Räder der Hoffnung: Flüchtling entpuppt sich als Ex-Radprofi

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Eritreischer Flüchtling war in seiner Heimat Radprofi - jetzt hofft er auf Job in Fahrradladen

Radsport. In seiner Heimat Eritrea war Sagen Ghebremichal Radprofi und fuhr in einem Team der ersten Liga Eritreas. Jetzt ist er geflüchtet und in Nordhessen angekommen. Als Flüchtling aus der Wolfhager Pommernanlage absolvierte er bereits im Herbst einen Praxistag im Baunataler Fahrradladen "Pedalwerk" – in der Hoffnung in Nordhessen im Job und Sport Fuß fassen zu können. "Ich möchte gern arbeiten und mir hat die Arbeit hier Spaß gemacht", berichtet Ghebremichal in einer Mischung aus Englisch und Deutsch. "Mit der Verständigung ist das noch schwierig – aber man merkt, dass Sagen das Fahrrad im Blut hat", bestätigt Andreas Appel, Inhaber des "Pedalwerks".

Der 23-jährige Ghebremichal flüchtete im Oktober 2014 über den Sudan, Libyen, das Mittelmeer und Italien nach Deutschland, wo er im Juni 2015 eintraf. Seine Familie ist noch in Eritrea – er hat drei Brüder und drei Schwestern."Wir machen ein Interview mit den Flüchtlingen in unseren Gemeinschaftsunterkünften, um zu erfahren, welche Qualifikationen sie vorweisen können", informiert der Integrationsmanager des Landkreises Bijan Otmischi. Häufig helfe dabei das Handy der Flüchtlinge, mit dem sie auf Bildern zeigen können, was sie in ihrer Heimat gearbeitet haben. So wurde auch die Radprofi-Vergangenheit von Ghebremichal offenkundig. Otmischi: "Wenn die bisherigen Tätigkeiten und Qualifikationen klar sind, stelle ich den Kontakt zu interessierten Unternehmen her".Es gäbe eine Vielzahl von Firmen, die an der Beschäftigung von Asylbewerbern interessiert sind. "Wir arbeiten hier eng mit Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer zusammen", so Otmischi weiter. Sobald die Qualifikationen eines Flüchtlings und die Nachfrage eines Unternehmens zusammenpassen, werde ein Praxistag vereinbart."Bei Sagen ist die Sprache das große Problem – deutsch lernen wird der nächste Schritt für ihn sein", kündigt der Integrationsmanager an.

"Ein Radprofi ist für viele Radsportvereine zur Teamverstärkung hilfreich und ich werde meine Kontakte nutzen, um hier Sagen zu vermitteln", war "Pedalwerk"-Inhaber Appel zu weiterer Unterstützung bereit.

Mit Erfolg: Der 23 Jährige Radler ist mitlerweile im Team des KSV Baunatal untergekommen.Und: Wenn die Sprachkenntnisse besser werden, sei auch eine längere Beschäftigung im "Pedalwerk" in Baunatal möglich.

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