Steuern auf Pflanzenschutzmittel behindern Umweltschutz

Landkreis. Das Europische Parlament diskutiert im Oktober einen Richtlinienvorschlag der EU-Kommission ber die Einfhrung einer Steue

Landkreis. Das Europische Parlament diskutiert im Oktober einen Richtlinienvorschlag der EU-Kommission ber die Einfhrung einer Steuer auf Pflanzenschutzmittel. Sie soll dazu beitragen, die Umwelt zu schtzen und die Nutzung von Pflanzenschutzmitteln auf ein Minimum zu reduzieren. Ob sich jedoch dieser Effekt einstellt, ist mehr als fraglich.

Im Gegenteil: Eine Besteuerung von Pflanzenschutzmitteln fhrt lediglich zu einer Einschrnkung des Wettbewerbs und der Forschung auf diesem Gebiet. Der hessische CDU-Europaabgeordnete Thomas Mann sprach sich gegen die Steueridee aus: "Eine Besteuerung von Pflanzenschutzmitteln wrde zu einer erheblichen Kostenbelastung fr die Landwirte fhren. Auch wrde dieser Schritt eine zustzliche Brokratisierung mit sich ziehen, die wir im Bereich der Landwirtschaft nun wirklich nicht gebrauchen knnen. Der Richtlinienentwurf verkennt die Tatsache, dass sich deutsche und europische Landwirte bereits zu einer nachhaltigen und umweltvertrglichen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln verpflichtet haben."

Der Vorsitzende der MIT Hessen, Edwin Balzter, lehnt eine Steuer ebenfalls ab: "Von einer Vergiftung der Umwelt durch Pflanzenschutzmittel kann keine Rede sein, da diese strenge Zulassungsverfahren durchlaufen mssen und bei sachgemer Anwendung unbedenklich fr die Umwelt sind. Im Endeffekt msste sich die geplante Steuer am Preis eines Mittels orientieren, da es keine anderen Erhebungsfaktoren gibt. Der Preis sagt aber nichts ber die Umweltvertrglichkeit eines Produktes aus. Auch wird der Wettbewerb fr innovative Produkte auf dem Feld der Pflanzenschutzmittel durch eine Besteuerung gefhrdet. Wir drfen den Fortschritt fr sichere Produkte und den Umweltschutz nicht behindern."

Derzeit steht die Steuer auf Pflanzenschutzmittel im Umweltausschuss des Europischen Parlaments zur Debatte. Sollte sie im Oktober im Ausschuss eine Mehrheit erhalten, entscheiden im nchsten Schritt die Abgeordneten im Plenum des Europischen Parlaments ber den Vorschlag. Stimmen die Regierungen der Mitgliedstaaten zu, muss die Steuer sptestens 24 Monate spter in allen Mitgliedstaaten eingefhrt sein.

Thomas Mann wird sich in der Debatte des Europischen Parlaments entschieden gegen die Steuer aussprechen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.