NHL-Star

Draisaitl bei Test-Dämpfer im Fokus - positiv wie negativ

+
Leon Draisaitl ist der überragende Spieler im DEB-Team. Foto: Armin Weigel

Der erste Auftritt von NHL-Ass Leon Draisaitl bei den WM-Tests offenbarte Licht und Schatten. Die Klasse des 23-Jährigen blitzte nicht nur bei zwei Toren auf. Andererseits müssen sich Teamkollegen noch an den Star gewöhnen und vor allem die Ehrfurcht ablegen.

Regensburg (dpa) - Am Ende hing fast alles mit NHL-Ass Leon Draisaitl zusammen - positiv und negativ. Der deutsche Eishockey-Star bot bei der skurrilen wie unnötigen 2:3-Testspielniederlage gegen Österreich einen Vorgeschmack auf womöglich begeisternde WM-Auftritte.

Doch die Klasse und das Renommee von Draisaitl schüchtern nicht nur die Gegner, sondern auch die Teamkollegen ein. "Die Jungs müssen ihr Spiel machen und dürfen sich nicht aus dem Tritt bringen lassen, nur weil jetzt Spieler aus der NHL dabei sind", sagte Korbinian Holzer.

Zugleich lobte der Verteidiger aus Anaheim den Nordamerika-Kollegen dafür, dass er für die Österreicher kaum zu verteidigen war. "Immer wenn er auf dem Eis ist, ist es gefährlich", erkannte Holzer. "Man hat gesehen, wie der Gegner vor ihm Respekt hat, was den Mitspielern Raum und Zeit gibt. Leon ist für uns ein ganz wichtiger Baustein."

Mit zwei Toren (18./25. Minute) hatte Edmonton-Stürmer Draisaitl die deutlich überlegenen Gastgeber in Führung geschossen. Trotz seiner jüngsten Pause nach dem Ende der regulären Saison zeigte der gebürtige Kölner seine Klasse mit dem Puck und seinen Blick für freie Mitspieler. "Er ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann", fand Olympia-Silbermedaillengewinner Marcel Noebels. Draisaitl wollte sich nach dem Spiel nicht öffentlich äußern.

Vielleicht ärgerte sich der zweitbeste NHL-Torschütze der Saison doch etwas mehr als seine Teamkollegen über den verpassten Sieg. Bei zwei Gegentoren, unter anderem dem 2:3 in der vorletzten Spielminute durch Dominique Heinrich, stand er auf dem Eis. Davor hatte er ein halbes Dutzend Großchancen vergeben. "Ich hoffe, dass das in Richtung WM noch besser wird", betonte Bundestrainer Toni Söderholm.

Was sich noch verbessern muss: Vor ihren neu zum Team gestoßenen NHL-Kollegen dürfen Mitspieler nicht vor Ehrfurcht erstarren. In Regensburg suchten junge Spieler wie der zuletzt beeindruckend treffsichere Lean Bergmann, künftig ein Mannheimer, immer wieder ihre NHL-Nebenleute, statt selbst zu schießen oder zum Tor zu ziehen."Das ist halt auch ein Lernprozess in der Vorbereitung", resümierte Chicagos Dominik Kahun.

Vielleicht kommt ja ein leichtfertig verschenkter Sieg gegen einen klaren Außenseiter trotz drückender Überlegenheit gerade recht als Warnung vor dem WM-Start am 11. Mai gegen Eishockey-Zwerg Großbritannien. "Wir müssen einen Weg finden, über 60 Minuten seriös zu spielen", sagte Draisaitl-Kumpel Frederik Tiffels. Der Ärger über den Dämpfer war aber schon mit der Schlusssirene verflogen. "Bis zur WM wird alles gut", sagte Kahun und lächelte. Am Samstagabend (20.00 Uhr) will sich das deutsche Team im zweiten Testspiel gegen die Österreicher in Deggendorf revanchieren.

Termine Nationalteam

WM-Spielplan

NHL-Scorerliste

DEB-Kadermeldung

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Biathlon in Pokljuka im Liveticker: Doll kämpft ums Podest

Der Weltcup im Biathlon von Pokljuka wird am Sonntag mit zwei Massenstarts beendet. Beide Rennen gibt es heute im Liveticker bei chiemgau24.de.
Biathlon in Pokljuka im Liveticker: Doll kämpft ums Podest

Nach Platz fünf bei EM: Handballer nehmen Olympia ins Visier

Die deutschen Handballer haben den letzten Kraftakt bei der EM erfolgreich bewältigt. Beim Sieg gegen Portugal holt das DHB-Team alles aus sich heraus und blickt der …
Nach Platz fünf bei EM: Handballer nehmen Olympia ins Visier

James überholt sein NBA-Idol Bryant: "Ziemlich coole Sache"

LeBron James von den Los Angeles Lakers hat in der ewigen Scorerliste der NBA Kobe Bryant überholt und ist jetzt Dritter. Dennis Schröder ist mit den Oklahoma City …
James überholt sein NBA-Idol Bryant: "Ziemlich coole Sache"

Gladbach-Coach Rose fiebert Topspiel in der Heimat entgegen

An die Entschlossenheit und den Ehrgeiz von Marco Rose müssen sich in Gladbach immer noch viele gewöhnen. Nach dem 3:1 gegen Mainz sieht Rose sein Team wieder in der …
Gladbach-Coach Rose fiebert Topspiel in der Heimat entgegen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.