Zweiter Saisonsieg: MT Melsungen schlägt TBV Lemgo mit 27:21

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Machte ein bärenstarkes Spiel: MT-Torhüter Nebojsa Simic.

Zweites Spiel, zweiter Sieg: Die MT Melsungen hat ihr erstes Heimspiel der noch jungen Saison deutlich und verdient mit 27:21 (13:8) gegen den TBV Lemgo gewonnen.

Handball. “Bundesliga-Handball mit Zuschauern” - das war in den letzten Monaten landauf, landab das bestimmenden Thema in allen Clubs. Am Dienstag war dies bei der MT Melsungen endlich wieder möglich - und das war Fans und Spielern nach rund sieben Monaten ohne Handball in der Rothenbach-Halle auch anzumerken! Mann des Spiels war MT-Torhüter Nebojsa Simic.

Und neben dem Ergebnis stimmte auch die Stimmung - ein Hauch von Normalität also auf der Platte und drumherum. Die MT konnte, bis auf den noch rekonvaleszenten Michael Allendorf (Muskelfaserriss Wurfarmschulter), in Top-Besetzung antreten. Der gegen Balingen mit so starke Tobias Reichmann verbrachte die erste Hälfte gar komplett auf der Bank. Doch auch so reichte es am Ende zu einem deutlichen 27:21 (13:8) Sieg gegen den TBV Lemgo.

1546 Zuschauer verfolgten das Heimspiel gegen den TBV Lemgo live in der Halle - 2100 hätten kommen dürfen. "Es hat sich aber angefühlt, als wäre die Halle voll gewesen", sagte ein nach dem Spiel sichtlich gut gelaunter Nebojsa Simic.

Und da waren sich Gäste Trainer Florian Kehrmann, MT-Coach Gudmundur Gudmundsson und wohl auch alle Fans einig: "Hier heute zu spielen, vor dieser Kulisse nach so langer Zeit - das hat verdammt gut getan!", so der MT-Trainer nach dem Spiel.

Durch eine zusätzliche Infrastrukturmaßnahme in der Rothenbach-Halle – die bisherige Stehplatztribüne hinter dem Tor wurde durch eine Sitzplatztribüne ersetzt – war die Gesamtkapazität von 4.300 auf 4.400 Plätze erweitert worden. Knapp die Hälfte davon dürften nun unter Wahrung der behördlichen Hygiene- und Abstandsregeln zu den Heimspielen genutzt werden.

Zurück zum Sport: Nach dem 25:23 Auftaktsieg in Balingen ging die MT mit breiter Brust in die Partie - auch wenn der erste Saisonsieg durchaus knapp war. Doch auch die Ostwestfalen waren erfolgreich in die Saison gestartet – in der Lemgoer Phoenix Contact Arena hatten sie am Sonntag Liga-Rückkehrer HSC Coburg mit 33:26 die Grenzen aufgezeigt.

Trotz Sieg hatte MT-Coach Gudmundur Gundmundsson allerdings eine Leistungssteigerung seiner Jungs gefordert - und die gab es auch. Nach noch etwas verhaltenen Beginn kam die MT Melsungen immer besser ins Spiel, hatte den TBV über weite Strecken im Griff und setzte sich nach 30 Minuten mit 13:8 vom Gast aus Lemgo ab.

Simic avanciert zum Matchwinner

Auffälligste Akteure auf Seiten der MT im ersten Durchgang: Neuzugang Timo Kastening mit drei Treffern, Julius Kühn mit fünf Toren und Torhüter Nebojsa Simic, unter anderem mit einer Glanzparade gegen Guardiola Villaplana (8.) und einem aus dem Winkel gefischten Ball in der 18. Minute.

Die Anfangsphase der zweiten Hälfte gehört dann allerdings den Gästen. Die Melsunger agieren zu fahrig, Arnarsson kassiert eine zwei Minuten-Strafe und Elisson (2), Schagen und Carlsbogard bringen den TBV auf ein Tor heran. Die fünf-Tore-Führung aus dem ersten Durchgang ist auf 13:12 geschmolzen.

Erst der immer besser werdende Domagoj Pavlovic brach den Bann und stellte auf 14:12 (38.). Und dann war auch Simic wieder zur Stelle - erst rettet der MT-Schlussmann gegen Jonathan Carlsbogard, ehe Pavlovic (42.) und Kai Häfner (44.) die Führung wieder auf 19:14 ausbauen. So blieb es bei einer effektiven, aber kurzen Drangphase des TBV.

In Unterzahl parierte Simic dann einen Siebenmeter gegen Elisson, im Gegenzug traf Yves Kunkel zum 21:15 (48.) und der Melsunger Sieg nahm immer konkretere Formen an. Auch weil der MT Melsungen jetzt fast alles gelang: hinten hielt Simic weiter bärenstark und Julius Kühn warf weit aus der eigenen Hälfte, weil Gästekeeper Johanesson nicht im Tor stand - und klar, er traf. 25:18 stand es rund sechs Minuten vor dem Ende und das Spiel war so gut wie gelaufen.

Am Ende feiert die MT Melsungen mit einem 27:21 gegen den TBV Lemgo ihren ersten Heimsieg und gleichzeitig ihren zweiten Saisonsieg - man kann auch schlechter in eine Serie starten.

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