Ski-Weltcup-Auftakt

Keine DSV-Punkte bei Bassino-Sieg in Sölden

Gewann den alpinen Ski-Saisonauftakt in Sölden: Marta Bassino. Foto: Marco Trovati/AP/dpa
+
Gewann den alpinen Ski-Saisonauftakt in Sölden: Marta Bassino. Foto: Marco Trovati/AP/dpa

Nach einer extralangen Sommerpause ist der alpine Ski-Weltcup in die neue Saison gestartet. In Sölden ging das erste Event unter Corona-Bedingungen über die Bühne. Die Stimmung war sonderbar. Sportlich erlebte das DSV-Team ohne Rebensburg keinen guten Tag.

Sölden (dpa) - Als die besten Skirennfahrerinnen um den Auftaktsieg dieser außergewöhnlichen Corona-Saison fuhren, war das deutsche Team schon auf dem Heimweg vom Rettenbachgletscher.

Mit einer befürchteten Nullnummer haben die DSV-Sportlerinnen diesen Ausnahmewinter und eine neue Weltcup-Phase nach dem Rücktritt von Viktoria Rebensburg eingeläutet. Beim Sieg der Italienerin Marta Bassino im Riesenslalom von Sölden verpassten die vier deutschen Starterinnen am Samstag allesamt die Top 30 und damit die Qualifikation für das Finale.

Neben der punktlosen Vorstellung sorgten auch das notwendige Hygiene- und Vorsichts-Drumherum im Ötztal für wenig Euphorie bei allen Beteiligten. Keine Zuschauer, so wenig Kontakte wie möglich, ständige Kontrollen: Von einer Wintersport-Party wie in all den Jahren zuvor war in Sölden diesmal überhaupt nichts zu spüren. "Ein bisschen eine traurige Stimmung", sagte der deutsche Alpin-Chef Wolfgang Maier, "wenn man weiß, was das hier immer für ein cooles Skifest war."

Aber an diese Bedingungen muss sich die alpine Ski-Familie gewöhnen, schließlich geht es darum, in der immer schwierigeren Corona-Lage in Europa überhaupt Rennen fahren zu können. Routinier Maier hob vor allem den völlig ungewohnten Geräuschpegel an der Piste heraus. "Man hört jedes Wort, so wie zuletzt in den Fußballstadien. An die Stille des Berges wird man sich gewöhnen müssen", sagte der Funktionär.

Für das sportliche Abschneiden sollte das aber keine Rechtfertigung sein, schließlich hätten sich für die Fahrerinnen die Abläufe am Renntag auch in Pandemiezeiten kaum geändert. "Das ärgert mich", haderte Lena Dürr nach ihrem 38. Rang im ersten Lauf, durch den sie nicht mehr im Finale antreten durfte. "Ich hatte natürlich gehofft, schöner in die Saison zu starten", sagte die 29-jährige Münchnerin.

Wie auch Weltcup-Debütantin Lisa Loipetssperger (50./+5,61), Jessica Hilzinger (51./+6,24) und Andrea Filser (54./+6,37) agierte Dürr auf dem steilen und schwierigen Hang von Sölden nicht mutig genug. "Sie waren viel zu vorsichtig für die Verhältnisse, sind zu wenig Risiko und Attacke gegangen. Dann bist du nicht dabei", resümierte Maier nach dem ersten Damen-Riesenslalom ohne Punkte seit fast zwei Jahren.

Der Deutsche Skiverband (DSV) setzt nun auf seine Talente, nachdem die 31-jährige Rebensburg - die in Sölden bereits gewonnen hatte - Anfang September überraschend in die Ski-Frührente ging. "Wichtig ist, dass der Jugend die Zukunft gehört", betonte Bundestrainer Jürgen Graller. "Die müssen auf die Weltcup-Bühne." Bei der erst 20 Jahre alten Loipetssperger habe man nach "wirklich guten" Trainings auch im Rennen "ansatzweise gesehen, dass sie dazugehört."

Zur Weltklasse klafft aber freilich noch eine große Lücke. "Die Etablierten sind die Etablierten, die fahren einfach gut", sagte Maier. Bassino setzte sich mit 0,14 Sekunden vor ihrer Teamkollegin und letztjährigen Weltcup-Gesamtsiegerin Federica Brignone durch. Weltmeisterin Petra Vlhova aus der Slowakei wurde Dritte (+1,13).

Am Sonntag (10.00/13.15 Uhr) sind die Herren mit den deutschen Hoffnungsträgern Stefan Luitz und Alexander Schmid an der Reihe.

© dpa-infocom, dpa:201017-99-977465/4

Live-Timing

Weltcup-Wertung

Homepage Skiweltverband FIS

Nachrichten auf der Homepage des Deutschen Skiverbandes

Athleten Deutscher Skiverband

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Nico Hülkenberg bald fest in der Formel 1? Top-Team klopft an - Er erwidert den Flirt

Nico Hülkenberg bald fest in der Formel 1? Top-Team klopft an - Er erwidert den Flirt

Formel-1-Legende enthüllt verblüffende Details zu einer historischen Schumi-Entscheidung 

Lewis Hamilton ersetzte einst Michael Schumacher bei Mercedes. War Schumachers Abschied erzwungen? Norbert Haug gab damals den Ton an - und klärt nun auf.
Formel-1-Legende enthüllt verblüffende Details zu einer historischen Schumi-Entscheidung 

Formel 1: Michael Schumacher? Lewis Hamilton überrascht mit knallhartem Spruch

Lewis Hamilton sorgte nach dem Helm-Geschenk von Mick Schumacher für rührende Momente. Nun relativierte er jedoch den Erfolg, den Vater Michael im Ferrari gehabt hat.
Formel 1: Michael Schumacher? Lewis Hamilton überrascht mit knallhartem Spruch

Das muss man zum Großen Preis von Portugal wissen

Nach 24 Jahren kehrt die Formel 1 nach Portugal zurück und feiert ihre Renn-Premiere in Portimão. Eine Strecke, die für nahezu alle erstmal nur Fragen aufwirft.
Das muss man zum Großen Preis von Portugal wissen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.