Verhältnis von Islam und Christentum betrachtet

Fulda, Hanau, Marburg, Kassel. Die Vorbereitungen zur Pfarrgemeinderatswahl luft in den allermeisten Pfarrgemeinden gut. Das eindringlich

Fulda, Hanau, Marburg, Kassel. Die Vorbereitungen zur Pfarrgemeinderatswahl luft in den allermeisten Pfarrgemeinden gut. Das eindringliche, werbende Wort unseres Bischofs Heinz Josef Algermissen zur bevorstehenden Wahl ist hilfreich fr die Gewinnung von Kandidaten.

Dies war der Tenor der Erfahrungsberichte der Katholikenratsmitglieder von den Dekanatsversammlungen des vergangenen Halbjahres. Neben der parlamentarischen Arbeit des Laiengremiums am Freitagabend stand am vergangenen Samstag im Fuldaer Bonifatiushaus ein brisantes Thema auf der Tagesordnung der Katholikenratsvollversammlung: das Verhltnis zwischen Islam und Christentum.Die Berichte aus der laufenden Arbeit unserer Foren und Projekte sowie von den verschiedenen Aktivitten des Vorstandes bilden den eigentlichen Kern unserer parlamentarischen Arbeit, so Katholikenratsvorsitzender Richard Pfeifer (Biebergemnd-Kassel). Es ist fr den Rat von besonderer Wichtigkeit, die gegenseitigen Arbeitsergebnisse zu kennen und sich untereinander auszutauschen. Das Programm der Vollversammlung wurde durch die Wahl von vier Mitgliedern in den Dizesankirchensteuerrat ergnzt. In den kommenden vier Jahren werden Thomas Ebert, Dr. Joachim Hein, Alois Hofmann und Alfons Spors den Katholikenrat im obersten Finanzgremium der Dizese vertreten.Zum Stand des Verhltnisses zwischen Islam und Christentum referierten die beiden Referenten Pfarrer Konrad Hahn, Islambeauftragter der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, und Timo Gzelmansur, Referent der Christlichen Begegnungs- und Dokumentationsstelle der Deutschen Bischofskonferenz. Anschlieend standen beide fr die Fragen der Katholikenratsmitglieder zur Verfgung.Die deutsche Gesellschaft, so Pfarrer Hahn, sei auf die kulturelle Verschiebung, die die Migration von ber 2 Millionen Muslimen bis zum Jahr 2000 mit sich gebracht habe, nicht vorbereitet gewesen. Zudem habe man die Bindekraft der Religion unterschtzt. Fr die Muslime selbst sei die Migration mit einer tiefgreifenden Verlusterfahrung verbunden gewesen. Fr Frauen und Mnner zum Beispiel habe die bersiedlung nach Deutschland den Einbruch ihres angestammten Rollenverstndnisses bedeutet, Shne seien pltzlich aufgefordert, ihre Familie nach auen zu vertreten, Tchter forderten eine Berufsausbildung.

Das Christentum habe demgegenber von Anfang an die ethischen Vorschriften der verschiedenen Kulturen anerkannt. Fr Christen sei der Dialog mit Moslems eine besondere Chance, mehr und authentischer Zeugnis ber ihren eigenen Glauben abzulegen und ihn in neuem Licht betrachten zu drfen. Auch der beeindruckende Gemeinschaftscharakter muslimischen Gebetes und die nachdrckliche Kritik an unserer skularisierten Gesellschaft knnten Ansto und Ermutigung zur Neupositionierung bedeuten. Fr Christen sei, so Gzelmansur, das Einmalige und Unterscheidende der Inhalt der Frohen Botschaft von Jesus Christus als bedingungslos annehmenden letztgltigen Gesandten Gottes.Die dreijhrige Arbeit unseres Projektes christlich-islamischer Dialog waren hilfreich und wichtig fr die Vorbereitung dieser Vollversammlung. Der Katholikenrat wird sich auch weiterhin dieses wichtigen Themas annehmen, erklrte Richard Pfeifer abschlieend.

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