Ski alpin

Dreßen überrascht erneut - Dritter bei Super-G in Gröden

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Thomas Dreßen freute sich über seinen dritten Platz. Foto: Roberto Tommasini/LPS via ZUMA Wire/dpa

Thomas Dreßen ist noch nicht wieder der Alte nach seiner schweren Knieverletzung - die Resultate aber sind schon wieder Weltklasse. Drei Wochen nach dem Abfahrtssieg in Lake Louise holt er in Gröden einen dritten Platz im Super-G. Bis zur Feier war viel Geduld nötig.

Gröden (dpa) - Als Thomas Dreßen nach seinem überraschenden dritten Platz im Super-G endlich auf das Podest klettern durfte, waren kaum noch Zuschauer im Zielstadion von Gröden.

Dreßen strahlte trotzdem und spritzte mit Sekt, schließlich hatte er lange auf den Erfolg in Südtirol warten müssen. Insgesamt mehr als zwei Stunden war das Rennen in den Dolomiten wegen Nebels unterbrochen, für alle Beteiligten wurde der Wettkampf zu einem Geduldsspiel.

Für den Kopf war der Erfolg einen Tag vor der Abfahrt am Samstag (11.45 Uhr/ZDF und Eurosport) von großer Bedeutung. "Für's Selbstvertrauen ist es auf alle Fälle nicht schlecht, dass ich da vorne dabei bin", sagte Dreßen am Freitag. "Ich bin voll zufrieden."

Denn obwohl er vor drei Wochen bei seinem Comeback-Rennen sensationell die Abfahrt von Lake Louise gewonnen hatte, ist der 26-Jährige noch längst nicht frei von Sorgen und Schmerzen. In Südtirol schwoll sein Knie schon in den Tagen vor dem Super-G an, ohne ersichtlichen Grund. Auch am Freitag war das Gelenk nicht in Bestform. "Ich habe mir einfach gedacht: Scheiß drauf, heute ist Rennen", berichtete Dreßen in seiner bekannt direkten Art und Weise.

Die Ärzte hatten ihn darauf vorbereitet, dass Probleme wie dieses bei aller Sorgfalt würden auftauchen können. Schließlich waren nach dem Sturz vor etwas mehr als einem Jahr neben dem gerissenen vorderen Kreuzband im rechten Knie auch der Innenmeniskus, Außenmeniskus, das Innenband und der Knorpel lädiert. "Das war keine Überraschung, denn das Knie braucht Zeit. Die Ärzte und Physios haben mich gewarnt, dass das mal sein kann. Wir werden das schon hinkriegen", meinte er.

Nach dem Sieg in Lake Louise - mit insgesamt drei Siegen in dieser Disziplin wurde er zum besten deutschen Abfahrer der Weltcup-Geschichte - ist der Podestplatz in Gröden nun schon der zweite in einem Winter, der eigentlich in die Rubrik Comeback-Saison fällt. Umso bemerkenswerter sind die Resultate.

Im oberen Streckenteil des Super-G war ihm die Vorsicht noch anzumerken. "Ich weiß, dass ich im Moment noch nicht in der Lage bin, dass ich vom ersten Tor an voll attackiere. Deswegen habe ich oben gedacht: Fahr so, dass du keinen Fehler machst aber zumindest Speed mitnimmst", berichtete Dreßen. Dass der Plan dann so gut aufging und er auf dem Schlussteil sogar drei Zehntelsekunden schneller war als Gewinner Vincent Kriechmayr aus Österreich, war viel mehr, als er erwartet hatte - "natürlich brutal" sei das gewesen, sagte Dreßen.

Kjetil Jansrud aus Norwegen belegte Rang zwei, Andreas Sander war mit Startnummer zwei auf Rang zwölf am Ende der zweitbeste Deutsche. Schon nach den ersten vier Startern war das Rennen für mehr als eine halbe Stunde unterbrochen gewesen, Dreßen hatte sich die Zeit mit einem kleinen Ausflug vertrieben und war auf einen der Türme für die Trainer geklettert. Dafür war das Knie gut genug - und auch für den zweiten Super-G-Podestplatz seiner Karriere.

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