Letztes Formel-1-Rennen vor Sommerpause

Hamilton fängt Verstappen kurz vor dem Ziel noch ab - Ferrari kassiert nächsten Rückschlag

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Ziel erreicht: Lewis Hamilton gewinnt den Großen Preis von Ungarn.

Lewis Hamilton hat sich mit einem hart erkämpften Sieg in Ungarn in die Sommerpause der Formel 1 verabschiedet. Für Ferrari gibt es dagegen einmal mehr nichts zu bestellen.

Budapest - Max Verstappen wackelte heftig am Thron des Weltmeisters - doch Lewis Hamilton hatte längst keine Lust mehr, seine Macht abzugeben: Der Mercedes-Star hat den erneuten Angriff des Red-Bull-Piloten beim Großen Preis von Ungarn mit einem Manöver drei Runden vor Schluss abgeschmettert und das letzte Rennen vor der Sommerpause gewonnen. Neben diesem atemlosen Duell blieb Sebastian Vettel als Drittem nur die Rolle des farblosen Statisten.

Der abgeschlagene Ferrari-Pilot verdrängte kurz vor Rennschluss seinen Teamkollegen Charles Leclerc auf Rang vier. Valtteri Bottas im zweiten Mercedes enttäuschte als Achter, Renault-Pilot Nico Hülkenberg verpasste als Zwölfter die Punkte.

Hamilton dankt Team „für dieses Auto und diese Strategie“

"Ich bin müde, aber das muss wohl so sein", sagte Hamilton lachend, "ich bin dem Team sehr dankbar für dieses Auto und diese Strategie." Er geht als Führender der WM-Wertung mit 250 Punkten in den Urlaub, Bottas bleibt mit 188 Punkten Zweiter. Verstappen (181) verpasste aufgrund stark abbauender Reifen seinen dritten Sieg aus den vergangenen vier Rennen knapp und bleibt WM-Dritter, Vettel (156) ist Vierter vor Leclerc (132).

Noch am Samstag war Verstappen der Mann des Tages, als er vor den Toren Budapests zur ersten Pole Position seiner Karriere raste. Am Sonntagnachmittag rollten hinter ihm dann Bottas und Hamilton gefolgt vom Ferrari-Duo Leclerc und Vettel in die Startaufstellung. Keiner aus diesem Quintett gab sich eine echte Blöße, als die roten Ampeln ausgingen, in der ersten Kurve versuchten beide Mercedes-Fahrer dennoch mit aggressiven Manövern ihr Glück gegen Verstappen - das geschah mit Ansage.

Sektdusche: Auch auf dem Podium macht Mercedes-Pilot Lewis Hamilton (M.) seinen Red-Bull-Kontrahenten Max Verstappen (l.) nass. 

Mercedes-Motorsportchef Wolff setzte alles auf den Start

"Alles hängt vom Start und von Kurve eins ab", hatte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff gesagt, "wenn wir vorbeikommen, dann haben wir die Chance auf den Sieg. Ansonsten wird‘s echt schwierig."

Verstappen fuhr allerdings vorneweg, stattdessen beharkten sich die beiden silbernen Autos, und Bottas war der große Verlierer: Er fiel leicht zurück, im Duell mit Leclerc nahm dann sein Frontflügel Schaden - Bottas musste an die Box und war raus aus dem Rennen um die Spitze.

Ferrari-Duo verliert viel Zeit auf Verstappen und Hamilton

Vorne zeichnete sich nun ein klares Kräfteverhältnis ab: Verstappen und Hamilton gingen gemeinsam auf und davon, die Ferrari konnten nicht folgen. Leclerc und Vettel verloren teilweise eine Sekunde pro Runde auf das Duo, waren selbst aber wiederum schneller als der Rest des Feldes.

Das Boxenstopp-Fenster öffnete sich langsam, doch sowohl Red Bull als auch Mercedes zögerten, ihre Piloten an der Spitze zum Reifenwechsel zu rufen. Verstappen begann, mit seinen Reifen zu hadern und wandte sich wiederholt an die Box: "Ich sage es nochmal, ich verliere Grip!" Red Bull hatte schließlich ein Einsehen und holte den Niederländer rein, Mercedes ließ Hamilton noch eine Weile draußen, der dadurch in den folgenden Runden Zeit verlor.

Hamilton mit neuen Reifen deutlich schneller als Verstappen

Was wirkte wie ein Fehler von Mercedes, war letztlich nicht kostspielig: Als Hamilton wenig später selbst neue Reifen bekam, fuhr er kurzzeitig in einer eigenen Liga. Zwei Sekunden holte der Engländer in einer Runde auf Verstappen auf und hing schon wenig später im Heck des Gegners.

Hamilton ritt nun, als seine Reifen noch frisch waren, gleich mehrere harte Attacken, Verstappen wehrte sich erfolgreich, und Hamilton kam bei einem seiner Versuche sogar kurzzeitig von der Strecke ab. "Was soll ich denn noch machen, ich kann den Druck nicht so hoch halten", funkte er anschließend an die Box. Die erste Attacke war abgewehrt.

Vettel verliert bei erstem Boxenstopp etwa drei Sekunden

Dahinter fuhren die Ferrari ein farbloses Rennen. Leclerc durfte als Dritter früher an die Box, Vettel blieb lange draußen und wechselte in seiner Stopp-Strategie irgendwann auf "Plan C": Etwa zur Rennhalbzeit holte er sich die weichen Reifen, seine Boxencrew schlampte dabei aber am rechten Vorderrad, Vettel verlor etwa drei Sekunden.

Im Kampf um den Sieg setzte Mercedes nun auf eine überraschende Taktik: Hamilton wurde erneut an die Box gerufen, bekam frische Medium-Reifen und sollte bei noch 20 Runden etwa 20 Sekunden aufholen. "Ich weiß nicht, ob das der richtige Move war", funkte Hamilton - doch der Kommandostand sollte Recht behalten. Der Mercedes war deutlich schneller, gleichzeitig bauten Verstappens Reifen rapide ab. Und drei Runden vor Schluss ging Hamilton entscheidend vorbei.

Nur eine Woche zuvor hatte Vettel seine Fans beim Heimspiel am Hockenheimring mit einer bravourösen Aufholjagd im Regen begeistert. Besonders emotional war der Auftritt vor eigenem Publikum aber für Mick Schumacher, der einen Ferrari steuern durfte.

sid

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