Formel-1-Weltmeister nachdenklich

Formel 1: Lewis Hamilton spricht erneut von Karriereende - „Es gibt vieles, das mich da draußen reizt“

Lewis Hamilton trägt Mund-Nasen-Schutz
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Macht sich intensive Gedanken über seine Zukunft: Lewis Hamilton deutet ein baldiges Ende seiner Zeit in der Formel 1 an.

Lewis Hamilton sammelt aktuell die von Michael Schumacher aufgestellten Rekorde ein. Doch schon bald könnte sich der Serien-Weltmeister aus der Formel 1 verabschieden.

  • Lewis Hamilton dominiert die Formel 1 seit Jahren nach Belieben.
  • Noch besitzt der Brite aber keinen Vertrag für die Saison 2021.
  • Nach dem Rennen in Imola spricht der Mercedes-Pilot erneut über seine Zukunftspläne.

Update vom 1. November, 17.53 Uhr: Auch beim Großen Preis der Emilia-Romagna war Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton einmal mehr das Maß aller Dinge. Der Brite sicherte sich seinen 93. Sieg in der Königsklasse des Motorsports.

Nach dem Rennen sorgte Hamilton wie schon vor einer Woche in Portugal mit einigen Sätzen für Aufregung. Will der 35-Jährige nach dem Ende der laufenden Saison etwa ganz aufhören und seine Karriere in der Formel 1 beenden?

„Ich würde gerne nächstes Jahr hier sein, aber dafür gibt es keine Garantie“, gab der Brite in Imola zu bedenken.„Es gibt vieles, das mich da draußen reizt. Die Zeit wird es zeigen.“

Hamilton: Entscheidung über Formel-1-Zukunft nach Türkei-Rennen?

Über seine sportliche Zukunft will Hamilton eine endgültige Entscheidung fällen, sobald sowohl der Fahrer- als auch der Konstrukteurs-Weltmeister gekürt sind. Auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff plant so. Die Team-WM ist seit dem heutigen Sonntag entschieden, Mercedes verteidigte den Titel souverän.

Beim kommenden Rennen in der Türkei am 15. November kann Lewis Hamilton den Fahrertitel perfekt machen. Möglicherweise wird dann auch Klarheit geschaffen, ob dies Hamiltons letzter WM-Coup war oder er auch 2021 in der Formel 1 auf Titeljagd gehen wird.

Formel 1: Hamilton nach Portugal-Sieg in Gedanken bei Schumacher

Update vom 26. Oktober, 17.35 Uhr: Lewis Hamilton hat am Sonntag in Portugal seinen 92. Sieg in der Formel 1 eingefahren - und hat damit Rekord-Weltmeister Michael Schumacher überholt. Nach seinem Triumph verhielt sich der Brite wie ein echter Gentleman und dachte an die deutsche F1-Legende.

„Ich denke heute an Michael“, twitterte Hamilton, „ich werde immer die allergrößte Hochachtung und den größten Respekt vor dir haben. Es ist mir wirklich eine Ehre, in einem Satz mit dir genannt zu werden.“ Hamilton hatte beim vorherigen Rennen auf dem Nürburgring Michael Schumachers Siegrekord eingestellt und von dessen Sohn Mick einen Helm Schumachers überreicht bekommen.

Erstmeldung vom 25. Oktober: Portimao/München - Neue Strecke - altbekannter Sieger: Lewis Hamilton hat auch im portugiesischem Portimao bewiesen, dass er in der modernen Formel 1* eine Klasse für sich ist. Nach seinem achten Saisonsieg steuert der Mercedes*-Pilot, der nun alleiniger Rekordsieger der Königsklasse ist, zielsicher auf seinen siebten WM-Titel zu, den sechsten seit 2014. Mehr Titel hat niemand gesammelt, lediglich Michael Schumacher* beendete bereits sieben Saisons als Champion.

Allerdings dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Hamilton den Kerpener auch in dieser Statistik* überflügelt. Wenn er denn seinen Vertrag beim Überflieger-Team noch einmal verlängert. Eine erneute Unterschrift scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Was der 35-Jährige auch vor dem Rennen an der Algarve andeutete. Allerdings ließ der Brite auch durchblicken, dass sein Abschied aus der Formel 1 nicht mehr fern liegt.

Wie fast immer vorneweg: Auch in Portimao ließ Lewis Hamilton (l.) seinem Mercedes-Teamkollegen keine Chance.

Hamilton über sein Karriereende: „Wird nicht mehr viel Zeit vergehen“

Im Interview mit Sky Sports erklärte Hamilton: „Ich möchte weiterhin gerne Rennen fahren, aber ich weiß nicht, wie lange das noch der Fall sein wird. Es wird definitiv nicht mehr viel Zeit vergehen, bis ich aufhöre. Deswegen befinde ich mich jetzt in einer Phase, in der ich langsam herausfinden muss, was die Zukunft für mich bringen wird.“

Nun hatte der F1-Dominator in den vergangenen Jahren häufiger Andeutungen über sein Karriereende fallen lassen. So postete Hamilton im Zuge der weltweit vermehrt in den Fokus gerückten Rassismusprobleme nachdenkliche Botschaften, die durchaus als Überlegungen hinsichtlich eines nahenden Abschieds gedeutet werden konnten. Auch in dieser Saison geht der einzige dunkelhäutige Pilot im 20 Fahrer umfassenden Feld voran - nicht zuletzt auf seine Initiative hin wird vor jedem Rennstart gemeinsam gegen rassistische Auswüchse demonstriert*. Dabei kniet etwa Sebastian Vettel* an seiner Seite.

Hamilton über sein Karriereende: „Habe meinen Höhepunkt noch nicht erreicht“

Den einst auf Augenhöhe agierenden viermaligen Weltmeister sieht er auf der Strecke aktuell quasi nur noch, wenn es um Überrundungen geht. Was sich nach dessen Wechsel zu Aston Martin* womöglich kaum ändern wird. Zumal Hamilton in besagtem Interview weitere Großtaten ankündigte: „Ich denke, ich habe meinen Höhepunkt noch nicht erreicht. Ich bin sicher in einer guten Phase.“

Doch alles was er bislang sagen könne sei, „dass ich plane, auch nächstes Jahr hier zu sein“. Grundsätzlich gelte: „Meine Zukunft erscheint strahlend, egal welche Entscheidung ich treffe. Aber es hängt auch von den Zeiten ab, von meinem Wert und von den Plänen des Teams.“

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Hamilton über sein Karriereende: „Wird nicht mehr viel Zeit vergehen“

Natürlich kommt auch das fortgeschrittene Alter für einen Formel-1-Piloten dazu. Im aktuellen Fahrerfeld verfügt nur der mittlerweile 41-jährige Kimi Räikkönen über mehr Lebenserfahrung, der Finne muss aber um sein Cockpit bei Alfa Romeo für 2021 bangen. Dafür kehrt im nächsten Jahr Fernando Alonso nach zwei Jahren Abstinenz zurück - der Spanier wird im kommenden Sommer 40 Jahre alt. Das zeigt: In der Formel 1 ist neben Klasse - und bei manchem weniger talentierten Fahrer die nötige Mitgift - durchaus auch Erfahrung gefragt.

Vor allem die umfangreichen Regeländerungen ab der Saison 2022 - wegen der Corona-Pandemie* um eine Saison verschoben - könnten Hamilton jedoch ins Grübeln bringen. Es sei zwar „spannend, wie die Autos dann aussehen werden“, doch zugleich gebe es „viele, viele Fragen, die noch beantwortet werden müssen“. Offenbar auch die, ob es das Jahr nach dem Abschieds des Königs der Formel 1 werden wird. (mg) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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