Hinter den Kulissen des Biathlon-Weltcups in Ruhpolding

Stadionregie: "Wenn ein Riesen-Crash passiert, darf das draußen keiner merken..."

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Stadion-Regisseurin Johanna Binder (re.) und Rupert Meyer, der im Stadion für die Videowalls, Kamerasteuerung und Videoschnitt zuständig ist.

Tausende Fans pilgern täglich zum Biathlon Weltcup in die Chiemgau Arena. Dort werden sie bestens unterhalten und umfangreich mit allen notwendigen Informationen versorgt. Dass das alles klappt, dafür sorgt ein perfekt eingespieltes Team in einem Raum direkt über der Ziellinie.

Ruhpolding - An der Spitze steht Johanna Binder. Die junge Frau aus Seeon (Landkreis Traunstein) ist im zweiten Jahr für die Stadionregie verantwortlich, davor war sie Regie-Assistentin. Insgesamt ist sie heuer zum siebten Mal beim Weltcup dabei. Dabei ist sie im Sprecherraum, der direkt auf Höhe der Ziellinie steht und bis zur hintersten Ecke mit Telefonen, Computern, Verstärkern, Mischpulten und allerlei anderer Technik "vollgestopft" ist, nahezu in jeder Minute stark gefordert. "Wir produzieren ab zweieinhalb bis drei Stunden vor Rennbeginn das Vorprogramm, womit wir den Zuschauern einen Mehrwert bieten wollen", erzählt Binder im Gespräch mit chiemgau24.de*.

Unterstützt wird sie tatkräftig von ihrer bestens eingespielten "Mannschaft". Nach außen hin ist dies vor allem Stadionsprecher Karlheinz Kas, über den chiemgau24.de* bereits einen eigenen Beitrag veröffentlicht hat. Kas hat Unterstützung von Marco Fischer oder Daniela Strohmaier, die jeweils als sogenannte "Einsager" fungieren. Hermann Ohletz oder Maria Wünn übernehmen die Durchsagen in englischer Sprache für die vielen internationalen Fans. Während "DJ Lumpi" (alias Alexander Klammer) die Fans mit seiner Musik anheizt, sorgt Rupert Meyer dafür, dass auf den vielen Anzeigetafeln, bei der Kamerasteuerung und dem Videoschnitt alles rund läuft. Thomas Kraus ist derweil für die Beschallung im weiten Rund der Chiemgau Arena zuständig. Direkter "Assistent" von Binder ist übrigens Hermann Hipf - ein waschechter Ruhpoldinger und unmittelbarer Vorgänger von Binder auf deren jetziger Position.

Eingebunden ist alles in einen minutiös getakteten Ablaufplan. Dort ist genau aufgeführt, wann welche Ansage oder wann welches Gewinnspiel stattzufinden hat. Darüber hinaus sind zwei Moderatoren- und Kamerateams im Stadionbereich unterwegs, die stetig Beiträge für das Stadion-TV liefern. Der Austausch zwischen den Teams und Binder erfolgt per Funkgerät. "Damit bin ich mit den beiden Moderationsassistenten im Stadion verbunden. Ich kann aber auch direkt zu den Moderatoren switchen", erklärt die Regisseurin. Das ist extrem wichtig, denn oftmals muss es ganz schnell gehen. "Wir haben sehr oft sehr spontane Interviews. Zum Beispiel, wenn wir erfahren, dass ein ehemaliger Sportler im Stadion ist, den wir erwischen und interviewen können." Direkt verbunden ist Binder auch mit dem Schnitt, also dem "Tonmann" des Stadions. Insgesamt gehören bis zu 30 Personen zum Team, die Gesamtleitung hat Herbert Ringsgwandl aus Ruhpolding.

So läuft der Tag in der Stadionregie

Der Aufwand an einem Wettkampftag ist gewaltig. "Ich wohne nicht in Ruhpolding und fahre deswegen am Morgen rund 40 Minuten in den Ort. Zwei Stunden vor Beginn des Vorprogramms, so gegen 10 Uhr, bin ich dann im Stadion", erzählt Binder. Um 11 Uhr ist "Mannschaftsbesprechung", ehe gegen 12 Uhr das Stadion-TV auf Sendung geht. Es gibt Musikeinlagen, Gewinnspiele oder auch viele Hintergrundinformationen zu Sportlern und sonstigen (Sport-)Veranstaltungen.

Rennstart ist in den Weltcup-Tagen von Ruhpolding meist um 14.30 Uhr, nach dem Zieleinlauf folgt dann noch die sogenannte "Flower Ceremony". "Hinterher gibt's dann nochmal eine Teambesprechung, ehe wir dann gegen 17 Uhr wieder im Ort in Ruhpolding sind", erzählt Binder. Dort gibt es kurz Zeit zum Durchschnaufen - vorbei ist der Tag aber lange noch nicht. Ab 18.30 Uhr muss die jeweilige Siegerehrung vorbereitet werden, die dann gegen 19.30 Uhr im Champions Park über die Bühne geht.

Dass an solch langen Tagen auch mal etwas schief gehen, sehen Binder und ihre Mitstreiter übrigens mit Humor. "Es passiert immer irgendetwas. Es ist alles live, das heißt wir können nichts planen. Hinzu kommt, dass wir fast alles Laien, also keine Profis sind, so dass immer wieder furchtbar lustige Dinge geschehen. Für uns ist das dann oft ein "Riesen-Crash", den draußen allerdings keiner merken darf...", lacht Binder und nennt gleich ein Beispiel: "Der Moderator sagt zum Beispiel irgendetwas, mit dem niemand gerechnet hat, und hinter der Kamera denken sich plötzlich alle "Oh Gott". Dabei war es für das Publikum super. Dann ist das auch für uns ein 'Lacher'!"

Quelle: chiemgau24.de

*chiemgau24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

mw

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