Zurückgehende Kinderzahlen bedeuten nicht sinkende Fallzahlen

Vogelsbergkreis. "Zurckgehende Kinderzahlen bedeuten nicht sinkende Fallzahlen." Dies ist eine wesentliche Erkenntnis, die sich aus ei

Vogelsbergkreis. "Zurckgehende Kinderzahlen bedeuten nicht sinkende Fallzahlen." Dies ist eine wesentliche Erkenntnis, die sich aus einer Erhebung zur Versorgungssituation behinderter Kinder und Jugendlicher im Vogelsbergkreis ergibt. Initiator der Untersuchung war "AGAPE" - die Arbeitsgemeinschaft fr arbeitspdagogische Eingliederung, die krzlich in der Werkstatt fr behinderte Menschen in Alsfeld-Altenburg tagte.

Im Jahr 2006 wurden von Vogelsberger Kindergrten, Schulen und anderen Diensten ber 800 behinderte Kinder und Jugendliche betreut. Fast 40 Prozent der Betreuten sind lernbehindert und 12 Prozent seelisch behindert. 27 Prozent gelten als "von Behinderung bedroht". 74 Prozent der Kinder und Jugendlichen bentigen lngerfristig sonderpdagogische Frderung.

Diese Ergebnisse hat die Erhebung der Arbeitsgemeinschaft unter Federfhrung des Amtes fr Soziale Sicherung des Vogelsbergkreises erbracht. In dieser Arbeitsgemeinschaft haben sich vor Jahren Vertreter unterschiedlicher Vogelsberger Behinderteneinrichtungen, Schulen, des Landeswohlfahrtsverbandes sowie des Gesundheitsamtes, des Jugendamtes und des Amtes fr Soziale Sicherung zusammengefunden.

Jhrliche Erhebungen

Ursprnglich war es das Ziel, fr einen reibungslosen bergang behinderter Schulabgnger ins Erwerbsleben oder in andere Betreuungsformen zu sorgen. Seit einigen Jahren beschftigt sich das Gremium darber hinaus mit Planungsfragen im Behindertenbereich. Um die hierfr erforderlichen Daten zu erhalten, wird seit 2003 jhrlich eine Erhebung bei allen Institutionen durchgefhrt, die behinderte Menschen unter 21 Jahren betreuen. Das Spektrum der erfassten Einrichtungen und Dienste reicht dabei von der Frhfrderstelle ber Kindergrten, in denen behinderte Kleinkinder integriert sind, bis hin zu Schulen fr Lernhilfe, fr praktisch Bildbare und den Schulen mit Abteilungen fr Erziehungshilfe.

Die Experten sind sich bei der Bewertung der Ergebnisse der Erhebung darin einig, dass im Vogelsbergkreis eine differenzierte und qualitativ hochwertige Betreuungslandschaft besteht. Dies fhre auch dazu, dass behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder frhzeitig auffielen und so den Eltern entsprechende Hilfsangebote gemacht werden knnten. Die ber mehrere Jahre erhobenen Daten belegten, dass zwar die Geburtenzahlen zurck gingen, nicht aber die Fallzahlen. So sei zum Beispiel ein wachsender Bedarf an Erziehungshilfen feststellbar.

Fr die Fachleute aus Behinderteneinrichtungen und Schulen ist diese Entwicklung nicht verwunderlich. Zahlreiche Familien kmen mit den vielfltigen Belastungen nicht mehr zurecht, was zur berforderung bei den Erziehungsaufgaben und vermehrt zu Verhaltensaufflligkeiten bei Kindern und Jugendlichen fhre. Es seien weitere Strategien notwendig, die Familien noch besser zu untersttzen und zu entlasten, denn 98 Prozent der behinderten Kinder und Jugendlichen wrden in Familien betreut und erzogen.

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