Rudertour mit Handicap - Schmorell-Schüler wagen sich auf Fulda

Kassel. Nasar Renz sitzt im Rollstuhl. Der 17-jährige Schüler kann ohne fremde Hilfe nicht laufen. Früher, so erzählt er, konnte er nicht mal sitz

Kassel. Nasar Renz sitzt im Rollstuhl. Der 17-jährige Schüler kann ohne fremde Hilfe nicht laufen. Früher, so erzählt er, konnte er nicht mal sitzen oder essen. "Ich konnte gar nix als kleines Kind", berichtet er, während er seinen Rollstuhl über das Gelände des Rudervereins Kurhessen steuert. Cerebralparese, Museklverkrampfungen, die Spastiken ähneln, machen ihm zu schaffen. Doch seiner Behinderung zum Trotz ist er einer von fünf Alexander- Schmorell-Schülern, die im Rahmen einer Projektwoche den Rudersport kennenlernen wollten. Die Förderschullehrer Bastian Lehmann und Dörte Flaschmann haben das Projekt in ihrer Schule angeregt und damit einen vollen Erfolg gelandet. An vier Tagen wurden die jungen Sportler mit der völlig unbekannten Sportart vertraut gemacht. "Gerudert hab ich noch nie, aber ich war schonmal an der Fulda," sagt einer der Fünf.Nachdem zunächst Ausrüstung, Boote und Umgebung kennengelernt wurden, ging’s nach zwei Tagen ins Boot. "Das war am Anfang sehr schwierig, aber dann hat’s voll Spaß gemacht," erklärt Tobias Schmerfeld.  Wie alte Ruder-Hasen gehen die Fünf mit dem Boot um, Nasar Renz wird aus dem Rollstuhl in den Rudersitz gehoben, dann geht’s los."Die Begeisterung der Kinder ist spürbar," ist auch Schmorell-Rektor Karl-Ludwig Rabe begeistert. "Der Lernzuwachs, das soziale Erleben und die Motivation – das ist fantastisch."Auch die Lehrer haben Überraschungen erlebt: "Wie schnell die Kinder gelernt und verstanden haben – toll", so Lehmann. Gerade er selbst, der auch aktiv Wassersport betreibt weiß, wie komplex Rudern ist. "Dafür lief es super."Jetzt strebt die Schule eine Kooperation mit dem Ruderverein Kurhessen an: "Das ist genau das, was mir schon lange vorschwebte", signalisiert Kurhessen-Vorsitzender Frank Oberbrunner seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit.Sport an der frischen Luft, Training im Team, gesunde Bewegung: Rollstuhlfahrer Nasar Renz verbindet mit dem Sport auch seine eigenen Hoffnungen. "Vielleicht kann ich ja, wenn ich fleißig weiter trainiere und meine Beinmuskeln stärke, irgenwann alleine an Krücken laufen," hofft er. Dann rollt er Richtung Bootssteg, es geht wieder aufs Wasser. Da will er nicht fehlen.

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