5.369 bzw. 69 Prozent) betreiben jeweils nur eine Sportart. 2.004 Vereine (26 Prozent) bieten zwischen zwei und fünf Sportarten an, 296 Vereine (vier Prozent) zwischen sechs und neun Sportarten. Immerhin 77 Vereine haben ein weit gefächertes Angebot mit zehn und mehr Sportarten.

3.182 hessische Sportvereine (41,1 Prozent) zählen jeweils weniger als 100 Mitglieder. Sie stellen 7,8 Prozent aller Mitgliedschaften. 1.784 Vereine (23,0 Prozent) haben zwischen 101 und 200 Mitglieder, 872 Vereine (11,3 Prozent) zwischen 201 und 300 Mitglieder, 886 (11,4 Prozent) zwischen 301 und 500 Mitglieder und 702 (9,1 Prozent) zwischen 501 und 1.000 Mitglieder.

Immerhin 320 Vereine (4,1 Prozent) gehören zu den Großvereinen mit mehr als 1.000 Mitgliedern. Sie repräsentieren mit 598.929 Mitgliedschaften fast ein Drittel (29,1 Prozent) aller Mitglieder im Landessportbund Hessen.

Größte Sportvereine

Größter Verein im Landessportbund Hessen ist neuerdings Eintracht Frankfurt mit 28.827 Mitgliedern (+3.458 Mitglieder). Es folgen die Turngemeinde Bornheim 1860 (27.517 Mitglieder), die Sektion Darmstadt-Starkenburg des Deutschen Alpenvereins (10.537), die Frankfurter Turn- und Sportgemeinschaft 1847 (9.187), die Sektion Frankfurt des Deutschen Alpenvereins (7846), der Kultur- und Sportverein Baunatal (6128), die Sektion Kassel des Deutschen Alpenvereins (4982), die Sportgemeinschaft Arheilgen (4453), die Turngesellschaft Walldorf (4444) sowie die Sport- u. Kulturvereinigung 1879 Mörfelden (4347).

Neu aufgerückt in diese Liste der größten Vereine ist niemand. Lediglich die Mitgliederzahlen und die Rangfolge haben sich leicht verschoben. Dabei wachsen diese Vereine dynamisch weiter: Im letzten Jahr erreichten allein diese zehn einen Zuwachs von insgesamt 6.405 Mitgliedern.

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