Niederlage gegen das Schlusslicht: MT Melsungen verliert gegen HSC Coburg

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Musste am Donnerstagabend zu oft hinter sich greifen: MT-Torhüter Nebojsa Simic.

Die MT Melsungen hat überraschend ihr Heimspiel gegen Aufsteiger HSC Coburg verloren. Mit 27:32 (13:15) unterlag die MT gegen den Tabellenletzten, der bis dahin noch sieglos war. Und am Ende war die Niederlage verdient.

Handball. Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften in der Kasseler Rothenbach-Halle war schon etwas her. 2016 gewann der HSC Coburg damals gegen die MT Melsungen – als Aufsteiger, zur Überraschung aller Zuschauer. Diesmal waren keine Zuschauer zugelassen, der HSC kam aber wieder als Aufsteiger nach Kassel, hatte bis hierhin noch nicht gewonnen, war Tabellenletzter. Also eine klare Sache, oder?

Natürlich nicht. Wenn so eine Frage gestellt wird ist klar, dass der Außenseiter den Favoriten ordentlich genervt hat. Und genau das tat der Underdog aus Coburg gegen die MT Melsungen von Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Die MT schien die 14-tätige Quarantäne und die Niederlage in Berlin noch nicht ganz verkraftet zu haben. Der HSC dagegen verteidigte die früh erkämpfte Führung hartnäckig und setzte vorne immer wieder Nadelstiche. Nach 12 Minuten konnte Spielmacher Lasse Mikkelsen zum 7:7 ausgleichen, anschließend übernahm Coburg wieder die Führung, trotz zwei toller Simic Paraden.

Es fehlte die Durchschlagskraft, zwischenzeitlich lag die MT mit drei Toren zurück (18.). Julius Kühn verkürzte mit der Pausensirene aber noch auf 13:15. Jetzt musste mehr kommen, wollte die MT nicht schon wieder überraschend in einem Heimspiel gegen Coburg verlieren.

Silvio Heinevetter kam für Nebojsa Simic, Kühn und Kunkel verkürzen auf 17:18 und jetzt zeigt sich die MT aggressiver, kassiert aber zu viele Zeitstrafen. Kurz hintereinander müssen Danner, Kühn und Arnarsson mit Zeitstrafen auf die Bank, so dass Coburg mit drei Toren zum 21:18 davonzieht (42.).

Hatte man zu Beginn des zweiten Durchgangs den Eindruck, die MT hätte sich jetzt gefangen, so stark ließ sie im Anschluss wieder nach. Vorne war man wieder wenig effektiv wenn man denn vor HSC-Torhüter Konstantin Poltrum stand und defensiv bekam die MT kaum Zugriff. Das Ergebnis: Der Tabellenletzte zog mit sechs Toren auf 26:20 davon (49.).

Coburg kam der kleinen Sensation jetzt immer näher, der MT von Trainer Gudmundur Gudmundsson lief die Zeit davon. Doch nicht nur die Zeit lief gegen das Gudmundsson-Team, es lief auch weiterhin nicht viel zusammen, zu viele technischen Fehler und Fehlwürfe leistete sich die MT Melsungen.

Dann holt sich Nationalspieler Julius Kühn zu allem Überfluss noch die Rote Karte ab – es ist ein gebrauchter Tag für die MT Melsungen.

Nach der knappen Auswärtsniederlage in Berlin ist die MT Melsungen nach der Corona-Quarantäne noch nicht wieder in Form. Am Ende gewinnt der Außenseiter aus Coburg mit 32:27 und feiert den Auswärtssieg und holt damit die ersten Punkte.

Stimmen zum Spiel

Gudmundur Gudmundsson: Ich habe meine Mannschaft im Verlauf der Woche mehrfach gewarnt, weil ich das Gefühl hatte, dass genau das passieren könnte, was nun auch passiert ist. Ich habe vor allem gesehen, dass wir in unserem abwehrverhalten nicht richtig dabei waren. Wir haben fast jeden Zweikampf verloren. Ich habe die richtige Einstellung, das Feuer und die Leidenschaft nicht gesehen heute. Vorn hatten wir schon auch gute Phasen. Aber das hat nicht gereicht, weil wir hinten einfach schlecht waren.

Alois Mraz: Wir freuen uns riesig, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Die zurückliegende Phase bis hier her war für uns lang. Aber es war zu sehen, dass sich die Jungs immer besser gefunden haben. Heute haben sie das bestätigt. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, wie sie das kämpferisch erledigt hat. Auch als Melsungen auf Unentschieden kam, sind wir wieder abgesprungen. Ein riesiges Lob an die Jungs, die einen super Job erledigt haben. Melsungen hat sicher eine starke Mannschaft, aber heute wollten wir die Punkte einfach mehr. Wir waren kämpferisch und mental voll da.

Felix Danner: Coburg hat den Sieg mehr gewollt, sie haben mehr gekämpft als wir. In der Abwehr haben wir keinen richtigen Zugriff bekommen. Nach dem Rückstand war es schwierig, wieder heranzukommen. Wir waren nicht aggressiv genug. An die Partie vor vier Jahren habe ich während des Spiels nicht gedacht, aber danach.

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