Frauen-WM

DFB-Elf will nach Achtelfinal-Qualifikation den Gruppensieg

Innenverteidigerin Sara Doorsoun bei der Pressekonferenz. Foto: Sebastian Gollnow
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Innenverteidigerin Sara Doorsoun bei der Pressekonferenz. Foto: Sebastian Gollnow

In Montpellier bereitet sich das deutsche Frauennationalteam auf sein letztes WM-Gruppenspiel gegen Südafrika vor. Die Qualifikation für das Achtelfinale ist bereits sicher. Nun soll der Gruppensieg her. Und eine spielerische Steigerung.

Montpellier (dpa) - Zwei Spiele, zwei Siege, null Gegentore - trotzdem ist das deutsche Abwehrduo Marina Hegering und Sara Doorsoun noch nicht mit seiner eigenen Leistung und der des Teams bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich zufrieden.

"Ich bin ein sehr selbstkritischer Mensch", sagte Hegering bei der ersten Pressekonferenz im neuen Quartier in Montpellier. "Das war noch nicht ganz fehlerfrei." Doorsoun stimmte zu: "Wir sind noch nicht ganz zufrieden."

Insbesondere Doorsoun hatte im ersten Spiel gegen China (1:0) mehrere Wackler. "Ich war schon sehr aufgeregt. Das kannte ich so nicht von mir", räumte die Spielerin vom Double-Gewinner VfL Wolfsburg ein. Dass sie nicht auf ihrer bevorzugten rechten Seite in der Innenverteidigung gespielt habe, wollte sie nicht als Ausrede gelten lassen.

Die Gründe suchte die in Köln geborene Tochter eines Iraners und einer Türkin vielmehr bei sich. "Ich habe mich vielleicht selbst zu sehr unter Druck gesetzt", sagte sie. "Natürlich möchte ich alle zuhause stolz machen." Von außen habe sie jedenfalls keinen Druck gespürt. Im zweiten Spiel sei es dann auch besser gelaufen. "Wir haben auch viele gute Zweikämpfe geführt", sagte sie.

Die 27-Jährige hatte bereits vor zwei Jahren an der Europameisterschaft teilgenommen. Das Turnier in Frankreich ist für sie die erste WM und aus ihrer Sicht nicht mit einer EM zu vergleichen. "Eine WM spielt auf ganz hohem Niveau. Hier werden Fehler in der Regel sofort bestraft", sagte sie.

Hegering, Doorsouns Partnerin in der Innenverteidigung, verspürt ebenfalls Druck, kann diesem jedoch auch etwas Positives abgewinnen. "Der Druck, den man sich selber macht, bringt einen auch zu den besten Leistungen", sagte die 29-Jährige, mit der Doorsoun bis zur Saison 2017/18 gemeinsam für Bundesligist SGS Essen aufgelaufen war.

Dass die beiden auch menschlich gut miteinander auskommen, sei ein "nicht ganz unwichtiger Faktor", sagte Hegering schmunzelnd. Aber das sei in der Mannschaft ohnehin kein Problem: "Wir verstehen uns super."

Nach dem Umzug von Lille nach Montpellier am Donnerstag hatte die Mannschaft den Nachmittag frei, um die südfranzösische Stadt zu erkunden. Freitagvormittag stand einen Krafteinheit auf dem Programm. Der Nachmittag war ebenfalls zur freien Verfügung, das Abendessen wollte die Mannschaft gemeinsam außerhalb des Teamhotels einnehmen.

Am kommenden Montag (18.00 Uhr/ARD) bestreitet die deutsche Mannschaft ihr letztes Gruppenspiel gegen Südafrika. Ungeachtet des bereits geschafften Achtelfinaleinzugs wollen die deutschen Frauen die Partie mit aller Ernsthaftigkeit angehen. "Wir wollen auch das dritte Spiel gewinnen", sagte Doorsoun vor dem ersten Duell der Frauen-Länderspielgeschichte mit Südafrika.

"Natürlich sind wir glücklich, dass wir das Achtelfinale erreicht haben. Aber wir haben am Montag noch eine schwere Aufgabe zu erledigen", sagte Doorsoun. Sie erwartet ein ähnliches Kampfspiel wie gegen China. Wir dürfen keine Angst haben", sagte sie. "Südafrika ist eine physisch starke Mannschaft. Wir wissen, dass die Zweikämpfe wieder sehr ekelhaft geführt werden." Schon ein Remis gegen "Banyana Banyana" würde genügen, um sicher als Gruppen-Erster in die K.o.- Runde zu gehen.

Hegering verwies darauf, dass man bis Montag einen Tag länger zur Vorbereitung habe als der Gegner: "Ich denke, der Tag mehr ist sehr wertvoll. So haben wir die Möglichkeit, einige Bereiche noch mal zu bearbeiten." Dabei wolle man auch Wert auf das Spielerische legen, das trotz der beiden Siege bislang zu kurz kam. Natürlich reiche es, wenn man jedes Spiel mit einer kämpferischen Leistung für sich entscheide, sagte Hegering. "Aber das ist nicht unser Anspruch."

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