KSV-Trainer Cramer vor dem WM-Spiel gegen Schweden: "Glaube nicht an den Umschwung"

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KSV-Trainer Tobias Cramer.

Am Samstag trifft die deutsche Nationalmannschaft in ihrem zweiten Spiel bei der WM auf Schweden und steht schon jetzt unter Druck. Was KSV-Trainer Tobias Cramer jetzt ändern würde.

Fußball. KSV Hessen Kassel-Trainer Tobias Cramer bastelt zur Zeit an seiner Oberliga-Mannschaft. Doch Zeit, sich um unsere WM-Fahrer in Russland Sorgen zu machen, hat er allemal: „Ich glaube nicht an den großen Umschwung. Jogi Löw ist stur. Der hält an seiner Taktik fest.“

An der zweifelt Cramer schon seit zwei Jahren: „Unser permanentes Ballbesitzspiel bringt uns schon lange nicht mehr weiter. Damit war Spanien und auch wir mal erfolgreich. Portugal hatte bei der Europameisterschaft schon aufs Umschaltspiel und auf Konter gesetzt.“ Vor allem im Sturm sieht Cramer große Probleme auf die deutsche Elf zukommen. „In der Mitte haben wir doch schon lange niemand mehr. Wann geht mal einer bis an die Torauslinie und flankt scharf in die Mitte? Warum auch? Da ist ja keiner. Wir wollen den Ball bis ins Tor tragen und sind berechenbar. Dazu kommt der ganze Druck von Außen. Özil zum Beispiel ist dem schon lange nicht mehr gewachsen. Der hat nur Fußball im Kopf. Was da mit Erdogan passiert ist, begreift der doch gar nicht.“

Aber auch mit dem modernen Spielertyp ist Cramer unzufrieden. „Da müssen sich der DFB und seine Ausbilder mal selbst an die Nase fassen. Die wollen doch gar keine Typen mehr. Die sind bekanntlich auch außerhalb des Platzes mal unbequem. Die wollen stromlinienförmige, angepasste Spieler. Einen Schweinsteiger, der bis zum Knochkotzen im Finale gekämpft hat, sehe ich nicht mehr.“

Deshalb glaubt Cramer auch nicht an den großen Umschwung durch Gespräche der Spieler. „Ich habe bisher nur Leute gesehen, die sich äußerst diplomatisch zu den Problemen geäußert haben. So ändert man nichts.“ Und wie würde Cramer etwas ändern? „Ich würde auf 4:1:4:1 umstellen. Gomez von Anfang an in die Mitte. Reus und Werner füttern ihn mit Flanken. Hinter ihnen lauert Müller. Khedira wäre draußen, der hat in der Nationalmannschaft schon lange nichts mehr angeboten. Kroos lenkt das Spiel aus dem defensiven Mittelfeld. Und Kimmich, den im ersten Spiel das Trainerteam mit seiner Vorwärtstaktik auf dem Gewissen hatte, geht erst nach vorn, wenn er seinen Gegenspieler im Griff hat.“

Und vor allem gelte es, die Schweden körperlich zu attackieren. „Wenn wir wieder Hacke-Spitze-Eins-Zwei-Drei von Beginn an spielen, fahren wir nach Hause.“

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