Aus die Maus: Deutschland verliert EM-Halbfinale gegen Frankreich

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Unglückliche 0:2-Niederlage bei der Fußball-Europameisterschaft gegen den Gastgeber. Frankreich am Sonntag im Endspiel gegen Portugal.

Region. "Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu." Dieser mehr oder weniger sinnträchtige aber inzwischen legendäre Spruch des früheren Bayern- und Schalker Fußball-Profis Uwe Wegmann bringt es auf den Punkt, was der deutschen Nationalmannschaft am Donnerstagabend im "Stade Vélodrome" in Marseille passierte. Erst hatten wir in der zweiten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit kein Glück, als der italienische Referee  Nicola Rizzoli einen mehr als fragwürdigen Handelfmeter gegen Bastian Schweinsteiger  pfiff und damit seine fragwürdige Entscheidung eines nicht gegebenen Strafstoßes im WM-Endspiel vor zwei Jahren gegen Argentinien wiedergutmachen und das Ausscheiden seiner Squadra Azzurra  im Viertelfinale gegen unser Team wohl "rächen" wollte. Und dann kam viel Pech bei zahlreichen vergeben Torchancen, Lattenschüssen und Verletzungen von Leistungsträgern dazu. Und so musste man nach 96 gespielten Minuten gegen den Gastgeber traurig konstatieren: Schade Deutschland, alles ist vorbei. Aus die Maus, vorbei der Traum, nach dem WM-Titel vor zwei Jahren in Brasilien nun auch die Europameisterschaft zu gewinnen.

Schade vor allem deshalb, weil Jogis Jungs in der südfranzösischen Metropole am Mittelmeer ihr  bestes Match im Turniers absolvierten und sich auch durch die verletzungs- und Gelbsperre-bedingten Ausfälle von Mario Gomez, Sami Khedira, Mats Hummels und dann auch noch Jérome Boateng nicht aus der Ruhe bringen ließen und – von fünf Minuten nach dem Anpfiff und nach der Pause ‘mal abgesehen – die Franzosen spielerisch klar dominierten. Die verlegten sich aufs Mauern und gelegentliche Konter, ohne das deutsche Tor von Manuel Neuer ernsthaft in Gefahr bringen zu können.  Bis eben auf jene ominöse 47. Minute und einen Aussetzer in der deutschen Abwehr Mitte der zweiten Hälfte. In diesen Minuten waren die genialen Momente eines Antoine Griezmann gefragt, der beide deutsche Patzer gnadenlos ausnutzte und "uns" und eiskalt bestrafte.

Da wären wir auch schon beim hauptsächlichen Manko im deutschen Spiel – einen solch coolen Vollstrecker hatten wir nämlich nicht in unseren Reihen. Bei Thomas Müller war der "Lack ab", wie er selbst sagte, und die Diskussion um eine falsche oder richtige Neun wird sich auch nach der EM in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren fortsetzen. Gerd Müllers und Miroslav Kloses wachsen eben nicht auf den Bäumen.

Einen weiteren Punkt gilt es zu verbessern – aus dominantem Ballbesitz und spielerischer Überlegenheit eben auch die entsprechenden Tore zu erzielen. Mittlerweile spielen die Deutschen den spanischen Tiki-Taka-Stil besser als das Original, das "60 bis 70 Prozent-Spielanteile-Genom" scheint vor allem von defensiv und taktisch gut eingestellten Gegnern jedoch entschlüsselt worden zu sein.

So dürfte es auch im Endspiel am Sonntag in Paris aussehen, wenn die destruktiven Portugiesen mit Selbstdarsteller Cristiano Ronaldo auf Griezmann und Co. treffen. Sollte sich am Ende doch niedere "Verteidigungskunst" gegen hohe Kreativität durchsetzen. Es bleibt zu befürchten. Und auch, dass "CR7" sich einmal mehr selbst inszeniert (siehe pro & contra auf dieser Seite) und am Ende mit einem (oder zwei) genialen Geniestreich(en) die Südeuropäer zu ihrem ersten Titel schießt.

Um "la mannschaft" braucht man sich indes keine Sorgen zu machen, auch wenn die Enttäuschung in den ersten Momenten nach der schmerzlichen Niederlage bei Spielern und Funktionären sowie die Tristesse auf den Fanmeilen der Republik überwog. Die Deutschen stellten das jüngste Team mit dem größten spielerischen Potenzial, haben hoffnungsvolle Talente vom Schlage eines Leroy Sané und Julian Weigl in ihren Reihen, bilden mit gestandenen Weltmeistern das Kernteam und dürften auch in den kommenden Jahren in der Weltspitze des Fußballs ganz vorne mitspielen.

Wenn – ja, wenn man dieses Potenzial nicht verheizt und das Spieler-Kapital nicht verbrennt. An aufgeblähten Turnieren mit (übertrieben!) San Marino und den Färöerinseln im Teilnehmerfeld kann niemand gelegen sein. Außer den in erster Linie von Kommerz bestimmten Verbänden UEFA und FIFA. Auch wenn die erfrischenden Isländer und Waliser und diesmal noch eines Besseren belehrten.  Leute wie Müller und Götze wirkten überspielt, nach nur kurzer Erholungszeit müssen sie wieder in Bundesliga, Pokal und in der Championsleague ‘ran.  Das bleibt auf Dauer nicht in den "Leibchen", wie es die Österreicher ausdrücken würden, sondern vielmehr in den müden und lädierten Knochen stecken.

Aber dies ist ein anderes Kapitel im Milliardengeschäft Fußball, oder, wie es Laien, oder Leute, die es nicht so mit ihm haben,  ausdrücken würden: Jammern auf hohem Niveau!

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