WM in Dänemark

Eishockey-Team will Viertelfinal-Chance wahren

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Bundestrainer Marco Sturm stehen alle Spieler zur Verfügung. Foto: Arne Immanuel Bänsch

Weiter die geringe Chance auf das Viertelfinale oder so gut wie sicheres Vorrunden-Aus und erster Rückschlag unter Marco Sturm? Gegen Lettland steht für das deutsche Eishockey-Team viel auf dem Spiel. Der stark veränderte Olympia-Silbergewinner gibt sich zuversichtlich.

Herning (dpa) - Vor der wohl letzten Chance auf das WM-Viertelfinale schärfte Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm die Konzentration. Eindringlich rief der sonst so besonnene Coach am Tag vor dem wegweisenden Spiel gegen Lettland seine Kommandos durch die Trainingshalle von Herning.

Dem neu formierten deutschen Nationalteam droht bei der Weltmeisterschaft in Dänemark das Turnier-Ende nach der Vorrunde. Nur mit einem Sieg am Samstag (12.15 Uhr) wird die geringe Möglichkeit auf die K.o.-Runde gewahrt.

"Wir müssen bestehen. Wir wissen alle, in welcher Position wir sind", sagte Deutschlands NHL-Star Leon Draisaitl. In der kleinen, eiskalten Übungshalle motivierte der Topstürmer seine Teamkollegen und knallte dafür den Schläger mehrfach gegen die Bande. "Wir müssen bereit sein für einen wirklich heißen Tanz", sagte Sturm.

Der Coach zeigte sich noch demonstrativ gelassen und versprühte ebenso wie der Präsident des Deutschen Eishockey-Bunds, Franz Reindl, Zuversicht: "Die Mannschaft ist bereit, die Chance anzunehmen", sagte Reindl der Deutschen Presse-Agentur. "Es wird ein Fight, es entscheidet ein Tor." Trotz der Drucksituation würden solche Duelle Spaß machen, stellte NHL-Verteidiger Korbinian Holzer klar: "Für solche Spiele, wo es wirklich um alles geht, spielt man den Sport."

Nach einem trainingsfreien Tag mit Stadtbummel in Aarhus und gemütlichem Kaffeetrinken gingen die deutschen Nationalspieler ausgeruht in die Vorbereitung. Nur fünf Punkte hat die DEB-Auswahl bei ihrem Neuanfang bislang in vier WM-Spielen geholt, lediglich ein Sieg gegen Außenseiter Südkorea ist bislang gelungen. Ob die Mannschaft sich inzwischen so weit gefunden habe, dass sie gegen die Letten bestehen könne? Kapitän Dennis Seidenberg ließ Zweifel durchblicken: "Gute Frage", antwortete der NHL-Verteidiger. "Wir haben uns diese Situation selbst eingebrockt."

Selbst wenn es mit einem Erfolg - wenn möglich in regulärer Spielzeit - gegen die Letten klappt, sind für den Einzug in die K.o.-Runde Punkte aus den Duellen gegen die Top-Nationen Finnland oder Kanada notwendig. Verliert die Auswahl gegen Lettland, wäre es der erste Dämpfer in der jungen Trainer-Laufbahn von Sturm. 2016 und 2017 hatte er die Deutschen unter die Top Acht geführt.

Zweimal standen in jüngster Vergangenheit unter der Verantwortung des Dingolfingers Entscheidungsspiele gegen Lettland an. Beide entschied die DEB-Auswahl für sich. Auch beim Bundestrainer wurden Erinnerungen an die Olympia-Qualifikation und das Alles-oder-Nichts-Vorrundenspiel bei der Heim-WM vor einem Jahr um den Einzug in die K.o.-Runde wach.

In Köln endete die Partie mit einem nervenaufreibenden 4:3 im Penaltyschießen. In Riga machte Deutschland die Olympia-Qualifikation perfekt. Mit sieben NHL-Spielern trotzte die deutsche Auswahl im September 2016 dem Druck. Es war die Basis für den sensationellen Weg bis zum historischen Olympia-Silber.

"Das hilft schon ein bisschen", sagte Silbergewinner Yasin Ehliz, mit drei Treffern bislang bester deutscher Torschütze und Sturmpartner von Topstar Draisaitl. Einen Draisaitl in Topform wird das deutsche Team am Samstag benötigen. Sturm hat nach den beiden Auftakt-Niederlagen die Reihen umgestellt und dem Emdonton-Angreifer die schnellen Ehliz und Dominik Kahun an die Seite gestellt. "Die pushen auch den Leon immer wieder nach vorn", erklärte Sturm.

Eindringlich warnte der Bundestrainer vor den Stärken des Gegners. "Sie sind immer unangenehm, weil sie immer kämpfen bis zum Schluss", sagte der Coach. Die Balten überraschten mit einem Punktgewinn am Donnerstag gegen die USA, gegen die das neu zusammengesetzte deutsche Team trotz der besten Turnierleistung mit 0:3 verloren hatte.

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