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Playoff-Fieber: Was passiert in den Köpfen der Kassel Huskies?

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Von: Thomas Lange

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Mentalcoaching Sandra Eckhardt. Sie rät den Huskies vor den wichtigen Playoffs gegen Frankfurt: „Der jetzige Druck muss positiv empfunden werden, dann können Grenzen überwunden werden.“ 	Foto: Privat
Mentalcoaching Sandra Eckhardt. Sie rät den Huskies vor den wichtigen Playoffs gegen Frankfurt: „Der jetzige Druck muss positiv empfunden werden, dann können Grenzen überwunden werden.“ Foto: Privat © Lokalo24.de

Playoffs der Huskies gegen die Löwen Frankfurt: Interview mit Mentalcoach Sandra Eckhardt zur psychischen Belastung der Spieler.

Eishockey. Die Kassel Huskies warten auf die Playoffs: Am Freitag, 11. März, geht es mit dem ersten Spiel los. Welche Auswirkungen kann psychische Stärke auf den Verlauf der Serie haben? Wir sprachen mit Diplom Psychologin, Sozialpädagogin und Mental-Trainerin Sandra Eckhardt.

Für Team und Spieler beginnt nun die ganz heiße Phase der Saison – die Playoffs. Was bedeutet dieser Druck für Spieler und Trainerstab?Spieler und Trainerteam arbeiten hart daran, um die Playoffs zu erleben. Der Druck ist also ein Zeichen des Erfolgs und somit positiv zu verstehen. Allgemein geht es um das Empfinden des Drucks: Wird er als negativ angesehen, kann er tatsächlich am Erfolg hindern. Wird der Druck als positiv empfunden, bietet der Wettkampf und die Phase davor eine Chance, persönliche Grenzen zu überwinden. Es geht also um das persönliche Empfinden des Drucks. Druck ist ein Verbündeter des Wettkampfs und kann zur Bestleistung verhelfen.

Kann ein gesamtes Eishockeyteam psychologisch "eingestellt" werden oder müssen sich die Trainer um jeden einzelnen Spieler kümmern?Sicherlich kann ein Team für ein Spiel psychologisch eingestellt werden. Einzelne kurze Teamimpulse, Rituale sind hierbei sinnvoll. Am Besten kommen diese aus dem Team heraus oder vom Trainer direkt. Grundsätzlich ist aber eine individuelle sportpsychologische Einzelbetreuung durch den Trainerstab effektiv, da sie auf die individuellen Stärken und Schwächen des Spielers eingeht.

Welchen Einfluss kann mentale Stärke auf den Erfolg eines Teams haben?Ein Spiel gewinnt man im Kopf. Generell braucht und nutzt jeder Leistungssportler mentale Techniken, bewusst oder auch unbewusst.

Ist es denkbar, dass ein mental starkes, aber körperlich, taktisch und spielerisch unterlegenes Team dennoch das Eis als Sieger verlässt?

In Einzelfällen kann das sein. Generell kann aber mentale Stärke die genannten Defizite nicht vollständig kompensieren. Andererseits lassen sich die drei genannten Stärken ohne mentale Stärke nicht dauerhaft erfolgreich nutzen. Im Grunde folgt die Leistungsfähigkeit dem am schwächsten ausgeprägten Anteil und somit ist die mentale Stärke ein entscheidender Anteil am Erfolg.

Welchen Einfluss können Fans auf die mentale Stärke eines Teams und einzelner Spieler haben?Die Fans haben Einfluss auf die Spieler und sind eine starke Stütze der Mannschaft – wenn sie das Team positiv unterstützen.

Kann ein Trainer auch während des Spiels die mentale Stärke seiner Jungs wieder herstellen?

Ja das kann er. Ein gutes Beispiel ist unser Handball Nationaltrainer. Er hat die Pausen effektiv genutzt, um der Mannschaft sein Vertrauen auszusprechen und dieses von den Spielern einzufordern. Der Trainer ist die Führungskraft der Mannschaft, der besonders in angespannten Situationen durch seine Haltung Ruhe und Souveränität vermitteln kann.

Gibt es eine Empfehlung, wie Spieler vor, während und nach Spielen den Druck des "Siegen müssens" verarbeiten?

Ja sicherlich. Die Spieler sollten sich vor den Spielen aktivieren und entspannen. Dies erreichen sie entweder durch mentales Training oder durch Stressmanagement-Techniken. Während des Spiels können sie durch Techniken und Impulskontrolle den Druck kontrollieren. Nach dem Spiel gilt es, abzuschalten, sich Freiräume zu schaffen, zu schlafen und sich für gute Aktionen zu loben.

Das ist die Expertin unseres Interviews

Sandra Eckhardt  ist Diplom Pychologin, Sozialpädagogin, Beraterin und Coach. Seit 2002 betreibt sie im nordhessischen Schauenburg ein Beraterbüro. Neben den großen Unternehmen der Region (u.a. VW, K+S) betreute sie auch den KSV Hessen Kassel mental. Besonderes Augenmerk  legt sie auf die Bereiche "Coaching": Einzel-, Mental- und Teamcoaching. Gemeinsam mit einem Trainer ihres Netzwerkes, Oliver Gall, ist sie auch in der Sportpsychologie tätig.

Erstes Bully gegen Frankfurt ist am Freitag, 19.30 Uhr in der Kasseler Eissporthalle.

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