Bittere Pleite: MT Melsungen verliert mit 26:38 beim THW Kiel

Es war allseits als “Top-Spiel” des 11. Spieltages angekündigt – “top” war nach ausgeglichener Anfangsviertelstunde aber nur noch der Gastgeber aus Kiel. Mit 26:38 (14:20) musste sich die MT Melsungen beim THW Kiel geschlagen geben.

Handball. Die MT Melsungen hielt 15 Minuten lang mit, dann drehte der THW Kiel immer mehr auf und dominierte bis zum Schlusspfiff das Geschehen deutlich. Schon zur Halbzeit, beim 20:14, hatten die Nordhessen den Anschluss verloren. Das konnte nach dem 10:10 noch niemand ahnen. Denn trotz mehrerer vergebener hochkarätiger Chancen hatten Lemke & Co. einen 0:3 Rückstand wettgemacht.

"Auch, wenn wir zu Anfang einige klare Chancen vergeben haben, haben wir das Spiel sehr gut begonnen", sagte MT-Trainer Heiko Grimm nach dem Spiel. "Uns gelang es gleich mehrere Male, die Kieler 3:2:1-Abwehr auszuspielen, konnten das aber leider nicht in Tore umsetzen. Wir haben dann fast 20 Minuten lang gezeigt, dass wir schon ein recht hohes Niveau haben und auch mit Mannschaften wie dem THW Kiel mithalten können."

Dann wurden die Kieler allerdings immer stärker, obwohl ihr Regisseur Domagoj Duvnjak schon nach fünf Minuten mit Rot vom Feld geschickt wurde. Der Kroate hatte den anstürmenden Julius Kühn in den Wurfarm gegriffen.

Spätestens beim 27:17 nach 39 Minuten war klar, wie der spätere Sieger heißen würde. Schließlich wurde die MT mit 38:26 auf die lange Heimreise geschickt. Beste Torschützen vor 10.285 Zuschauern in der ausverkauften Kieler Sparkassen Arena waren Niclas Ekberg (10/6) für die Schwarzweißen und Michael Allendorf (9/5) für die Rotweißen. Apropos Allendorf: Sein Tor zum 36:23 in der 56. Minute, erzielt als Nachwurf bei einem Siebenmeter, war der 1500ste Bundesligatreffer des 33-Jährigen.

Was Trainer Heiko Grimm allerdings sauer aufstieß, war die fehlende Gegenwehr, nachdem der Gegner deutlich in Front lag. "Wir müssen in der Analyse dieses Spiels sehr ehrlich sein und – ohne Vorwürfe machen zu wollen – die Frage stellen, warum man sich nach deutlichen Rückständen förmlich aufgibt", so Grimm. "Selbst wenn der Gegner erkennbar besser ist und das Spiel dominiert, darf das einer Profimannschaft nicht passieren. Auch in solchen Spielen muss man fighten bis zum Schlusspfiff. Dass wir bereit waren und uns viel vorgenommen hatten, hat die Anfangsphase ja gezeigt. Deshalb müssen wir nach dieser Niederlage jetzt nicht gleich alles in Frage stellen, schließlich haben wir ja bis dahin sieben Mal in Folge gewonnen. Und unser Ziel ist es ganz klar, mit dem nächsten Heimspiel dort wieder anzuknüpfen."

Rubriklistenbild: © Käsler

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