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Mindestlohngesetz bedroht Arbeit der Sportvereine weiterhin

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Von: Marcus Althaus

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Der Landessportbund Hessen fordert klare Regeln für Vereine, um enormen Bürokratieaufwand und fehlende Klarheit zu beseitigen.

Waldeck-Frankenberg. Das vor einem halben Jahr verabschiedete Mindestlohngesetz stellt Hessens Sportvereine vor große Herausforderungen (wie bereits berichtet). Hauptproblem ist die Unklarheit, inwieweit Vereine von der gesetzlichen Lohnuntergrenze von 8,50 Euro pro Stunde betroffen sind.

"Bei uns gehen wöchentlich Anfragen von Vereinen ein, die wir nicht befriedigend beantworten können", berichtet Dr. Rolf Müller, Präsident des Landessportbundes Hessen. Zwar sei im Gesetz geregelt, dass ehrenamtliche Tätigkeiten vom Mindestlohn ausgenommen sind. "Unklar bleibt jedoch, wer genau unter diese Regelung fällt", sagt Müller.

Da für ehrenamtlich Tätige im Einkommensteuergesetz eine Freibetragsgrenze von 2.400 Euro (Übungsleiter) bzw. 720 Euro (Vorstandsmitglieder) festgelegt wurde, ist klar, dass auch Ehrenamtliche Zahlungen für ihre Tätigkeit erhalten können. "Genau da beginnt aber das Problem", sagt die Vorsitzende des VfL 1860 Marburg und Rechtsanwältin Ulrike Ristau.

"Was ist, wenn jemand am Ende des Jahres knapp über diesem Freibetrag liegt? Muss ich ihm dann für alle Stunden Mindestlohn zahlen?", fragt sie. Konkrete Antworten darauf kann sie im Mindestlohngesetz nicht finden. Deshalb hat Ristau die Kassiererin ihres Vereins nun gebeten, für alle Übungsleiter eine Personalakte anzulegen, in der die Einsatzzeiten dokumentiert werden. "Das stellt einen enormen Bürokratieaufwand dar, der von gemeinnützig agierenden und häufig ehrenamtlich geführten Vereinen nicht geleistet werden kann", sind sich Ristau und Rolf Müller einig.

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