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Wing Tsun-Akademie: Selbstverteidigung für Frauen und Männer

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Von: Aylin Landzettel

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Bei Trainer Christian Hauser lernen die Schüler, wie sie sich bei einem Angriff wehren können.

Treysa. Ein lauter Frauenschrei durchbricht die Stille. Ein dumpfer Schlag folgt kurz darauf. Dann ist es wieder still – im Selbstverteidigungs-Training der WingTsun-Akademie in Treysa wird der Ernstfall geprobt. Gewalttätige Übergriffe auf Frauen und Männer sind keine Seltenheit. Aus diesem Grund stellen die Teilnehmer des Trainings Konflikt-Situationen nach, um richtig zu reagieren.

Mit einer Mischung aus Theorie und Praxis versucht Trainer Christian Hauser seine Schüler zu sensibilisieren. "Sie müssen erst einmal lernen, dass sie das Recht haben, sich zu wehren", erklärt Hauser. Mobbing-Opfer oder Frauen, die von Männern belästigt wurden suchen den Weg zu ihm. "Viele kommen aber auch, um einem direkten Übergriff vorzubeugen oder wegen der Kampfkunst", sagt der Trainer.

Männer und Frauen trainieren in dieser Gruppe gemeinsam. Das sehen vor allem die weiblichen Teilnehmer als Vorteil. "Ich merke in den Übungen, dass ich auch Männer auf den Boden schmeißen kann. Es hat einfach wenig mit Kraft zu tun", erklärt Schülerin Katharina Rippel. Neben gezielten Abwehr- und Schlag-Übungen werden Ausdauer und Beweglichkeit trainiert. "Wenn mich ein Mann mit deutlich mehr Kraft packt, habe ich keine andere Möglichkeit, als mich flink und mit Tricks aus dem Griff zu winden", sagt Christiane Wende. Durch Elemente der chinesischen Kampfkunst WingTsun wird vor allem die Beweglichkeit des Körpers erhöht.

Die Schüler lernen Methoden, mit denen sie eine Situation kontrollieren können. Im besten Fall kommt es erst gar nicht zu einer Eskalation. "Seinen Gegenüber anzuschreien hilft meistens schon. Der hat nämlich keine Lust auf jemanden, der Stress macht", erklärt Wende, die seit zwei Jahren bei Hauser trainiert. Doch das erfordert Mut. Auch der wird in der Akademie trainiert. "Wir müssen hier aus uns herauskommen", erklärt die 16-Jährige Marie Selentschik. Vor allen anderen müssen die Schüler ihren vermeindlichen Gegner laut anschreien und zum Schluss gegen das Schlagpolster hauen.  "Da wird man automatisch selbstbewusster", sagt die Schülerin.

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