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Zur Not Schnee aus Schalke kaufen

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Von: Marcus Althaus

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Der Ski-Club Willingen unternimmt derzeit alles, um eine optimale Präparierung der größten Großschanze der Welt zu erreichen.

Willingen. Damit vom 8. bis 10. Januar 2016 auf der Willinger Mühlenkopfschanze der FIS Skisprung Weltcup stattfinden kann, unternimmt der Ski-Club Willingen derzeit alles, um eine optimale Präparierung der größten Großschanze der Welt zu erreichen.

Für das Belegen der Mühlenkopfschanze werden rund 4.000 Kubikmeter Schnee benötigt.Wie schon in den Vorjahren stehen die Kontakte zu möglichen Schneelieferanten in Neuss, Bremerhaven und Bispingen. Jeweils 500 Kubikmeter Schnee seien von dort bis zum 30. Dezember kein Problem.

Als zusätzliche Option wird bereits zum Weltcup-Auftakt an diesem Wochenende in Klingenthal schon vor knapp einem Monat in Kooperation mit dem Deutschen Skiverband (DSV) zwei "Snowfactory"-Maschinen aufgestellt worden, die seither rund um die Uhr laufen. Ski-Club Schanzenchef Wolfgang Schlüter und sein Assistent Andi Rohn haben sich jetzt in der Vogtland Arena mit den Verantwortlichen des VSC Klingenthal getroffen, um sich vor Ort zu informieren.

"Die beiden Maschinen arbeiten bis zu 15 Grad Celsius zuverlässig und produzieren täglich zusammen 200 Kubikmeter Schnee", berichtet Wolfgang Schlüter. Es habe bisher nur einen dreistündigen Ausfall wegen eines technischen Problems gegeben. Andi Rohn: "Aus einem Kubikmeter Wasser erhält man zwei Kubikmeter Schnee. Das ganze muss man sich wie eine riesige Eistruhe vorstellen, die am Strom hängt."Natürlich sei bei den hohen Plusgraden auch wieder einiges an Schnee weggetaut, aber der Berg Schnee an der Schanze in Sachsen sei beachtlich. Das begehrte System wird anschließend zur Vorbereitung der Biathlon-Rennen "Auf Schalke" in Gelsenkirchen benötigt. Für den Fall, dass der Ski-Club Willingen nicht ausreichend Schnee mit den eigenen Schneekanonen erzeugen kann, werde im Upland vom 10. Dezember bis zum 4. Januar ebenfalls auf diese Technik zurückgegriffen.

Außerdem haben die Willinger an der Eissporthalle ein 150 Quadratmeter großes Zelt aufgebaut, um dort Schnee zu sammeln. Mehrmals täglich entsteht etwa ein Kubikmeter Eis. Auf diese Weise sollen bis Mitte Dezember 100 Kubikmeter Schnee zusammen kommen, die für die Präparierung des Anlaufs an der Mühlenkopfschanze benötigt werden. Eine weitere Alternative für den Ski-Club ist Biathlon "Auf Schalke"."Bis zum 18. Dezember müssen wir entscheiden, ob wir 2.000 Kubikmeter Schnee von dort kaufen wollen", so Weltcup-OK-Chef und Ski-Club-Präsident Jürgen Hensel. Dieser Schnee sei aber nicht mehr ganz so sauber und könne somit "nur im Bereich ab dem Radius der Schanze bis zum Exit Gate am Ende des Auslaufs" als Unterlage verwendet werden.Am liebsten wäre den Ski-Club-Verantwortlichen, wenn es endlich der Jahreszeit angemessene kalte Temperaturen gäbe. "Wir könnten Glück haben, denn ab dem 21. November werden frostige Temperaturen über einen Zeitraum von zwei Wochen sowie Schneefälle vorausgesagt", so der Schanzenchef. Das wäre für den Ski-Club als Weltcup-Veranstalter mehr als die halbe Miete.

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