MT will in Champions League: Große Ziele für das Jahr 2016

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Interview mit MT-Macherin Barbara Braun-Lüdicke: Die Champions League als Ziel

Handball. "Zwei dumme Niederlagen, zwei überraschende Siege, der Rest war im Soll” – das ist das Resümee der Aufsichtsratsvorsitzenden von Handball-Bundesligist MT Melsungen nach der Hinrunde. Doch warum fällt das Fazit trotz des vierten Tabellenplatzes nicht gerade überschwänglich aus. "Unsere Halbzeitbilanz ist zufriedenstellend", kommentierte Barbara Braun-Lüdicke knapp das beste Zwischenergebnis, das die MT in ihrer fast elfjährigen Bundesligageschichte erreicht hat. Anlass genug, mal genauer nachzufragen.

Wie bewerten Sie die bisherige Saison über die reinen Ergebnisse hinaus?Braun-Lüdicke: Es gibt eine Reihe von Faktoren, die den Verlauf der Saison mitbestimmen. Zum Beispiel die begeisternden Heimspiele, die den Zuschauerzuspruch geradezu beflügelt haben. Wir erleben in dieser Saison eine Mannschaft, ein echtes Team, das auch als ein solches auftritt. Und wir haben ein weiteres Team hinter den Kulissen, das unaufgeregt, aber stets professionell agiert.

Apropos Umfeld: Was hat sich außerdem in der MT getan?Wir haben die Verzahnung zwischen Bundesligateam, Oberligamannschaft und A-Jugend deutlich vorangebracht. Es gibt einen regelmäßigen Austausch zwischen allen Trainern und Betreuern. Das Motto "man müsste mal" ist von einer zielstrebigen, umsetzungsstarken Vorgehensweise abgelöst worden.

Das klingt nach mehr, als nur "zufriedenstellend", oder?Ich betrachte das Engagement für die MT in längeren Zeiträumen als bloß in einigen Saisons. Rund 15 Jahre beharrlicher Arbeit, ohne sich von Rückschlägen, die es zweifelsohne gegeben hat, vom Weg abbringen zu lassen, zahlen sich mehr und mehr aus. Was daran zu erkennen ist, dass der Wille zu kontinuierlicher Weiterentwicklung inzwischen auf einem ganz breiten Fundament hier in Melsungen, ja in der Region steht. Und darüber bin ich in der Tat froh und glücklich.

Welche weiteren Ziele stehen an?Ich hoffe, über die zweite Chance im DHB-Pokal doch noch ins Final Four einzuziehen. Fast noch wichtiger ist es uns, am Ende dieser Saison einen Platz zu erreichen, der zur Teilnahme am EHF-Cup berechtigt. In diesen Wettbewerb durften wir ja in der vergangenen Saison schon reinschnuppern und haben das Viertelfinale erreicht. Mittelfristig darf es dann durchaus etwas mehr sein: Da erhoffen wir uns den Sprung in die Champions League. Was aber noch ein paar Jährchen dauern kann.

Was passierte in der Winterpause?Alle – bis auf die Nationalspieler, die seit kurz nach Weihnachten bei ihren Auswahlmannschaften sind – gönnten sich eine kleine Auszeit. Aber danach haben wir mit der konzentrierten Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte begonnen. Unteranderem mit einem Trainingslager auf Fuerteventura.

Das Jahr ist noch jung: Wie könnte eine Botschaft lauten?Botschaften verkündet eher der Papst. Aber wenn ich unsere Arbeit, unser Bestreben bei der MT in eine Formel packen sollte, würde die lauten: "Gesund erfolgreich sein = MT".

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