Vereinseuro: Sportkreisvorsitzender schlägt Alarm

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Meinhard. Hohe Wellen schlägt das Vorhaben der Gemeinde Meinhard, wonach Sportvereine pro Mitglied einen Euro zahlen sollen.

Meinhard. "Es kann und darf nicht sein, dass Städte und Gemeinden den kommunalen Schutzschirm als Ausrede benutzen, um durch die Hintertür Sportvereine mit neuen Gebühren zu belasten." Mit dieser deutlichen Aussage

reagieren der Präsident des Landessportbundes Hessen e.V., Dr. Rolf Müller und der Sportkreisvorsitzende des Werra-Meißner-Kreises, Siegfried Finkhäuser, auf das Vorhaben der Gemeinde, Vereine mit einer Abgabe von einem Euro pro Mitglied zu belasten. "Sonntags und auf Vereinsfeierlichkeiten wird das Ehrenamt gelobt, werktags aber zur Kasse gebeten", kritisiert der Sportbundchef.

Mit dem "Vereinseuro" den Haushalt unterstützen

Die Kommune im Werra-Meißner-Kreis, soviel zum Hintergrund, hat ihre Vereine vor wenigen Tagen schriftlich aufgefordert, mit einem "Vereinseuro" zur Haushaltskonsolidierung beizutragen. "Wenn man überlegt, welcher Verwaltungsaufwand betrieben werden muss, um Abgaben wie Pferdesteuer oder Vereinseuro einzuziehen, stellt sich schnell die Frage nach der Sinnhaftigkeit solcher Gebühren", kritisieren Müller und Finkhäuser die ihrer Meinung nach abstrusen Sparbemühungen. Den Mitgliedern der Kommunalparlamente, die solche Abgaben beschließen, empfehlen wir, "intensiv über die vielen freiwilligen Leistungen der Vereine zum Wohl unserer Gesellschaft nachzudenken". Müller wörtlich: "Wenn unsere Sportvereine das, was sie für die Allgemeinheit tun, in Rechnung stellen würden, wären die kommunalen Haushalte schnell am Ende."

Sportkreisvorstand bietet seine Unterstützung an

Den Sportvereinen gaben Rolf Müller und Siegfried Finkhäuser den Tipp, die Gemeindevertreter umfassend über ihre Angebote für die Bürger zu informieren. Die Vereine können sich hierbei auch die Unterstützung des Sportkreisvorstandes verlassen, so Finkhäuser. "Und nötigenfalls", so der Sportbundpräsident, "muss darüber nachgedacht werden, ob all diese Leistungen so aufrecht erhalten werden können."

Die Gemeinde Meinhard will nun bei einem Infoabend am kommenden Mittwoch (19 Uhr, im Bürgerhaus in Grebendorf) alle Unklarheiten aus dem Weg räumen. Hierzu sind alle Vereinsvorsitzenden eingeladen. Der Sportkreisvorsitzende sagt, dass es zwar ein gute Idee sei, die Vereine zu einem Gespräch einzuladen und die Zahlung des Vereinseuro als "freiwillige Zahlung" einzustufen, wie Siegfried Finkhäuser in einem persönlichen Gespräch mit Bürgermeister Hans Giller erfahren hat, aber diese Informationen und Gespräche sollten vor einem Gemeindevertreterbeschluss diskutiert werden.

"Es ist nicht nachvollziehbar!"

Auch die Erhebung des "Vereinseuro" für alle Mitglieder, Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Aktive und Passive ist nicht nachzuvollziehen.

Man kann auch davon ausgehen, dass in ländlichen Gebieten die Menschen in vier bis fünf verschiedenen Vereinen Mitglied sind. Somit fordert die Gemeinde für ein Mitglied unter Umständen fünf Euro von verschiedenen Vereinen.

Der Landessportbund nimmt seit dem Jahr 2000 (letzte Beitragserhöhung) für Erwachsene über 18 Jahre 2,56 Euro, für Jugendliche von 14 bis 18 Jahre 1,53 Euro und für Kinder bis 14 Jahre 0,53 Euro Mitgliedsbeitrag. Von diesen Einnahmen erhalten die Fachverbände 60 Prozent und der Landessportbund 40 Prozent. Somit verbleibt beim Landessportbund ein Mitgliedsbeitrag von 1,02 Euro, genau der Betrag, der jetzt von der Gemeinde als "Vereinseuro" erhoben werden soll.

Die Vereinsberatung und die verschiedenen Dienstleistungen der Servicestelle Sport in Bad Sooden-Allendorf sind kostenlos, bemerkt Finkhäuser zum Schluss.

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