Kimm: „Ich lasse mich doch nicht erpressen“

Von Einigung keine Spur mehr Ex-Eigner der Huskies sagt: Mit Lippe verhandele ich nie mehr Und: Kimm will Bau der

Von Einigung keine Spur mehr Ex-Eigner der Huskies sagt: Mit Lippe verhandele ich nie mehr Und: Kimm will Bau der Mufu verhindern

Von KARSTEN KNDL

Eishockey. Im Dezember herrschte noch Friede, Freude, Eierkuchen. Der Dauerzoff zwischen Simon Kimm, Ex-Eigner der Kassel Huskies, und Rainer Lippe, Neu-Eigner der Schlittenhunde, schien beendet. Simon Kimm und Rainer Lippe einigen sich, hie es in einer gemeinsamen Presseerklrung. Doch jetzt scheinen die Fronten so verhrtet wie nie zuvor. In einer Presserklrung lie Simon Kimm ber seinen Anwalt Alexander Hassenpflug verlauten: Die Vergleichsverhandlungen zwischen Herrn Simon Kimm und der EC Kassel Huskies GmbH sind (...) gescheitert.

Im Dezember hatten Simon Kimm und Volker Wagner, kaufmnnischer Leiter der Huskies, eine Absichtserklrung unterschrieben. Darin vereinbarten beide Parteien, alle Rechtsstreite (Kimm: Rund acht bis neun) beizulegen. Auerdem sagte Kimm den Huskies zu, dass diese die Halle ber das Ende des Mietvertrages (30. April 2008) hinaus nutzen knnten bis zum 31. Dezember 2008, falls es beim Bau der geplanten Multifunktionshalle zu Verzgerungen kommen sollte.

Doch jetzt macht Simon Kimm einen Rckzieher. Und er sagt warum und geht mit Details der Absichtserklrung an die ffentlichkeit: Voraussetzung fr die Einigung war, dass Lippe die 375.000 Euro Lizenzgebhren freigibt, die ich seinerzeit bei der DEL fr die Huskies bezahlt habe und die mir nach dem Abstieg zustanden. Die liegen in Straubing auf einem Notaranderkonto. Doch Lippe hat das Geld bis heute nicht freigegeben, obwohl das eigentlich bis zum 20. Dezember geschehen sollte.

Und Kimm erhebt schwere Vorwrfe gegen Lippe: Der benutzt die 375.000 als Druckmittel fr die Einigung. Dabei haben die Huskies die Halle bereits ein Jahr mietzinsfrei genutzt. Und als die Mietzahlungen anstanden wurde die Miete auf Null gemindert, sowas hab ich noch nie erlebt. Dabei sei er den Huskies im Dezember noch weiter entgegen gekommen. Angesichts des Abstiegs htte er Wagner zugesagt, dass die Schlittenhunde fr dieses Jahr in der zweiten Liga nur den halben Mietzins zahlen mssten, das wren 5.500 Euro. Gezahlt wurde indessen noch gar nichts, seit 1. Juni 2006 kein Cent.Huskies-Anwalt Dr. Andreas Nodoushani habe Hassenpflug zwar angeboten, dass dieser die Hlfte des Geldes (185.000 Euro) treuhnderisch verwalten knne. Doch Hassenpflug sagt: Das ntzt mir gar nichts. Als Treuhnder kann ich das Geld ja nicht an Herrn Kimm auszahlen.

Dieter Mehlich (Vorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse), der im Dezember die Einigung als Vermittler auf den Weg gebracht hatte, kommentiert das endgltige Zerwrfnis so: Ich denke, dass wir damals einen sehr vernnftigen Kompromiss ausgearbeitet hatten, der fr beide Seiten tragbar war. Ich bin jetzt schon enttuscht vom Verhalten der Kassel Huskies.

Nachdem Kimm jetzt die Faxen dicke hat werden smtlich Gerichtsverfahren fortgesetzt. Darunter die Klage der Huskies gegen Kimm wegen angeblich geschuldeter Renovierungskosten in Hhe von 250.000 Euro. Darunter auch die Klage der Kasseler Sportsttten KG (Geschftsfhrer: Simon Kimm) gegen die Huskies auf Rumung der Eishalle und die Klage wegen rckstndiger Miete (derzeit 130.000 Euro). Auerdem wird Klage gegen die Huskies auf Zahlung der 375.000 Euro Lizenzgebhren erhoben.

Simon Kimm geht sogar noch einen Schritt weiter: Der Mietvertrag mit den Huskies endet jetzt unweigerlich am 30. April 2008. Und: Die Kasseler Sportsttten KG geht gegen den Bau der geplanten Multifunktionshalle vor, ein anwaltlicher Brief ins Rathaus ist unterwegs. Hassenpflug erklrt: Die Errichtung der Multifunktionshalle nur wenige Meter von der Eishalle entfernt ist ein eklatanter Versto gegen den Erbbaurechtsvertrag, den Simon Kimm in den 70er Jahren mit der Stadt Kassel geschlossen hat. Die Stadt kommt ihrer Konkurrenzschutzpflicht nicht nach. Und: Derzeit prft ein Kollege von mir die ffentlich rechtliche Zulssigkeit des Bebauungsplanes.

Eine Gemeinsamkeit bleibt Lippe und Kimm aber doch noch: Im Prozess Gibbs gegen die Huskies war Kimm dem Prozess beigetreten. Kimm erklrt: Das ist kein Schulterschluss mit Lippe. Es geht nur darum, hohe Provisionszahlungen an Joe zu verhindern. Die msste ich im Endeffekt ja doch zahlen.

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