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Kasseler beim Ironman in Frankfurt: Kampf gegen den Schweinehund

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Von: Thomas Lange

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Moment der Erlösung: Dennis Ziegler im Zielbereich des Frankfurter Ironman. Nach weniger als 13 Stunden hatte er 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer radfahren und 42 Kilometer laufen zurückgelegt. 	Alle Fotos: Privat
Moment der Erlösung: Dennis Ziegler im Zielbereich des Frankfurter Ironman. Nach weniger als 13 Stunden hatte er 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer radfahren und 42 Kilometer laufen zurückgelegt. Alle Fotos: Privat © Lokalo24.de

32 Jahre alter Athlet Dennis Ziegler aus Kassel stellt sich Hardcore-Wettkampf: Schwimmen, radfahren, laufen - und das bei 40 Grad Celsius

Extremsport. Es gibt nur wenige Sport-Events die mehr vom Menschen abverlangen als ein Ironman ("Eisenmann").

Einer dieser Eisenmänner ist ein 32 Jahre alter Sportler aus Kassel: Dennis Ziegler (32) hat die Frankfurter Ausgabe des Ironmans erfolgreich zu Ende gebracht, sich den riesigen Strapazen gestellt: Unfassbare 3,8 Kilometer schwamm er durch den Langener Waldsee, brutale 180 Kilometer fuhr er auf dem Rennrad über südhessische Landstraßen, um schließlich noch einen Marathonlauf über 42 Kilometer als krönenden Abschluss dranzuhängen.

Unglaublich: Das ganze bei Temperaturen um die 40 Grad Celsius, ohne Schatten und unter Wettkampf-Bedingungen. Am Ende wurde er von 2643 Startern 1265., war fast 13 Stunden voll aktiv.

"Es war schon extrem heftig", sagt Ziegler, der einst als Ruderer international erfolgreich war und jetzt den Allround-Sport betreibt. "Man kann wirklich sagen, dass es ein Höllen-Rennen war."

Aufstehen um 4 Uhr, Start um 7 Uhr

Gemeisam mit Sport-Partner und Trainer Wassilius Kurig  wartete er am Sonntagmorgen ab 4 Uhr auf den Start,  mental bereits auf den Höllen-Wettkampf fokussiert. Der Startschuss zur Schwimm-Etappe fiel Sonntagmorgen um 7 Uhr. Fast 27 Grad hat der See, das Tragen eines Neoprenanzuges, der für mehr Auftrieb sogen sollte, wird da unmöglich. Ziegler: "Ich bin kontrolliert geschwommen, habe meine Kräfte geschont". Nach 1:19 Stunden stieg er aus dem Wasser und aufs Rennrad. Während der 180 Kilometer  durchs Rhein-Main-Gebiet machten Gangschaltung und Kette dem Kasseler Probleme. Hitze und Strapazen kamen dazu. "Bei Kilometer 170 dachte ich ernsthaft daran auszusteigen". Doch: Er geht auch den Marathon an. Schwindel und Dehydrierung bekommt er durch viele Liter Flüssigkeit in den Griff. Wasserduschen, Eiswürfel, Energie-Nachschub – "keine Versorgungsstelle habe ich ausgelassen."

Und obwohl er zwischendurch nicht mehr laufen kann, kommt er ins Ziel. Von Übelkeit im Magen, von Krämpfen und Blasen geschunden. "Zum Schluss war es eine ausgiebige Wanderung", muss er jetzt, zwei Tage später, schmunzeln. Nach 12:49:18 Stunden läuft er – platt, aber überglücklich – durchs Ziel.

Ob er sich nach seinem Start beim Klagenfurther Ironman 2013 – nochein drittes Mal einer solchen Belastung aussetzt, weiß er noch nicht. "Ich sage jetzt, dass ich es nie wieder mache – und in einem Jahr melde ich mich doch wieder an".Denn nach der Ankunft im Ziel seien Schmerzen, Qualen und Leid vergessen. Ziegler:  "Da ist man einfach stolz, es geschafft zu haben."

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