Wallfahrt der Katholischen Arbeitnehmerbewegung

Fulda/Kothen. Wenn wir denken wie Jesus, wenn wir mit ihm arbeiten an einer besseren Welt, wenn wir in ihm leben und er in uns, dann werden wir

Fulda/Kothen. Wenn wir denken wie Jesus, wenn wir mit ihm arbeiten an einer besseren Welt, wenn wir in ihm leben und er in uns, dann werden wir zu Boten des Friedens, zu Friedensstiftern, wo immer wir leben, in Betrieb und Nachbarschaft, in Gemeinde und Gesellschaft, in Deutschland und weltweit. war einer der Kernstze der Predigt in der Wallfahrermesse anlsslich der 42. Friedenswallfahrt der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Bezirksverband Rhn/Vogelsberg. Hauptzelebrant und Prediger war der Dizesanprses der KAB im Bistum Limburg, Pfarrer Albert Seelbach aus Frankfurt.

Intensiv ins Grbeln kamen die ca. 300 Wallfahrer durch Seelbachs Feststellung, dass es Kindern kein Problem bereite mit kleinen Panzern und Kanonen Krieg zu spielen. Aber, wie spielt man Frieden? Eine typische Reaktion oder hufig auch Aufforderung von Erwachsenen, wenn es um die Frage von friedlichem miteinander gehe, fand er in der Redewendung der Klgere gibt nach. Der engagierte KABler befrchtet jedoch, dass eine solche Haltung vom Gegenber ausgenutzt werden knne. Er sah darin ebenso wenig eine Lsung wie im Begriff Frieden durch Strke, der in der realen Politik auch Abschreckung genannt werde. Gerade eine solche Politik zeige an aktuellen Beispielen, wie bei Indien und Pakistan oder auch Israel und den Palstinensern, dass unterschwellig nur Hass geschrt werde. Aber auch die Friedhofsruhe, die durch die stndige Unterdrckung von Schwcheren z. B, in Diktaturen entsteht, sei alles andere als Frieden.

Frieden schafft man auch nicht, wenn man Terror mit terrorhnlichen Manahmen bekmpft so der engagierte Dizesanprses und bezog sich dabei u. a. auf die menschenunwrdigen Zustnde im US-amerikanischen Sondergefngnis Guantanamo wie auf die zahlreichen wenn auch ungewollten Angriffe auf Zivilisten, insbesondere Kinder in Afghanistan und im Irak. Ist es Prsident Bush schon einmal in den Sinn gekommen, dass durch seinen Kreuzzug gegen den Terror schon jetzt ein Vielfaches an Menschen gettet wurde als in den Twin Towers in New York? gibt Seelbach weiter zu bedenken.

Schon vor Jahren haben die deutschen Bischfe ein Wort zum Frieden mit dem Titel Frieden durch Gerechtigkeit herausgegeben. Sie sehen Gerechtigkeit als ein Grundprinzip an, ohne dass Frieden nicht entstehen und gewahrt werden kann. Der Frankfurter Pfarrer zitierte eine Aussage von der Jahrestagung von Weltbank und Whrungsfond von 1997: Die immer grere Kluft zwischen Reich und Arm ist eine Zeitbombe, die entschrft werden muss, ehe sie in den Gesichtern unserer Kinder explodiert. Engagiert rief er zur weltweiten Bekmpfung von Armut, fr mehr Bildung und Schutz vor Krankheiten und Katastrophen auf. Wenn die Kluft zwischen Arm und Reich nicht berwunden wird, kann eine Folge sein, dass die Flchtlingsstrme aus Afrika und Asien gewaltig zunehmen.

Aber auch ein verantwortungsvoller Umgang mit der Schpfung wurde von Seelbach gefordert. Folgen der Klimakatastrophe trfen gerade die armen Lnder besonders drastisch. Zunehmende Versteppung und Wassermangel sind sicherste Anzeichen dafr. Neben dem aktiven Umweltschutz msste auch beim Umgang mit natrlichen Resourcen schneller umgedacht werden. In diesem Zusammenhang wandte sich der KABler nicht gegen die Globalisierung, forderte aber, dass diese sozialer gestaltet werden msse.

Ungerechtigkeiten sieht Seelbach aber nicht nur im internationalen Bereich, sondern auch im eigenen Land. Zunehmende prekre Beschftigungsverhltnisse und Lohndumping einerseits, extreme Gehalts- und Dividendenerhhungen bei Managern und Aktionren andererseits, ein Bildungssystem, dass keine Chancengleichheit biete prangerte er in seiner Predigt an. In der Schule darf nicht nur eine Frderung der Begabten und der Kinder aus guten Familien geschehen, sondern die Schule muss so umgestaltet werden, dass sie vor allem den Schwcheren hilft, dass auch soziales Lernen geschieht und dass der Schulerfolg nicht vom Geldbeutel der Eltern abhngt.Hier versuche die KAB seit eh und je in zwei Richtungen zu wirken, einerseits in ihrer Arbeit mit den Menschen, das eigene Denken und Handeln positiv zu beeinflussen, andererseits auf den Staat Einfluss zu nehmen, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Als weitere Grundvoraussetzung fr den Frieden sieht Seelbach die Gewaltlosigkeit. Schon in der Bergpredigt habe Jesus die Sanftmtigen selig gepriesen, so sollte uns dies als Christen Aufforderung genug sein, auf Gewalt zu verzichten. Wir wollen unsere Gegner nicht durch Gewalt vernichten, sondern sie durch unsere Liebe zu Freunden machen. zitierte er sinngem Martin Luther King.

Das Bemhen um Gerechtigkeit und Gewaltlosigkeit erwachse bei Christen aus dem Bewusstsein, dass alle Menschen Kinder Gottes und damit Brder und Schwestern sind. Mit Christi Menschwerdung, Tod und Auferstehung ist Weltgeschichte zur Heilsgeschichte geworden. Wer immer sich Christ nennt, ist berufen, mitzuwirken am Erlsungswerk Christi so der Prediger. KAB fhle sich immer aufgerufen und habe auch schon vieles im Groen wie im Kleinen erreicht, doch knne es angesichts immer noch herrschender schreiender Ungerechtigkeiten, schwelender Konflikte, Vorurteile und Hartherzigkeiten kein Ausruhen geben. Bitten wir Gott um seinen Geist, der uns das Rechte erkennen lsst und uns die Bereitschaft und Kraft gibt, es auch zu tun. Und bitten wir Maria, die Knigin des Friedens, um ihre Frbitte. Amen. schloss Seelbach seine Predigt.

Viele der Gottesdienstteilnehmer, die vom KAB Bezirksvorsitzenden Egon Schtz, Geisa, begrt wurden, pilgerten zuvor mit Gebeten und Gesang, vorbereitet von Anni Honikel, Hainzell, die Treppen zur Wallfahrtskirche im Truppenbungsplatz Wildflecken empor. Schtz bedankte sich zum Schluss bei dem Limburger Dizesanprses fr die engagierte Predigt und beim Kothener Pfarrer Michael Krammer fr die Gastfreundschaft.

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