MT Melsungen nach Hanning-Vorwürfen: „Hier wird Stimmung gegen den Verein gemacht“

Äußert sich zu den Vorwürfen von Bob Hanning: MT-Manager Axel Geerken.
+
Äußert sich zu den Vorwürfen von Bob Hanning: MT-Manager Axel Geerken.

Nach den über die dpa verbreiteten Vorwürfen von DHB-Vizepräsident Bob Hanning, den Melsungern fehle an Mentalität, äußert sich nun MT-Manager Axel Geerken.

Handball. Diese Art von öffentlicher Negativdarstellung eines Handball-Bundesligisten durch einen hohen DHB-Funktionsträger sei bislang ohne Beispiel, heißt es in einer Mitteilung der MT Melsungen.

Der DHB-Vizepräsident Bob Hanning, in Personalunion Geschäftsführer des Bundesligisten Füchse Berlin, wird in der über die dpa verbreiteten Meldung wie folgt zitiert: “Ich habe die Sorge, dass die Mentalität, die sich in Melsungen etabliert hat, den Erfolg der deutschen Nationalmannschaft gefährden kann. Ich finde es erschreckend, dass Melsungen viele deutsche Nationalspieler für viel Geld gekauft hat, aber die Mentalität im Verein nicht mitgewachsen ist. Es hat sich kein Spieler, seit er in Melsungen ist, verbessert. Im besten Fall haben sie stagniert. Ich glaube, dass dort eine unglaubliche Zufriedenheit herrscht und dass man nirgendwo mehr Geld verdienen kann als deutscher Nationalspieler. Und das färbt sich meiner Ansicht nach aufs Spielfeld ab.”

Die MT Melsungen in Person von Manager Axel Geerken wollte das nicht unkommentiert lassen. „Er maßt sich als Außenstehender an, die Mentalität eines Vereins und deren vermeintliche Folgen sowie die Entlohnung der Nationalspieler nicht nur zu be-, sondern auch zu verurteilen“, heißt es in der Stellungnahme der Melsunger.

Weiter heißt es: „Hier wird in höchst populistischer Weise Stimmung gegen unseren Verein und unsere Spieler gemacht. Klar hat ein Verein stets das Verhältnis vom Wert zum Gegenwert, vom finanziellem Aufwand zum sportlichen Abschneiden im Auge. Auch wir selbst sehen hier Steigerungsbedarf auf der sportlichen Seite. Denn wir werden diese Saison nicht mit dem Ergebnis abschließen, welches wir uns vorgenommen haben. Damit ist keiner bei uns zufrieden, erst recht nicht unsere Nationalspieler. Denen man übrigens – genau wie jedem anderen Profi in jedem anderen Club auch – unterstellen darf, nicht aus Gleichgültigkeit oder gar Absicht schlechte Spiele abzuliefern. Bob Hannings Äußerungen kommen einem direkten Angriff, einem Offensivfoul, auf unseren Verein und auf unsere Spieler gleich. Das verwundert nicht zuletzt deshalb, weil er gemeinsam mit denselben Spielern in Tokio Gold gewinnen will. Man kann sich auch des Eindrucks nicht erwehren, dass er hiermit schon vorbereitet, die MT Melsungen für ein eventuell schlechtes Abschneiden der Nationalmannschaft bei den olympischen Spielen verantwortlich zu machen. Wir sehen uns nach wie vor als Partner des DHB, unterstützen gern die Auswahlteams und stehen in gutem Austausch mit den jeweiligen Trainern – übrigens auch im Jugendbereich. Insofern erstaunen uns erst Recht die Äußerungen des Vizepräsidenten”. 

Vor dem letzten Saisonspiel belegt die MT Melsungen den sechsten Tabellenplatz und blieb in dieser Saison insgesamt hinter ihren Möglichkeiten. Zudem enttäuschte die MT bei der Finalniederlage beim Final Four gegen den TBV Lemgo. Die Revanche für die Pleite glückte dann am vergangenen Spieltag.

Das letzte Spiel der Saison bestreitet das Team von Gudmundur Gudmundsson am Mittwoch, 23. Juni, in Kassel. Dann sind pandemiebedingt bis zu 1.000 Zuschauer in der Kasseler Rothenbach-Halle zugelassen. Der Gegner? Die Füchse Berlin.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.