Formel-1-Saisonstart

Darauf muss man beim Großen Preis von Österreich achten

Startet in Spielberg von der Pole Position: Mercedes-Pilot Valtteri Bottas. Foto: Mark Thompson/pool Getty/AP/dpa
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Startet in Spielberg von der Pole Position: Mercedes-Pilot Valtteri Bottas. Foto: Mark Thompson/pool Getty/AP/dpa

Auf diesen Moment hat die Formel 1 lange warten müssen. Später als je zuvor in ihrer Geschichte beginnt die neue Saison der Rennserie. In Österreich deutet vieles auf einen Mercedes-Sieg hin - und auf eine Enttäuschung für Ferrari-Star Sebastian Vettel.

Spielberg (dpa) - Mit einem Geisterrennen in Österreich startet die Formel 1 heute (15.10 Uhr) vier Monate später als geplant in ihre 71. Saison.

Im Notbetrieb mit einem strengen Hygienekonzept will die Rennserie ihr WM-Jahr noch retten, zum ersten Mal in der Geschichte ist die Steiermark Gastgeber für den Auftakt. Als Favoriten gehen wieder einmal die Mercedes-Piloten ins Rennen, bitter könnte es für Ferrari und Sebastian Vettel werden.

BLACK POWER: Als Signal für mehr Vielfalt und gegen Diskriminierung ist der Silberpfeil in diesem Jahr schwarz lackiert. Schon nach den ersten Runden in Spielberg sieht die Konkurrenz in der Tat schwarz. "Ich bin überrascht vom Abstand zu den anderen Teams. Die Stärke dieses Teams ist beeindruckend", sagte Valtteri Bottas nach seiner Fahrt auf die Pole Position. Der Finne und Weltmeister Lewis Hamilton waren fast eine halbe Sekunde schneller als der Dritte Max Verstappen. Auf der kurzen Runde in Österreich sind das Welten. "Dieses Team zeigt jedes Jahr aufs Neue, wozu es in der Lage ist und wir setzen immer wieder neue Maßstäbe", sagte Hamilton.

NULL ORANGE: Zu anderen Zeiten war der Red-Bull-Ring fest in niederländischer Hand. Die "Orange Army" machte Party auf den Tribünen, Max Verstappen raste 2018 und 2019 zum Sieg. Diesmal muss der 22-Jährige ohne seine feierwütigen Fans auskommen. Verstappen hofft auf die Strategie, startet mit härteren Reifen als das Mercedes-Duo vor ihm. "Es wird wärmer werden, das sollte ein Vorteil für uns sein", sagte der Red-Bull-Jungstar.

ROTE NOT: Es sind schwere Zeiten für Sebastian Vettel und Ferrari. Die Beziehung geht zu Ende und die Hoffnung auf eine erfolgreiche Abschiedstour des Hessen sinkt. Als Elfter in der Qualifikation sind für den 33-Jährigen die Chancen auf einen Spitzenplatz ziemlich gering. "Unser Auto war nicht schnell genug, die Balance war nicht ideal", klagte Vettel. Bemerkenswert: Alle sechs Autos im Feld mit Ferrari-Motor waren deutlich langsamer als im Vorjahr. Das macht wenig Mut, selbst wenn Vettels Dienstwagen in zwei Wochen in Ungarn generalüberholt wird. Immerhin: Der Hesse hat in Spielberg freie Reifenwahl und könnte über die Taktik Plätze gutmachen.

BUNTE SIGNALE: Vor dem Start wollen sich die Fahrer für mehr Diversität und gegen Rassismus einsetzen. Alle 20 Piloten werden wohl T-Shirts mit der Botschaft "Beendet Rassismus" tragen. Dazu hat jeder die Möglichkeit, eigene Zeichen zu setzen. Noch unklar ist, ob wirklich alle Fahrer den Kniefall zeigen wie zuvor schon viele Sportler in aller Welt. "Ich weiß nicht, was wir sehen werden. Voraussichtlich Menschen, die auf ihre eigene Weise ihren Respekt bekunden", sagte Lewis Hamilton, der in Corona-Pause immer wieder mit politischen Statements Stellung bezogen hatte.

© dpa-infocom, dpa:200704-99-674692/4

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