Kassel baut neue Groß-Sporthalle am Auestadion

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Stadt, Land und Universität kooperieren: Drei-Felder-Halle und Kunstrasenplatz entstehen für knapp sieben Millionen Euro.

Kassel. Kassel bekommt eine neue, große Drei-Felder-Sporthalle. Das wurde am Montag im Rathaus bekannt gegeben. Der Neubau, der in Kooperation mit der Universität Kassel entsteht, wird in unmittelbarer Nähe zum Auestadion und zur bestehenden Auepark-Halle gebaut: Direkt hinter dieser bestehenden Halle befindet sich ein großer Rasenplatz, der –nach aktuellem Planungsstand – ab dem Jahr 2017 bebaut werden soll. Da dieser Rasenplatz dann dem Neubau zum Opfer fällt, wird ein weiterer, bestehender Hartplatz unweit des Hockeyplatzes an den Giesewiesen in einen Kunstrasenplatz umgewandelt.

"Eine neue Drei-Felder-Halle wäre ein enormer Gewinn für die Sportstadt Kassel. Das Sonderinvestitionsprogramm des Landes eröffnet uns die Chance auf deren kostengünstige Realisierung. Diese Chance gilt es zu nutzen, denn unsere Schulen und Vereine haben großen Bedarf an zusätzlichen Hallenzeiten" so Kämmerer Christian Geselle, der das Vorhaben im Rathaus der Öffentlichkeit vorstellte.

Knapp sieben Millionen Euro sollen Neu- und Umbau kosten. 2,6 Millionen Euro soll die Stadt übernehmen, 1,5 Millionen die Uni. 2,7 Millionen Euro deckelt das "Programm für herausragende Investitionsmaßnahmen in Sportanlagen" des Landes Hessen. Glück: Dieses Förderprogramm war eigentlich bereits Ende 2015 beendet worden, doch konnte das Land von dem Bauvorhaben überzeugt werden, die Gelder fließen dennoch. Nach dem Ausfall der maroden Sporthalle "Marbachshöhe" und den weitere steigenden Studierendenzahlen waren Stadt und Uni unter Zugzwang, mehr Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. Der Neubau soll "merklich für Entlastung" sorgen, so Geselle. Am 1. Februar wird die Stadtverordnetenversammlung über den Neubau entscheiden – und wohl beschließen.

Zwischenruf von Thomas Lange

Planer der Stadt Kassel: Das habt Ihr gut gemacht. Dank des persönlichen Einsatzes der Mitarbeiter in Rathaus und Uni ist in Wiesbaden solange verhandelt und diskutiert worden, dass Fördergelder des Landes trotz einer verstrichenen Frist am Jahresende 2015 doch noch abgeschöpft werden können. Beachtliche 2,7 Millionen wird Wiesbaden in den Neubau am Auestadion stecken. Ohne das Geld hätte Kämmerer Christian Geselle wohl nie sein "OK" für solch ein Projekt geben können.

Damit leisten Stadt und Uni ihren Bürgern und Studierenden einen wichtigen Dienst: Hallenzeiten sind in Kassel mehr als knapp, kaum ein Verein, der nicht bangen muss, ein Dach über den Kopf seiner Aktiven zu bekommen. Seit die marode Halle in der Marbachshöhe gesperrt wurde und damit wegfiel, ist die Situation noch angespannter.

In Zeiten, in denen immer mehr Kasseler körperbewusst leben und immer mehr junge Menschen zum Studieren nach Kassel strömen, muss die Stadt "mitwachsen" – das tut sie nun auf gute Art und Weise. Erfreulich ist, dass der Standort "Sportareal am Auestadion" durch den Neubau, den weiteren Kunstrasenplatz und den neuen Fitness-Parcours weiter aufgewertet wird  und Kassel selbstbewusst neben Kunst- auch Sportstadt genannt werden kann.

Mit einem kleinen Wer­muts­trop­fen schaue ich dennoch auf diesen Neubau. Denn: Pläne, in Kassel eine hochmoderne Multifunktionshalle zu bauen und zu etablieren, dürften mit diesem Projekt vom Tisch sein. Einen weiteren, großen Hallen-Neubau mit finanzieller Beteiligung der Stadt wird es wohl eher nicht geben. Dann ist nur privat weiter alles möglich...

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