NABU stellt hohe Anforderungen an Landespolitik

Osthessen. Die Landesvertreterversammlung des Naturschutzbundes Hessen (NABU) hat am Sonntag deutliche Vernderungen in der Landespolitik geforde

Osthessen. Die Landesvertreterversammlung des Naturschutzbundes Hessen (NABU) hat am Sonntag deutliche Vernderungen in der Landespolitik gefordert.

Zur anstehenden Landtagswahl im Januar formulierten die 100 Delegierten des grten hessischen Umweltverbandes 10 Forderungen fr die neue Legislaturperiode. Der NABU hat in Hessen 39.000 Mitglieder, die in ber 400 rtlichen Gruppen engagiert sind. Der Landesvorstand unter dem Vorsitz von Gerhard Eppler (Heppenheim) wurde einstimmig fr eine weitere Amtszeit besttigt.

Welchen Sinn macht der stndige Neubau von Autobahnen und Flughfen, wenn das l immer teurer wird und der Verkehr in naher Zukunft immer weniger bezahlbar wird? brachte ein NABU-Vertreter die kurzsichtige Verkehrspolitik auf den Punkt. Der NABU-Landesvorsitzende Gerhard Eppler forderte daher auch eine weitsichtige, nachhaltige Politik ein. Geplante Autobahnprojekte wie die A44 in Nordhessen, die A49 und die Bundesstraen-Querung des Biosphrenreservates Rhn gehrten in den Papierkorb. Das Geld werde fr eine zukunftsorientierte Politik gebraucht, nicht fr eine Politik von gestern.

Die Delegierten forderten einen wesentlich konsequenteren Naturschutz im Wald, der auch grorumig Urwaldentwicklung mit einschliee. In mindestens 5% des Waldes msse auf eine Holzernte verzichtet werden, damit wieder richtig alte Wlder mit groer Artenvielfalt entstehen knnen. Derzeit werden die Wlder im Alter von etwa 150 Jahren gefllt, obwohl Buchen bis zu 300 Jahre alt werden knnen. Im Bereich der Landwirtschaft fordert der NABU eine deutliche Verschiebung der EU-Agrarfrdermittel von Direktzahlungen fr Grobetriebe hin zur Frderung von naturvertglicher Landwirtschaft. Subventionen mssten zudem an den Verzicht auf gentechnische Anwendungen geknpft werden.

Die Europischen Naturschutzgebiete sind ohne Manahmenplne nur Papiertiger, so Eppler. Der NABU fordert rasch klare Inhalte und Schutzgebietsverordnungen fr die Natura 2000-Gebiete, die 21% der Landesflche einnehmen. Im Hinblick auf die internationale Konferenz zum Schutz der Artenvielfalt, die im Mai in Deutschland ausgerichtet wird, mssten vermehrt Anstrengungen im Artenschutz ergriffen werden. Gebiete wie der Naturpark Kellerwald und das Biosphrenreservat Rhn mssten zu echten Beispiellandschaften entwickelt werden. Hier sind mehr Urwaldbereiche als Rckzugsrume fr seltene Arten notwendig. Die Naturparke verlieren in Krze ihren Schutz, weil die Landesregierung die Auflsung fast aller groen Landschaftsschutzgebiete in Hessen beschlossen hat.

Damit die Schnheit der Landschaft hier erhalten werden kann, mssen die Naturparke moderne Schutzgebietsverordnungen erhalten. Im Gewsserschutz verlangt der NABU gewaltige Anstrengungen, um die Vorgaben der europischen Wasserrahmenrichtlinie zu erfllen. Danach muss bis 2015 fr alle Gewsser ein guter Zustand hergestellt werden. Eine Privatisierung der Wasserversorgung lehnen die Naturschtzer klar ab, weil dadurch die Qualitt und die langfristige Bezahlbarkeit des Trinkwassers gefhrdet sei. In der Energiepolitik steht der NABU zur klaren Ablehnung der Atomenergie und fordert die Landesregierung auf, die im Atomausstiegsgesetz vereinbarte Stilllegung der Biblismeiler einzuhalten. Regenerative Energien sind statt dessen zu frdern und unter Bercksichtigung der Energieeffizienz, naturschutzfachlicher Kriterien und der kulturlandschaftlichen Eigenart auszubauen.

Der Flchenverbrauch muss gestoppt werden betonte der NABU-Landesvorsitzende. Es knnen nicht sein, dass immer weniger Menschen immer mehr Platz bruchten. Zubetonierte Landschaft sei praktisch unwiederbringlich verloren. Wir zerstren die Natur als unser Kapital, so Eppler. Statt im Interesse der Gewerbesteuern immer neue Gewerbegebiete in sensible Bereiche wie hochwassergefhrdete Auen zu bauen, mssten diese interkommunal errichtet werden, wo die Gewerbesteuern auf mehrere Kommunen verteilt, und wertvolle Naturgebiete geschont werden. Photovoltaikanlagen gehrten auf die zahllos vorhandenen Dcher und nicht in die freie Landschaft.

Zur Frderung des ehrenamtlichen Naturschutzes sei auch eine Aufstockung der Mittel der Stiftung Hessischer Naturschutz auf ein Kapital von 10 Millionen Euro notwendig. Die Zinsertrge untersttzen und motivieren die ehrenamtlichen Aktivitten vieler tausend Naturschtzer.

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