Stress und Burnout: Jetzt spricht der GSV-Boss!

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Jens Reinhold, Geschäftsführer der Handballmarketing GmbH von Eintracht Baunatal stand dem EXTRA TIP Rede und Antwort.

Handball. GSV Eintracht Baunatal in Liga zwei – dieses Projekt ist "maximal schlecht gelaufen." Das ist das bittere Fazit des noch aktuellen Geschäftsführers Jens Reinhold. Der stand am gestrigen Dienstag in der EXTRA TIP-Redaktion Rede und Antwort: Wie geht es weiter mit den Handballern des GSV? Ist die KG, unter der die Handballer spielen, insolvent? Wo steckte der Geschäftsführer selbst zuletzt?

Ergebnis des Gesprächs: Eine Insolvenz ist nicht ausgeschlossen, soll "aber verhindert werden und ist noch nicht eingereicht worden". Reinhold hat sich aus gesundheitlichen und familiären Gründen stark zurückgezogen: Burnout-Erkrankung, Pflege seiner dementen Mutter und seines behinderten Bruders. Dazu der Stress des Geschäftsführers, all das habe Spuren hinterlassen. "Wenn es an die Gesundheit geht, muss man einen Gang zurückschalten." Das tut er derzeit: Berät noch, wo er soll. Aufgaben, die er als Geschäftsführer übernehmen muss, nimmt er wahr. Nach der Saison wird er nicht mehr als solcher arbeiten.

In welcher Liga dann der GSV spielen wird – unklar. Gemeldet wurde für Liga drei, gut möglich, dass es auch erstmal in der Oberliga weitergeht. Um finanziell wieder auf gesunde Beine zu kommen. Wie groß die Verbindlichkeiten derzeit sind, sagte er nicht. Unerheblich sicher nicht.

Enttäuscht ist Reinhold von der Region: "Die muss sich fragen, ob sie Spitzensport möchte". Denn: Sponsorenzusagen seien nicht eingehalten worden, Gelder blieben aus. Die Fans kamen nicht mehr zu den Spielen. "Zuletzt waren noch um die 400 in der Halle – damit kann man nicht mal die Spieltagskosten decken." Alles Folgen des sportlichen Misserfolges. Die Mannschaft habe unter Ex-Trainer Ralf Horstmann "leider keine Entwicklung gemacht, sich eher zurück entwickelt." Er als Geschäftsführer hätte das früher erkennen und handeln müssen. "Aber wie groß wäre das Geschrei gewesen, wenn ich nach dem Aufstieg den Aufstiegstrainer entlassen hätte?"

Er selbst versucht nun, mit ärztlichem Rat wieder auf die Beine zu kommen. Ruhiger zu werden, sich zurückzunehmen. "Der Druck ist einfach extrem geworden. Irgendwann war klar: Das schaffe ich alleine nicht mehr."

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