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Skispringer Stephan Leyhe vom SC Willingen auf Heimatbesuch

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Von: Ralf Feldmann

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Im aktuellen Interview gibt er Auskunft über die bislang beste Saison seiner Karriere und den Stand der Vorbereitungen in der Nationalmannschaft

Willingen. Die letzte Saison war für Skispringer Stephan Leyhe vom Ski-Club Willingen ein Traum. Mit Platz 14 in der Gesamtwertung der Vierschanzentournee setzte der 23-jährige Schwalefelder ein dickes Ausrufezeichen. Auch beim Heim-Weltcup auf der Mühlenkopfschanze war er als Lokalmatador am Start. Bei der Jahreshauptversammlung seines Vereins war der stets ruhige und bescheidene Leistungssportler viel beschäftigt und gab im aktuellen Interview mit Weltcup-Pressechef Dieter Schütz Auskunft über das Verarbeiten der bislang besten Saison seiner Karriere, den Stand der Vorbereitungen in der Nationalmannschaft und seine Ziele für den kommenden Winter.

Stephan, alle Mitglieder beim Ski-Club Willingen freuen sich, dass dein Terminkalender die Teilnahme an der diesjährigen Jahreshauptversammlung möglich gemacht hat.

Stephan Leyhe: "Ja, ich freue mich auch, dass es dieses Jahr geklappt hat. Es ist immer wieder schön, dabei zu sein und in den Berichten komprimiert zu hören, was beim Ski-Club über ein Jahr so alles los war. Ich bin von einem anstrengenden Trainingslehrgang in Leipzig direkt ins Upland angereist und genieße das freie Wochenende in der Heimat. Das ist toll, denn so häufig bin ich ja nicht mehr zuhause. "

Was war denn so anstrengend an dem Leipziger Lehrgang? Ist es eine große Umstellung, die komplette Vorbereitung mit den deutschen Top-Springern wie Severin Freund mitzumachen?

Stephan Leyhe: "Ich glaube, dass ich von dieser Vorbereitung enorm profitieren werde. Alles läuft in der Detailarbeit viel professioneller ab. Man misst sich mit den besten Skispringern. Severin ist Weltcup-Gesamtsieger und Weltmeister im Skifliegen, auf der Großschanze und im Team. Mehr geht nicht. Einen solchen Athletiklehrgang wie gerade in Leipzig kannte ich noch nicht. Wir haben Boden- und Geräteturnen absolviert und mit Profis Volleyball gespielt. Der Schwerpunkt lag auf dem Wasserspringen. Es hat mich einiges an Mut und Überwindung gekostet, vom Zehn-Meter-Turm zu springen. Vor allem kommt es auf die Körperbeherrschung an, wenn du die nicht hast, dann tut es richtig weh. Wir hatten auch Gruppengespräche mit einem Sportpsychologen zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Trainern und Sportlern."

Hat sich dein Verhältnis zu Werner Schuster verändert?

Stephan Leyhe: "Das liegt auf der Hand, er ist jetzt mein Cheftrainer. Wenn man sich mehr trifft, spricht man natürlich auch mehr miteinander. Der Bundestrainer pflegt eine intensive Kommunikation. Werner Schuster gibt uns immer wieder Denkanstöße, Tipps und Ratschläge, die uns stabilisieren und die Leistung optimieren helfen."

Was war für dich das Besondere beim Weltcup zuhause auf der Mühlenkopfschanze?

Stephan Leyhe: "Das werde ich nie vergessen, was da alles los war. So habe ich in meiner Laufbahn noch niemals im Fokus gestanden, alle waren stolz und happy, dass ich dabei war und haben sich für mich gefreut. Natürlich kenne ich mittlerweile auch viele Menschen im Schwarzwald, wenn es nach Titisee-Neustadt geht. Aber mit meiner Upländer Heimat seit Kindesbeinen ist das nicht zu vergleichen. Willingen und die Mühlenkopfschanze sind meine absolute Nummer eins im Weltcup, daran wird sich niemals etwas ändern. Ich hoffe, dass ich vom 8. bis 10. Januar nächsten Jahres wieder am Start stehe, um das noch einmal erleben zu dürfen."

Mit den Erfolgen wachsen auch die Ansprüche. Wie sehen deine nächsten Ziele aus?

Stephan Leyhe: "Acht gute deutsche Skispringer streiten sich um sechs Startplätze. Das geht mit dem Start in den Sommer Grand Prix Ende Juli in Polen los. Nach den beiden nächsten Lehrgängen in Innsbruck und Klingenthal werden wir dazu etwas erfahren, wer springen darf. Ich will mich fest beißen in dieser Mannschaft und jeden Weltcup fahren, meine Leistungen solide und kontinuierlich steigern. Natürlich habe ich die Hoffnung auf ein Top Ten-Ergebnis im Weltcup. Die Quali sollte eigentlich kein Problem mehr sein. Ich werde von Woche zu Woche schauen. Jetzt steht erst einmal Grundlagentraining in Hinterzarten auf dem Programm."

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