Melsungen gegen Minden: Und wieder ein Unentschieden

Kai Häfner von der MT Melsungen
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Erzielte sieben Treffer für die MT Melsungen: Kai Häfner

Die MT Melsungen kann in dieser Saison gegen GWD Minden einfach nicht gewinnen. Am 30. Spieltag der Handball-Bundesliga mussten sich die Nordhessen mit einem am Ende sehr glücklichen 30:30 (12:15)-Remis begnügen.

Handball. Im Hinspiel im Oktober in Kassel hatten sich die beiden Kontrahenten 24:24 getrennt. Spielbestimmende Akteure am Himmelfahrtstag in der Lübbecker MERKUR Arena, dem Ausweichquartier der Grünweißen, waren auf Seiten der MT Keeper Silvio Heinevetter mit 15 Paraden und Kai Häfner mit 7 Toren. Bei Minden hinterließen Rechtsaußen Max Staar (6 Tore) und Spielmacher Juri Knorr (6/1 Tore) die stärksten Eindrücke.

“Sieht man die letzten Sekunden des Spiels, war es ein gewonnener Punkt. Betrachtet man das Spiel insgesamt, war es ein verlorener Punkt”, fasste Silvio Heinevetter das Match in der SKY-Analyse direkt nach dem Schlusspfiff treffend zusammen. Der MT-Keeper selber hatte mit einer eindrucksvollen Leistung dafür gesorgt, dass sich seine Mannschaft in der ersten Halbzeit mit fünf Toren absetzen konnte.

Melsungen war ohne den zuletzt starken Felix Danner angereist. Der Kreisläufer und Abwehrspezialist hatte sich am Samstag im Spiel gegen Göppingen einen Nasenbeinbruch zugezogen. Ebenfalls nicht dabei war Youngster Ole Pregler, der zur Zeit mit der A-Jugend vielversprechend in den Playoffs zur Deutschen Meisterschaft unterwegs ist. So ließ Gudmundur Gudmundsson mit Michael Allendorf, Julius Kühn, Domagoj Pavlovic, Kai Häfner, Timo Kastening, Arnar Arnarsson und Silvio Heinevetter beginnen.

Die Mannschaft von Gudmundur Gudmundsson hatte die Grünweißen durch ihren fulminanten Spielabschnitt im ersten Durchgang womöglich etwas geschockt. Aber offenbar nun auch wieder nicht so stark, dass diese fortan in Ehrfurcht vor dem vermeintlichen Favoriten erstarrt wären. Denn nachdem die Nordhessen noch einige Minuten lang über die Zwischenstände 12:16 (32.), 14:17 (33.) und 15:18 (37.) das Heft in der Hand behielten, machten die Ostwestfalen deutlich, dass sie noch lange nicht ans Aufgeben dachten. Beeindruckend, wie sie mit einem 3:0-Lauf innerhalb von nur 128 Sekunden das Spiel wieder öffneten (18:18, 39.). Wobei ihnen die MT mit zwei Fehlpässen (Kühn, Pavlovic) auch etwas in die Hände spielte. Dabei hatte Gudmundur Gudmundsson seine Schützlinge zwischenzeitlich noch per Timeout neu eingestellt.

Aber dann schlug die MT zurück: Der an diesem Abend wie in besten Zeiten aufspielende Marino Maric traf erst zum 18:19 und bugsierte wenig später im Fallen einen fast verlorenen Ball geschickt zu Tobias Reichmann, der auf 18:20 stellte (40.). Was natürlich kein Ruhekissen bedeutete. Mats Korte und Juri Knorr schafften erneut den Ausgleich (20:20, 41). Wodurch sich Melsungen aber wiederum nicht sonderlich beeindruckt zeigte. Das galt ebenfalls für die dann noch folgenden Pattsituationen 22:22 (44.), 26:26 (54.) und 27:27 (55.). Denn die Bartenwetzer fanden jeweils mit Gegentreffern die passende Antworten. Auch fünf Minuten vor Schluss, nachdem Geburtstagskind Yves Kunkel seine Farben gegen seinen früheren Club mit 27:28 in Führung gebracht hatte. Die konterte Max Staar nur sieben Sekunden später mit dem Ausgleichstreffer.

Auf der anderen Seite hatte Tobias Reichmann von der Strafwurflinie mit einem Lattenkreuzkracher Pech und im Gegenzug gelang Doruk Pehlivan die 29:28-Führung. Aber auch die glich die MT in Person von Kai Häfner wieder aus. Zu spielen waren da noch 03:36 Minuten. Genügend Zeit also, um das Match in der Crunchtime endgültig noch auf eigene Seite zu ziehen. Zumal der inzwischen für Silvio Heinevetter zwischen den Pfosten stehende Nebojsa Simic einen Wurf von Juri Knorr unschädlich machte und damit seinen Vorderleuten die Gelegenheit für einen neuen Angriff bot. Den aber vertändelte die MT, sodass nun der GWD-Jungnationalspieler eine nächste Chance bekam, die er zur 30:29-Führung nutzte (57:50 Min.).

Genau zwei Minuten vor dem Ende nahm Gudmundur Gudmundsson nochmal eine Auszeit. Den betreffenden Angriff blockte dann aber Mindens Abwehr zunächst ab und die Folgeaktion vereitelte Malte Semisch, der den frei vor ihm auftauchenden Julius Kühn entzauberte. Das gleiche Kunststück gelang im Gegenzug Nebojsa Simic gegen Juri Knorr. So bekam die MT nochmal in den Genuss eines allerletzten Vorstosses. Den zur großen Erleicherung aller Rotweißen Kai Häfner mit einem verdeckten und unhaltbaren Hüftwurf zum 30:30 Endstand abschloss. Damit war zumindest ein Teilerfolg gesichert – der zweite in dieser Saison gegen Minden, das mit inzwischen sieben Unentschieden seinen Ruf als Remis-König der Liga abermals bestätigte.

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