Zu Fuß bis zum Mond

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Joachim Bauer ist seit 50 Jahren Leistungssportler

Treysa. Zwei Monate bevor Neil Armstrong im Juli 1969 seinen Fuß auf den Mond setzt, bestreitet Joachim Bauer seinen ersten Marathonlauf. Bereits vier Jahre zuvor hatte der gebürtige Treysaer seine Sportkarriere als Mittel- und Langstreckenläufer gestartet, die bis heute anhält. In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat der erfolgreiche Leistungssportler ein Trainingspensum absolviert, mit dem er annähernd die Strecke bis zum Mond geschafft hätte – rechnete man die Wettkampfstrecken hinzu, wäre sogar noch die eine oder andere Runde um den Erdtrabanten drin gewesen. Sein Materialverschleiß verdeutlicht die Leistung: Etwa 150 Paar Laufschuhe hat der Langläufer bisher verbraucht. "Zum Glück hatte ich noch keine ernsthaften  gesundheitlichen Probleme, in diesen 50 Jahren habe ich höchstens 20 Tage ausgesetzt", lautet die Bilanz des heute 65-Jährigen.

Vitrine des Erfolgs

Die Erfolge blieben nicht aus und so kam er bei Regional- und Landeswettbewerben sowie bei deutschen Meisterschaften insgesamt 76 mal aufs Siegertreppchen. "Mit meinen damaligen Leistungen wäre ich heutzutage immer noch unter den ersten 20", sagt er nicht ohne Stolz und öffnet die große Glasvitrine in seinem Wohnzimmer. Sie ist voll mit Pokalen, Medaillen und Ehrenabzeichen für seine unzähligen sportlichen Erfolge, die er in einem halben Jahrhundert erzielte. Auch außerhalb Deutschlands war der Sportler aktiv, auf vier Kontinenten besuchte er 19 Länder und nahm dort an internationalen Wettbewerben teil – darunter der berühmte Silvesterlauf in São Paulo und der Boston-Marathon sowie Läufe in Australien und Nordafrika.Im Jahr 2000 entdeckte Bauer die Disziplin Gehen für sich, seither gehört er sowohl auf der Bahn als auch auf der Straße zu den 50 besten Gehern Deutschlands. Sein größter internationaler Erfolg waren zwei Silbermedaillen über zehn und 30 Kilometer, die er vor zwölf Jahren mit der Mannschaft bei der WM im italienischen Riccione gewann. "Leider gibt es in Hessen nur einen Geher-Wettkampf pro Jahr", bedauert der Ausdauersportler, daher ziehe es ihn häufig nach Ostdeutschland. "Die Geher sind eine große Familie, in der jeder jeden kennt", sagt er über den guten Zusammenhalt der Sportler.

Marathon am Big Apple

Seit 1987 ist Bauer auch Sportfunktionär, vor 21 Jahren wurde er Vorsitzender des Leichtathletikkreises und seit 2004 gehört er dem Vorstand des Sportkreises Schwalm-Eder an. "Wenn man sowieso etwas für die Gesundheit tun will, dann kann man es auch leistungsmäßig machen", lautet seine Motivation seit 50 Jahren."Ich laufe solange es mir noch Spaß macht", meint er "und die Leistung noch einigermaßen stimmt", fügt der ehrgeizige Leichtathlet hinzu. "Im November will ich nach New York zum größten Marathonlauf der Welt", freut sich Bauer schon auf den Höhepunkt seines diesjährigen Jahresprogramms. Dort ist er dann einer unter mehr als 50.000 Gleichgesinnten, die nur ein Ziel haben – die 42,195 Kilometer durch den "Big Apple" zu schaffen. Dann schlüpft er wieder in seinen Sportanzug, schnürt sich die Laufschuhe zu und geht wie fast jeden Tag seit 50 Jahren auf eine der Laufstrecken dieser Welt.

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