WBA-Champion

Gerichtsstreit droht: Box-Weltmeister Zeuge kündigt Sauerland-Vertrag

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Weltmeister Tyron Zeuge will nicht mehr mit seinem Box-Stall Sauerland arbeiten.

Weltmeister Tyron Zeuge will nicht mehr für Sauerland in den Ring steigen und kündigt den Vertrag. Der einst so ruhmreiche Boxstall sieht sich jedoch im Recht und plant weiter mit dem Boxer.

Berlin - Im ohnehin kriselnden deutschen Boxsport droht ein Gerichtsstreit zwischen dem letzten verbliebenen Weltmeister und dem größten Boxstall. WBA-Champion Tyron Zeuge hat über einen Anwalt seinen bis Ende 2019 laufenden Vertrag bei Sauerland Event gekündigt, der Boxveranstalter akzeptiert die Kündigung nicht. Die Fronten sind verhärtet, beide Parteien sprechen derzeit nur über Anwälte miteinander.

Zeuge, 25 Jahre alter WBA-Champion im Supermittelgewicht, beklagt unterschiedliche Auffassungen über die sportliche Zukunft und nicht eingehaltene Zusagen. Ein Grund dürfte auch sein, dass sein Trainer Jürgen Brähmer, selbst noch aktiver Profiboxer, vor einer Woche ebenfalls seinen Abschied von Sauerland verkündet hatte. Und das mit deftiger Kritik an seinen ehemaligen Arbeitgeber.

Ähnliche Kritik von anderen Boxern

"Ich habe zuletzt mehr als den Trainerjob ausgefüllt. Mein Team und ich haben sich um das Management gekümmert, Sparringspartner verpflichtet und die Reiseplanung organisiert", sagte der Ex-Weltmeister der Bild: "Wenn wir sowieso alles selber machen, wozu braucht man dann Sauerland Event?" Er selbst hat in Schwerin ein beachtliches Trainingscamp hochgezogen, in dem er Zeuge zum Weltmeister formte.

Ähnliche Kritik wie Brähmer hatten auch schon andere Boxer und Trainer geäußert. Mal öffentlich, mal hinter vorgehaltener Hand. Sauerlands Sparkurs hat dazu geführt, dass Boxer wie der frühere Amateur-Weltmeister Jack Culcay den Berliner Boxstall bereits verlassen haben. Auch auf der Geschäftsstelle kam es zu personellen Einschnitten, die auf die Stimmung drückten.

In Deutschland ist mit dem Boxen längst nicht mehr so viel Geld zu verdienen wie in den goldenen 90er Jahren, als Sauerlands TV-Partner noch ARD oder RTL hießen und Athleten wie Henry Maske einen Box-Boom auslösten. Seit diesem Jahr überträgt Spartensender Sport1 die Sauerland-Kämpfe, die Quoten sind bescheiden. Die Qualität der Kämpfe auch. Der umstrittene Sieg von Arthur Abraham am Samstag gegen den Dänen Patrick Nielsen war alles andere als Werbung für den Sport und den Boxstall Sauerland. "Das macht keinen Spaß mehr. Das hat mit Boxen nichts mehr zu tun", wetterte Ex-Champion Graciano Rocchigiani - als Sport1-Experte.

Umso wichtiger ist Zeuge als einziger deutscher Weltmeister für Sauerland. "Wir haben einen gültigen, rechtsverbindlichen Vertrag bis Ende 2019 und werden den weiterhin erfüllen", sagte Promoter Nisse Sauerland der Bild: "Tyron ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil unseres Teams."

Sauerland hofft auf ein baldiges Duell von Zeuge, der seinen WM-Titel am 24. März in Hamburg gegen den Nigerianer Isaac Ekpo erfolgreich verteidigt hatte, mit Jungstar Vincent Feigenbutz oder Altmeister Arthur Abraham. Wenn es nach Trainer Brähmer geht, wird Sauerland aber keine Kämpfe von Zeuge mehr promoten: "Prinzipiell kommentieren wir keine rechtlichen Auseinandersetzungen, aber ich kann diesen Schritt absolut nachvollziehen und werde ihn unterstützen."

SID

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