Das Miteinander fördern: Nils Ichter ist erster Sport-Inklusionslotse in Kassel

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Nils Ichter ist der erste Sport-Inklusionslotse in Kassel und einer von fünf Inklusionslotsen in Hessen. Zum Gespräch haben wir ihn an der Hessenkampfbahn getroffen, wo auch der Sportkreis Kassel seinen Sitz hat.

Nils Ichter ist der erste Sport-Inklusionslotse in Kassel und einer von fünf in Hessen. Wir haben mit Nils Ichter über seine Aufgaben und Ziele als Sport-Inklusionslotse gesprochen.

Sport. Egal ob Fußball, Handball, Badminton oder auch Minigolf: Der Sport verbindet. Um dieses Miteinander zu stärken ist seit August der Kasseler Nils Ichter beim Sportkreis Kassel aktiv. Er ist Inklusionslotse und Bindeglied zwischen Vereinen, Familien, aber vor allem Kindern mit Handicap. „Wir wollen die Kinder, die gerne Sport machen möchten, auch in den Vereinen unterbringen“, sagt der angehende Lehrer.

„Viele wissen nicht an wen sie sich wenden können, oder dass ihr Kind trotz Handicap einen Verein beitreten kann. Manchmal ist aber auch die Hemmschwelle zu hoch.“ Und genau diese Hemmschwelle soll in Zukunft nicht mehr existieren. Zudem sollen die Vereine in Nordhessen dabei unterstützt und ermutigt werden, inklusive Sportangebote zu entwickeln. Die Sportjugend Hessen und der Landesverband für Körper- und Mehrfachbehinderung Hessen e.V. (LVKM) hatten im Juli das Projekt „Sport-Inklusionslotse“ ins Leben gerufen.

Die Sportjugend Hessen und der Landesverband fürKörper- und Mehrfachbehinderung Hessen e.V. (LVKM) sind die Projektleiter der „Sport-Inklusionslotsen in Hessen. Das Projekt selbst wird durch die Aktion Menschund das Hessische Ministerium des Innern und für Sport14gefördert.

Aber klar, auch hier hat Corona Spuren hinterlassen, der Einstieg wäre ohne das Virus einfacher gewesen: „Gerade können wir ja schlecht Veranstaltungen planen und uns vorstellen – das läuft noch immer mehr übers Telefon und E-Mails“, so Ichter. Als es die Situation noch zuließ, besuchte der neue Sportinklusionslotse verschiedene Schulen. „In der Zeit habe ich viele Kinder mit geistigen oder körperlichen Behinderungen kennengelernt, die Sport machen möchten. Die Nachfrage ist also da“, sagt Nils Ichter.

Bei vielen Vereinen stünde der Leistungsaspekt aber über allem, so dass Kinder mit Beeinträchtigungen von vornherein kaum eine Chance hätten, Teil dieser Gruppe zu sein. Dabei erinnert sich Ichter an einen Fall, der noch nicht lange zurückliegt. Ein Verein hatte der Familie eines behinderten Kindes mitgeteilt, es sei besser, das Kind abzumelden. „Wir haben den Jungen woanders unterbringen können, aber die Familie war natürlich sehr enttäuscht“, sagt Ichter. Dass es auch anders geht, zeige unter anderem Dynamo Windrad und die inklusive Fußballgruppe „Bolzköppe“. Hier steht weniger der Leistungsgedanke als das Miteinander und der Spaß am Sport im Vordergrund.

Projekte mit Schulen und Vereinen sollen in Zukunft folgen, wenn sich die Corona-Situation entspannt hat. Den Förderungsbedarf solch inklusiver Projekte sieht Nils Ichter in Nordhessen. „Viele Kinder mit verschiedenen Beeinträchtigungen haben Lust auf Sport. Sie müssen jetzt nur noch wissen, an wen sie sich wenden müssen. Dafür bin ich dann da“, sagt der Sportinklusionslotse.

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